Nachdem der erste DLC zu Lara Croft’s aktuellstem Abenteuer, betitelt mit „The Forge“, zwar nett war, aber auf Grund seines geringen Umfangs nicht so richtig überzeugen konnte, lag meine Hoffnung in den kommenden DLCs, die ich quasi bereits mitbezahlt habe, da ich die „Croft Edition“, die neben dem Spiel „Shadow of the Tomb Raider“ auch den Season Pass beinhaltete, besitze.

Die zweite Erweiterung, die diesmal “The Pillar” (= Die Säule) betitelt ist, ist seit dem 18.12. als Download erhältlich und für nicht-Season-Pass-Besitzer zum Einzelpreis von 4,99€ zu bekommen. Doch lohnt sich die Ausgabe dieses Mal mehr? – Ohne zu viel vorweg zu nehmen kann ich sagen, dass der zweite DLC von insgesamt 7 geplanten einiges besser macht, als der Vorgänger, aber einen etwas unbefriedigenden Nachgeschmack hinterlässt, da der DLC je nachdem wo man sich in der Hauptstory befindet, nicht wirklich konsistent daherkommt und für mich während dem Spielen wirklich die Frage aufkommen haben lassen, ob ich selbst oder der Inhalt des DLCs den Eidos Montreal und Square Enix uns hier präsentiert merkwürdig daherkommt. Ich möchte dabei zwar nicht ins Detail gehen, aber kann so viel sagen, dass der DLC eindeutig zeitlich NICHT nach guten zwei Drittel des Spiels gespielt werden sollte, damit man nicht plötzlich mit Leuten und Ereignissen konfrontiert wird, die eigentlich schon stattgefunden haben, bzw. die nicht mehr im Spiel dabei sein können. Zugegebenermaßen ist es schwer vorherzusagen, wann die Spieler einen Zusatzinhalt spielen, aber da das Spiel bereits am 14.09. herausgekommen ist lässt die Möglichkeit dennoch sehr groß sein, dass die potentiellen Kunden des DLCs den Punkt im Spiel bereits überschritten, wenn nicht gar das Ende gesehen haben. Ist denn das normale Vorgehen nicht so, dass ich mir einen DLC kaufe, wenn mir das Hauptspiel gefallen hat, sofern ich ihn nicht von vorneherein dazugekauft habe? Oder würde wirklich jemand, der heute mit dem Spiel anfängt auf die Idee kommen sich gleichzeitig zum Spiel noch den zweiten DLC dazuzukaufen, falls dieser sich in seine Geschichte einfügt? – Ja, das glaube ich auch nicht wirklich.

Es ist aber so, wer das Spiel „zu weit“ gespielt, bzw. geschweige denn das Ende des Spiels gesehen hat, wird wahrscheinlich genau verwundert aus der Wäsche schauen, wie ich während dem Spielen, als ich mich wirklich gefragt habe, ob ich hier alles irgendwie falsch in Erinnerung habe. Dabei hätte sich das leicht umgehen lassen, wenn man entweder einen Dialog und eine auftretende Person dynamisch entsprechend des Spielfortschritts (anhand des Spielstandes) anpasst oder man alternativ den DLC einfach von Haus aus so konzipiert, da es keine Logiklöcher geben kann.

Sieht man davon ab hat mir der DLC an sich besser gefallen, da wir dieses Mal ohne lästige Brotkrumenspur (laufe nach A nach B um dann Item C zu finden und am Ende wieder an A anzukommen) mit einer Mission ein sagenumwobenes Relikt, was in den falschen Händen verheerenden Schaden anrichten könnte, konfrontiert. Dieses führt uns ohne größere Umwege zu einem neuen Challenge Tomb, das diesmal durch einige knifflige Kletterpassagen, starken Wind und das ein oder andere Timing-basierte Rätzel begründet ist. Insgesamt sieht das Grab zwar diesmal auf den ersten Blick im direkten Vergleich zu „The Forge“ unspektakulärer und kleiner aus, ist aber in Gänze eine Ecke größer und auch kniffliger, da fast jeder Fehler zum Instant-Death führt.

Nachdem man das Grab dann beendet hat kommt noch eine Überraschung denn der DLC ist damit nicht beendet, denn das Relikt ist nicht mehr da. Es wurde bereits von Gegnern entwendet und nun ist es an uns es zurückzuholen… Dazu gibt gleich mehrere Passagen mit Gegnern, die wir wahlweise wie im Hauptspiel schleichend oder auch Guns blazin‘ à la Rambo ausschalten können. Insgesamt ist die Spielzeit damit zwar auch nicht wirklich viel länger, als beim ersten DLC und lässt sich ohne Probleme in anderthalb oder zwei Stunden beenden, doch die Mischung im Spielprinzip hinterlässt einen volleren Geschmack, wenn der anfangs erwähnte Story-Schnitzer nicht wäre, der auch im Nachgang noch übel aufstößt.

Wer möchte kann das Grab danach auch wieder in den bereits mit dem ersten DLC eingeführten Zusatzmodi, wie Co-Op oder auch Time- und Score-Attack spielen, was die Spielzeit nochmal verlängert. Insgesamt ist dieser zweite DLC zwar meiner Meinung nach vom Content an sich um einiges besser, wenn aber die eingebaute Unlogik nicht wäre, was das positive wieder versalzt. Wir können gespannt sein, ob die weiteren 5 DLCs dabei einiges Wett machen, aber bisher bleibt der Season Pass weit hinter meinen Erwartungen zurück.

NB@11.01.2019