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Heutzutage gibt es Videospiele von fast allem, seien es TV-Serien, Comics oder auch Kinofilme. Auch wenn diese meist in ihrer Qualität stark variieren, so gibt es eins eher selten: Ein Videospiel, dass auf einem Buch, genaugenommen einem dramatischen Kinderbuch, basiert. Konkret geht es dabei um das Buch „Storm Boy“ des australischen Autors Colin Thiele. Ich hatte das Buch vor einiger Zeit an der Uni mal gelesen und war sehr von der Ankündigung als Videospiel überrascht, denn auch wenn wenn ich nicht mehr alle Details der Handlung parat hatte, so wirkte  das, an was ich mich noch erinnerte, eher unpassend für ein Videospiel. Doch es handelt sich in keiner Weise um einen Fehler, was der komplette Titel des Spiels, „Colin Thiele’s Storm Boy: The Game“ unmissverständlich offenbart. Daher schauen wir uns doch einmal genauer an, was das Spiel von Blowfish Studios mit seiner Vorlage gemein hat…

Storm Boy zieht drei kleine verwaiste Pelikane auf, von denen einer sein treuester Freund wird, was allerdings gerade in Hinsicht auf sein Äußeres Umfeld zu Problemen führt. Das zentrale Element des Buches ist daher zweifelsfrei dieser Konflikt, gepaart mit Themen, wie Freundschaft, zwischenmenschlichen (wie auch tierischen) Beziehungen eines Außenseiters am Rande der Gesellschaft. Was an sich nicht wirklich nach dem passenden Stoff für ein Videospiel klingt, wird insgesamt wirklich passabel umgesetzt, wenn zugegeben viele tieferergehende Elemente des Buches dem Rotstift zum Opfer gefallen sind und hier ein sehr viel seichteres Erlebnis präsentieren, was in keiner Weise abwertend zu verstehen ist.

Der Storm Boy aus dem Spiel ist ein kleiner Junge, der sich immer wieder am Stand herumtreibt, um verborgene Schätze zu finden, die der Sturm dagelassen hat. Wir steuern ihn dabei durch abgesteckte Setpieces in liebevoller 2D-Optik und bekommen dabei in der oberen Bildschirmhälfte Textzeilen aus dem Buch präsentiert, die uns Hintergrundinformationen zu dem, was wir gerade spielen, liefern. Dabei überzeugt das Spiel durch einen stilisierten Artstyle aus Pastelltönen, der zwar nicht besonders anspruchsvoll, aber schön anzusehen ist. Die Musik untermalt das dargestellte und zieht uns in ihren Bann. Aufgelockert wird das bis dato recht eintönige Spielgeschehen durch Implementierung von insgesamt 12 unterschiedlichen Minispielen, die dabei mehr oder minder helfen, die Geschichte zu untermalen und uns so etwas neues präsentieren. Diese Minispiele sind zwar auch nicht besonders anspruchsvoll, fügen sich aber größtenteils gut in den Kontext der Geschichte ein: So finden wir die drei verwaisten Pelikankinder und müssen diese unter anderem in einem Minispiel mit Fischen füttern oder können mit dem liebsten Pelikan von Storm Boy, Mr. Percival, durch die Lüfte gleiten. Andere dieser Minispiele passen nur bedingt oder tragen insgesamt nicht wirklich zur Geschichte bei, wie das Zeichnen von Spuren in den Sand. Insgesamt fällt dabei aber kein Spiel wirklich negativ auf und es sei auch erwähnt, dass alle Spiele dabei mit einer kleinen Ausnahme komplett optional und ohne Möglichkeit des Verlierens gestaltet wurden. Lediglich ein Minispiel kann man (theoretisch) verlieren, was mir sogar auf Grund eines Bugs ein paar Mal passiert ist. Doch auch hier sollte im Grunde kein Frust aufkommen, denn nach zwei oder drei misslungenen Versuchen kann man das Spiel einfach überspringen.

Auch wenn das Spiel auf Grund seiner überaus leichten Trophäenliste wahrscheinlich vornehmlich Trophäenjäger ansprechen wird, so ist es dennoch ein schöner Zeitvertreib, der vor allem für jüngere Spieler geeignet sein sollte. Das Spiel kann ohne weiteres in 20 Minuten abgeschlossen werden und wartet insgesamt mit 12 Trophäen (11 x Gold, 1 x Platin) auf. Auch wenn die meisten Trophäen dabei an gewisse Aktionen innerhalb der Minispiele gekoppelt sind, gibt es dabei keine verpassbaren Trophäen, da sich alle Minispiele nach dem Ende des Spiels auch über das Hauptmenü wiederholen lassen. Das Spiel ist seit dem 20. November für PS4 zum Preis von regulär 5,99€ erhältlich und wird bestimmt in Zukunft auch in diversen Sales enthalten sein. Denn wenn man sich auf eins verlassen kann, ist dass die Spiele mit leichten Platin-Trophäen besonders in den Angeboten immer einen stetigen Absatz garantieren.

Ich hatte persönlich viel Spaß mit dem Spiel und habe den Kauf nicht bereut, da das Spiel mal eine stressfreie und entschleunigte Abwechslung zu anderen Spielen der jüngsten Vergangenheit bietet.

NB@03.12.2018