Heute erscheint endlich in Europa der „Mega Drive Mini“ von Sega. In USA ist er bereits seit zwei Wochen für jedermann erhältlich, aber aus unerfindlichem Grund hat sich Sega dafür entschieden die PAL-Regionen etwas länger warten zu lassen. In Folge dessen hatte ich bisher natürlich auch noch keine Gelegenheit mir ein ausführliches Bild von der Konsole zu machen. Dazu folgt mein Review etwas später. Aber dennoch möchte ich euch mit einem thematisch-passenden Thema einstimmen.

Wie wahrscheinlich den meisten, die sich mit dem „Mega Drive Mini“ im Vorfeld beschäftigt haben oder auch schon das ein oder andere Review gesehen/gelesen haben wird die Mini-Konsole zwar löblicherweise gleich mit zwei Controllern im Paket ausgeliefert, aber es handelt sich dabei um die klassische 3-Button-Variante, die zwar für die meisten Spiele vollkommen ausreichend ist, aber bei einigen Spielen durchaus für Probleme sorgt. Denn spielt man zum Beispiel das auf der Konsole installierte „Street Fighter II – Special Champion Edition“ oder auch andere Prügelspiele stößt man schnell an die Grenzen des 3-Button-Controllers, da es in der Street Fighter-Reihe jeweils drei unterschiedlich-starke Schläge und drei unterschiedlich-starke Trittvarianten gibt. Das wurde für die 3-Button-Variante gelöst, indem man mittels Drücken der Start-Taste zwischen Schlägen und Tritten wechseln kann, was logischerweise alles andere als Intuitiv ist. Bereits im Lebenszyklus der 16Bit-Konsole hat Sega daher eine Revision des Controllers eingeführt, die die Anzahl der vorhandenen Buttons verdoppelte, der 6-Button-Controller, der nun ebenfalls erhältlich ist. Zwar hat ihn nicht Sega selbst herausgebracht, aber die Retro-Enthusiasten von Retro-Bit mit offizieller Lizenz von Sega standen am Ruder.

Den Controller gibt es zwar bereits etwas länger als Ersatz-Controller für den klassischen Mega Drive, doch nun wurde er mit einem USB-Anschluss neu aufgelegt, der sinnigerweise auch an der Mini-Konsole funktioniert. Man sollte also beim Kauf etwas aufpassen, dass man auch die Variante mit USB-Anschluss erwischt, zumal die Packung rein äußerlich sonst ziemlich gleich aussehen. Und um das Verwirrspiel noch etwas auf die Spitze zu treiben gibt es dann sogar noch zwei Varianten des USB-Controllers, einmal die klassische 6-Button-Variante und einmal eine 8-Button-Varinate, wo zusätzlich noch zwei Schultertasten und ein Mode-Knopf vorhanden sind, was besonders hilfreich für eine Verwendung außerhalb des „Mega Drive Mini“, sprich am PC oder einem Raspberry Pi ist. Wer den Controller also ausschließlich an der Mini-Konsole verwenden will, kann auch zum klassischen Layout greifen. Wer allerdings auch mal Systemfremd spielen möchte, greift besser zur 8-Button-Variante, die natürlich dennoch 100% mit dem „Mega Drive Mini“ kompatibel ist. Es gibt pro Ausführung zwei Farbvarianten, einen in klassischem Schwarz und einen in transparentem Türkis, wobei ich mich für letzteren entschieden habe, da er zugegebenermaßen echt ziemlich schick aussieht und ich etwas mehr farbliche Varianz in meinem Controller-Wirrwarr begrüße, wo die meisten Controller leider schwarz sind. Ich habe euch zum besseren Verständnis eine Gegenüberstellung der unterschiedlichen Varianten erstellt, die hoffentlich etwas Licht ins Dunkel bringt. Dabei gibt es pro Ausführung auch noch zwei Farbvarianten, die ich der Einfachheit halber einfach nebeneinander gestellt habe:

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Bereits die Verpackung erinnert sehr stark an die klassischen Verpackung der Konsolen, Spiele und Accessoires aus der Mega Drive-Äre mit einem schwarzen Hintergrund und einem Backdrop mit dezentem Retro-Grid, das für mich seit jeher mit dem Mega Drive verbunden ist und sich damals auch bewusst als modern und hip von der Konkurrenz abheben sollte. Im Inneren der Verpackung befindet sich lediglich der Controller in einem Plastikschuber, doch was sofort nach dem Auspacken ins Auge springt ist das überaus lange Kabel. Also keine Kabel, wie bei den Controllern vom „NES Mini“, die noch nicht mal einen Meter lang waren, sondern satte 3 Meter Kabel bekommen wir von Retro-Bit. Gleiches gilt auch für die Haptik und die verwendeten Materialien, denn hier bekommt man für sein Geld ein Produkt, das nicht nur fast wie das Original aussieht, sondern sich auch fast identisch anfühlt. Die Knöpfe haben einen angenehmen Druckpunkt und auch das D-Pad ist schön griffig und steuert sicht präzise. Bis auf die, zumindest in meinem Fall, zusätzlichen Tasten ist es nicht vom Originalcontroller zu unterscheiden zumal auch das offizielle Sega-Logo mitten auf dem Controller prangert. Wer bereits mal einen Billig-No-Name-Controller in der Hand hatte erkennt die Qualität sofort.

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Neben der Unterstützung am „Mega Drive Mini“ kann man den Controller zum Beispiel auch für das Spielen am PC oder am Raspberry Pi verwenden, was beides ohne Probleme funktioniert. Lediglich eine Meldung, die man im Netz immer wieder liest muss ich leider entkräften, denn entgegen einiger Meldungen funktioniert der Controller nicht an der Nintendo Switch. Man kann ihn zwar anschließen, immerhin ist ein USB-Anschluss universal, aber er wird vom System nicht unterstützt. Man kann die „Mega Drive Collection“ auf der Switch also nicht mit diesem Controller spielen, sondern muss entweder auf die normalen Joycons, den Pro-Controller, oder auch den „M30 von 8bitdo“ zurückgreifen, der via Bluetooth eingebunden werden kann. Zwar wurde auch schon eine Neuauflage des hier noch kabelgebundenen Controllers seitens Retro-Bit angekündigt, die aber bisher noch nicht verfügbar ist oder überhaupt mit einem Erscheinungstermin versehen wurde.

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Ich bin persönlich mit dem Controller mehr als zufrieden und da er kabelgebunden ist er sogar im Vergleich zu einigen Bluetooth-Varianten mit Preisen zwischen 15 und 20 Euro noch erschwinglich, wenn man einen neuen Controller sucht. Das Design und die Verarbeitung überzeugen auf ganzer Linie und besonders schön ist natürlich, dass er neben der Verwendung am „Mega Drive Mini“ auch andere Einsatzmöglichkeiten bietet und man so zum Beispiel auch die „Mega Drive Classics Collection“, die es auf Steam gibt damit spielen, die sogar einige Spiele beinhaltet, die exklusiv in dieser Veröffentlichung enthalten sind. Noch schöner wäre es, wenn er auch an der Switch verwendbar wäre, aber dafür kann der Controller an sich natürlich nichts. Wer also eine Alternative zum beiliegenden 3-Button-Controller des „Mega Drive Mini“ sucht, kann hier bedenkenlos zugreifen.

NB@04.10.2019

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