PS Vita Review: „Bucket Knight“ #BucketKnight

Auch wenn der Thron der kleinen Spiele mit überaus leichter Trophäenliste gemein durch Ratalaika Games beansprucht wird, so gibt es dennoch andere Anbieter, die in die gleiche Kerbe schlagen. Einer davon ist zweifelsfrei Sometimes You, die in letzter Zeit auch einige Spiele dieser Gattung veröffentlicht haben. Eins davon habe ich mir, mit freundlicher Unterstützung des Publishers, der mir dankeswerter Weise eine kostenfreie Review-Version des Spiels zur Verfügung gestellt hat, angesehen. Eine Auswirkung hat dieser Umstand aber selbstverständlich nicht auf mein Fazit. Die von mir getestete Version für die PS Vita ist dabei inhaltsgleich mit den Versionen für PS4, Xbox One und Nintendo Switch, die ebenfalls erhältlich sind.

Wir steuern den Titelgebenden Bucket Knight, einen namenlosen Ritter, der wahrlich bessere Zeiten gesehen hat. Er hat nämlich massive Geldprobleme, weswegen er auch gezwungen ist einen alten Eimer (= Bucket) als Helmersatz zu verwenden und dennoch kaum nach kommt seine Verpflichtungen wie Steuern, Kredite und Unterhaltszahlungen zu bedienen. Doch anstatt Trübsal zu blasen hat er einen ambitionierten Plan: Er wird sich einfach aufmachen den heiligen Gral zu finden und auf dem Weg noch den ein oder anderen Goldtaler einsammeln, wenn es sich ergibt. Dazu kämpft er sich durch finstere Dungeons voller ekliger Kreaturen und fieser Fallen, die es zu überwinden gilt, um ans Ziel zu gelangen…

Die Geschichte ist dabei logischerweise eher Nebensache, da sie lediglich die Motivation und Ausgangslage skizziert, um uns ins Geschehen zu entlassen. In insgesamt 21 Levels als Kombination zwischen klassischem Run-and-Gun und Plattformer kämpfen wir uns durch immer verzwickter-werdende Areale. Am Anfang ist das Level-Layout noch ziemlich simpel und erfordert von uns lediglich das Finden des Ausgangs, doch am Ende müssen wir auch noch Schlüssel finden, um weitere Areale freizuschalten und Fallen überwinden, was mich persönlich sehr an ähnlich gelagerte Spiele, wie „Devious Dungeon“ erinnert hat, aber auf die RPG-Einflüsse verzichtet. Denn unser Charakter verändert sich im Spielverlauf gar nicht: Es gibt kein Charakterlevel, keine unterschiedlichen Stats und keine Möglichkeit unterschiedliche Ausrüstungsgegenstände zu verwenden. Im Grunde ist unser Bucket Knight am Anfang genauso wie am Ende, wenn man mal davon absieht, dass wir im Spielverlauf neue Waffen freischalten können, was sich nur auf schnellere und stärkere Feuerraten auswirkt. Zu Beginn ist er lediglich mit einem Revolver ausgestattet, doch kann diesen im Spielverlauf gegen ein Maschinengewehr, eine Schrotflinte und letztendlich sogar eine Gatling austauschen, was zwar alles nicht gerade ritterlich anmutet, aber alles ist mit dem der Ritter sich gegen fiese Monster zur Wehr setzen kann, da ein rostiges Schwert wahrscheinlich nicht helfen würde… 

Insgesamt gibt es 26 unterschiedliche Levels zu bewältigen, die sich zwar von den verwendeten Versatzstücken recht ähnlich sind, aber dennoch alle paar Levels mit wechselnden Mechaniken, wie selbst-scrollenden Sägeblättern am unteren Bildschirmrand auf Trapp halten. Zwar hat man nach kurzer Zeit alles Variationen gesehen, aber die Levels an sich sind kurzweilig genug, dass es dennoch spaßig bleibt. Prinzipiell könnte man dabei durch die Levels durchhetzen, ohne Schätze einzusammeln und Gegner aus dem Weg zu räumen, doch dabei kommt wiederrum der Fokus auf das Loot zum Tragen, das immer wieder zum intensiveren Erkunden der Levels animiert, damit man doch noch mehr einsammeln kann. Lediglich was die Gegner angeht macht sich nach kurzer Zeit leichte Eintönigkeit breit, denn es gibt nur eine Handvoll Gegnertypen, die immer in den gleichen Pattern angreifen und alle mit wenigen Schüssen besiegt sind. Gerade im Vergleich zu „Devious Dungeon“, wo wir nicht nur drei bis vierfache an Levels bekommen haben, sondern auch mit einer Fülle an unterschiedlichen Gegnertypen konfrontiert wurden, die das Spielgeschehen regelmäßig wieder aufgefrischt haben, fällt das Spiel auch in diesem Bezug immens ab.

