PS4 Review: "Moons of Madness" #MoonsOfMadness

Die leider in der Versenkung verschwundene Dead Space-Reihe hat ein Vakuum hinterlassen. Es gibt zwar viele Horror-, wie auch Science-Fiction-Spiele, aber die Kombination von beidem sucht man leider heutzutage vergebens. – Bis jetzt zumindest, denn Entwickler Rock Pocket Games hat vor das in Zusammenarbeit mit Dreamloop Games und  Publisher Funcom mit ihrem neuen Spiel „Moons of Madness“ zu ändern und runden das Erlebnis zusätzlich mit einer gehörigen Priese H.P. Lovecraft ab. – Ob die Rechnung dabei aufgeht habe ich mir für euch genau angesehen, wofür mich dankenswerter Weise vom Publisher eine kostenfreie Review-Version des finalen Spiels für die PS4 zur Verfügung gestellt wurde. Einen Einfluss hat dieser Sachverhalt aber selbstverständlich nicht auf mein Review.

Im Zentrum der Handlung steht Shane Newehart, ein Ingenieur der Mitglied auf einer Expedition zum Mars ist, den ein Konzern namens Oroshi entsandt hat, um herauszufinden, ob sich der rote Planet als alternativer Lebensraum für die Menschheit handelt. In der Forschungsstation Trailblazer Alpha hat man dabei einige Fortschritte gemacht, bis plötzlich unerklärliche Probleme auftreten: Die Sicherheitssysteme versagen, ein unnatürlichen elektromagnetischer Sturm schließt das Team in der Station ein und langsam scheinen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen, als allen bewusst wird, dass die Experimente eine Tür in eine andere Dimension geöffnet haben, die besser geschlossen geblieben wäre… – Dabei bedienen sich den Entwickler klassischen Motiven des psychologischen Horrors à la H.P. Lovecraft oder Bildsprache aus Filmen wie John Carpenter’s-Klassiker „Das Ding aus einer anderen Welt“ und auch „Event Horizon“: Eine fremde unerbittliche Welt, das allgegenwärtige Gefühl von Isolation und immer mehr alptraumhafte Bilder, die anfänglich nur Vorbote des Bösen und mit fortlaufendem Spiel  eine allgegenwärtige Gefahr sind. Spielerisch erinnert das dabei an „Layers of Fear“, oder das letztjährige „Close to the Sun“, wo das Gameplay zu Gunsten einer dichten Geschichte zurückgefahren wird.

Das Spiel aber aus diesem Grund als „Walking Simulator“ abzutun, wird dem Spiel dennoch nicht gerecht, denn man Wege gefunden, die dafür sorgen, dass auch das Gameplay nebst einigen Actioneinlagen nicht zu kurz kommt. Entgegen „Dead Space“, wo wir mit Hauptcharakter Isaac Clarke übrigens auch einen Ingenieur spielen, wo das Gameplay auf Survival-Horror setzte fokussiert „Moons of Madness“ Adventure-mäßige Erkundung und Rätsel. Die bestehen zwar aus viel Standardkost, wie man sie aus vielen anderen Spielen kennt, wenn man aus unerfindlichem Grund einen Generator unter Berücksichtigung eines Maximaldrucks starten muss, oder Energie so leiten muss, damit ein Stromkreis an mehreren Punkten mit korrekter Spannung ankommt, sind aber gut in die Handlung eingebunden und fallen überraschend fordernd aus. Zusätzlich belohnt das Spiel die Erkundung, da man dort neben interessanten Zusatzinformationen auch den ein oder anderen Tipp oder Hinweis zur Lösung findet.

Weiter gibt es noch Verfolgungssequenzen und sogar einige Schleicheinlagen, die zwar sehr geskriptet ablaufen, aber dennoch eine willkommene Abwechslung darstellen. Bei den Verfolgungssequenzen müssen wir vor einer gefahren davon rennen und jeweils dem richtigen Weg nehmen, bis wir es schaffen den Verfolger ganz abzuschütteln. Bei den Schleichabschnitten werden wir mit mindestens einer „Gefahr“ in ein abgestecktes Areal entlassen und müssen in bester Metal Gear Solid-Manier die Umgebung, sowie unsere Gadgets verwenden uns unentdeckt bis zu einem gewissen Punkt zu bewegen, um den Abschnitt zu beenden. Besonders vom Pacing her gehen die Abschnitte gut in einander über und bevor etwas zu droht zu eintönig auszufallen wechselt das Gameplay in eine andere Sequenz. Dabei ist die Geschichte in ihren knapp 6-7 Stunden zwar für meinen Geschmack etwas zu kurz ausgefallen, kommt dafür aber auch ohne Längen aus, bleibt bis zum Ende spannend und hält sogar ein paar interessante Wendungen bereit.

Besonders von der Stimmung her zieht das Spiel eindeutig alle Register und durch die Ego-Perspektive sind wir hautnah dabei wenn Shane immer mehr in den Wahnsinn abgleitet. Besonders in Sachen Inszenierung und Atmosphäre werden dabei mit dynamischen Schatten und überaus stimmungsvoller Soundkulisse alle Register gezogen, auch wenn es leider auch ein paar Punkte gibt, die uns in Erinnerung rufen, dass es sich um kein AAA-Spiel handelt. So findet man einige etwas hölzerne Animationen und bei hektischen Sequenzen, sowie beim automatischen Speichern gelegentliche Slowdowns, die zwar auffallen, aber dennoch im Gesamtbild nicht allzu negativ ins Gewicht fallen, zumal andere Punkte umso positiver hervorstechen. Gerade in Sachen Immersion und Storytelling zieht das Spiel alle Register, indem Shane trotz offenkundiger Einsamkeit durch Funksprüche, interne Monologe und sorgsam platzierte Dokumente mit Hintergrundinformationen eine tolle Einsicht in die Spielwelt und unseren damit sehr runden Charakter bietet.

Insgesamt hatte ich trotz des leider etwas geringen Umfangs eine tolle Zeit mit dem Spiel, das auf Grund des komprimierten Erlebnisses ohne jegliche Längen auskommt. Die Geschichte ist durchweg spannend, überraschend und stellenweise fast verstörend, wobei wir ebenso wie unser Protagonist uns nicht sicher sein können, was Realität ist und was nicht, wenn wir uns plötzlich mit Alptraumhaften Bildern, inspiriert durch Horror-Altmeister H.P. Lovecraft, konfrontiert sehen. Wer sich Mal wieder schön gruseln möchte sollte diese Reise zum Mars nicht ignorieren.

Entwickler:         Rock Pocket Games / Dreamloop Games

Publisher:           Funcom

Erhältlich auf:    PC, PS4, Xbox One

NB@24.03.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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