Arcade Archives HAUNTED CASTLE_20190601222758.JPG

Wer mein Review zur „Castlevania – Anniversary Collection“, die gerade herausgekommen ist gelesen hat weiß was in der Sammlung enthalten ist und was nicht. Besonders schade fand ich es persönlich, dass „Haunted Castle“, also quasi das Proto-Castlevania für die Spielhalle, nicht Bestandteil der Sammlung war. Doch im PSN gibt es, zumindest per separatem Kauf, Abhilfe dagegen, denn das Spiel ist im Rahmen der Arcade Archives veröffentlicht worden, wo ich es mir nun nochmal genauer angesehen habe.

Ebenso wie die Brüder für die Konsolen wurde das Spiel für die Spielhalle auch von Konami entwickelt und 1988 herausgebracht. Im Rahmen der Arcade Archives wurde es von Hamster Co. und Gotch Technology Corp. aufbereitet und für moderne Konsolen neu aufgelegt. Dabei beinhaltet das Release sogar drei unterschiedliche Versionen des Spiels: Die Nordamerikanische-, die Europäische und die Japanische Version des Spiels, die sich mal mehr und mal weniger stark voneinander unterscheiden.

Aber handelt es sich dabei nicht im Grunde um das gleiche Spiel, wie auf den Konsolen? – Nein, entgegen der damaligen Konvention, wo viele Arcadespiele in abgespeckter Form auf den Heimkonsolen veröffentlicht wurden, handelt es sich bei „Haunted Caslte“ um ein komplett eigenes Spiel, das lediglich Parallelelen zu Casltevania aufweist. So spielen wir auch Simon Belmont und ziehen bewaffnet mit unserer Peitsche gegen Dracula und seine Schergen in den Kampf, doch sowohl die Prämisse des Spiels, wie auch der Verlauf unterscheiden sich stark voneinander: Das Spiel beginnt im Intro mit Simon Belmont’s Hochzeit. Doch das Glück währt nicht lange, denn seine Angetraute Serena wird von Graf Dracula einführt, was Simon natürlich nicht so einfach hinnehmen kann. So tritt er seine gefährliche Reise durch 6 Levels an dem Grafen und seinen Monstern Einhalt zu gebieten. Dabei stellen sich ihm Standardgegner, wie Zombies, Skelette und Meermenschen, aber auch Bossgegner wie Frankenstein’s Monster oder die Medusa aus der griechischen Mythologie entgegen, die es alle zu bezwingen gilt…

Wir steuern dabei Simon durch 2D-Areale und bewegen in linear von einer Seite der Stage zur anderen. Dabei kämpft er mit seiner Peitsche, die sich durch Powerups von besiegten Gegnern auch aufleveln lässt, gegen alles, was sich ihm in den Weg stellt und muss zusätzlich auch die ein oder andere Plattformer-Passage überwinden. Zusätzlich lassen sich, ebenso wie in der Konsolenversion, auch unterschiedliche Sekundärwaffen und Herzen, die als „Munition“ gebraucht werden, in den Levels finden, die besonders bei den Bossen gebraucht werden. Da es sich um ein Arcadespiel handelt ist der Schwierigkeitsgrad entsprechend hoch. Wer also bisher dachte, dass das normale Castlevania ein schweres Spiel ist, der hat das Arcadespiel noch nicht gespielt. Es braucht neben blitzschnellen Reflexen auch jede Menge Trial&Error, um die Stages zu meistern. Zwar stehen, entgegen des ursprünglichen Arcade-Automaten, auch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Einstellungen für Continues zur Verfügung, doch selbst auf Easy wird das Spiel viele Spiele abschrecken.

Grafisch und Soundtechnisch bietet die Spiel einiges und hier hat die Arcade im Vergleich zur Konsolenversion, für die damalige Zeit versteht sich, ganz schön die Muskeln spielen lassen. Sowohl die Levels, wie auch die Charaktersprites sind sehr detailliert. Auch bei Szenen, wo sich viele Gegger gleichzeitig auf dem Screen tümmeln sind keine Slowdowns feststellbar. Die Steuerung ist direkt wenn man getroffen wird liegt es weniger an der Umsetzung, sondern mehr am eigenen Spielen. Soundtechnisch fehlen zwar die ikonischen Themen der Reihe leider, doch wenn man davon absieht wird hier eine wirklich atmosphärische Untermalung mit tollen Soundeffekten geliefert, wie zum Beispiel das Heulen eines Werwolfes, wenn man eine Münze (als Spielcredit) nachwirft.

Typisch für die Arcade Archives-Veröffentlichungen stehen für die unterschiedlichen Versionen des Spiels auch Grafikfilter und weitere Anpassungsmöglichkeiten zur Verfügung. Und eine Speicherfunktion gibt es natürlich auch, aber wenn die etwas merkwürdig implementiert ist und man zum Laden immer erst wieder ins Hauptmenü gehen muss.

Das Spiel wird auf Grund seines wirklich immens-hohen Schwierigkeitsgrades wahrscheinlich nicht jeden zufrieden stellen, doch wer ein Fan der Reihe ist und sehen möchte, wo die Reihe herkam, der wird mit diesem Ablager wirklich seine Freude haben. Mitunter kann es zwar frustrieren, wenn man unzählige Male an einem Boss scheitert und danach einen Teil des Levels nochmal spielen muss, doch dafür ist es umso belohnender, wenn man es dann schafft. Ich hatte auf jeden Fall eine Menge Spaß und werden ihn bestimmt auch in Zukunft noch haben, denn durch bin ich leider noch lange nicht…

NB@10.06.2019

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Disclaimer: Die verwendeten Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright am dargestellten Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.