Wurden die Levels in „Devious Dungeon“ zufallsgeneriert, so ist das Layout pro Level in „Bucket Knight“ immer dasselbe. Auch beim Beginn und Ende des Levels wird nicht variiert, wir starten also immer an einem vordefinierten Punkt und der Ausgang befindet sich ebenfalls immer an einem fixen Punkt, was den Wiederspielwert leider immens schrumpfen lässt und wenn man das Spiel beendet hat gibt es daher, entgegen der Konkurrenz leider kaum einen Weg Levels nochmal zu wiederholen, außer wenn man noch mehr Gold finden möchte. Zwar sieht das Spiel an sich nicht recht aus, selbstverständlich muss man aber was mit der reduzierten Retro-Optik anfangen können, versteht sich. Doch der recht geringe Umfang kombiniert mit einem viel zu leichten Schwierigkeitsgrad demotivieren leider. Die einzigen Stellen, wo ich im Spiel mal gestorben bin und das Level damit neu beginnen musste, war als ich bei einer Plattformer-Passage zu leichtsinnig wurde. Abseits davon stellt keins der Level eine wirkliche Herausforderung dar und da es keine Bosskämpfe oder ähnliches gibt kann man im Grunde ziemlich schnell durch das Spiel durchhasten. Man sollte nur auf jeden Fall die Finger von der Dreieckstaste lassen, denn diese startet das Level neu und setzt sowohl besiegte Gegner, wie auch eingesammeltes Gold für das Level damit unweigerlich zurück, was zugegebenermaßen ziemlich frustrierend ausfallen kann, wenn man in mühevoller Arbeit alles eingesammelt hat und nur noch zum Ausgang muss und dann aus Versehen die falsche Taste drückt…

Wo sich das Spiel allerdings nicht lumpen lässt sind die Trophäen, von denen es im Vergleich zu anderen Indies mit überaus leichter Trophäenliste eine ziemliche Menge gibt. Insgesamt gibt es dabei satte 35 Stück (11 x Bronze, 20 x Silber, 3 x Gold, 1 x Platin) abzustauben, die sich alle innerhalb von einem Durchspielen der 26 Levels erreichen lassen, sofern man auf dem Weg genug Gold einsammelt, um auch alle Waffen freizuschalten. Wenn man das nicht schafft muss man sonst noch ein paar Levels wiederholen, bis man genug Gold eingesammelt hat, was aber über eine Levelauswahl, die aktiviert ist, sobald man ein Level beendet hat, jederzeit möglich ist. Auf PS4 und PS Vita steht dafür jeweils eine eigene Trophäenliste zur Verfügung, doch die Spiele werden separat vertrieben.

Insgesamt handelt es sich zwar um ein recht spaßiges und kurzweiliges Abenteuer, das aber bei genauerem Blick leider einiges an Potential verschenkt hat. Die Konzeption mit dem Fokus auf Run-and-Gun im Rittergewandt ist an sich nicht schlecht, doch das recht repetitive Levellayout, die geringe Level-Anzahl und die wenige Gegnervariation haben mich immer wieder an die sehr ähnliche Veröffentlichung „Devious Dungeon“, die aber im direkten Vergleich über mehr Tiefgang verfügte, erinnert. Für Trophäenjäger ist das Spiel allerdings eine absolute Empfehlung, denn in weniger als 2 Stunden hat man das Spiel durch und voraussichtlich dabei auch alle Trophäen verdient, alle anderen sind vielleicht besser beraten auf anderen Genrevertreter zurückzugreifen oder auf ein Angebot zu warten.

Entwickler:      PigeonDev

Publisher:       Sometimes You

Erhältlich auf: PS4, PS Vita, Xbox one, Nintendo Switch

NB@19.03.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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