Retro Review „Aladdin (SNES)“ #Aladdin #TBT #ThrowbackThursday

Ich habe bereits zwei Mal über das Movie Tie-in zu Disney’s Meisterwerk „Aladdin“ aus dem Jahr 1992 berichtet. Zum einen über die originale Veröffentlichung auf dem Sega Mega Drive, wie auch die Wiederveröffentlichung mit „Disney Classic Games: Aladdin and The Lion King“ in der gleich mehrere Versionen des Spiels enthalten waren. Doch wie ich schon damals bemängelt habe, fehlte eine Version des Spiels: Die für das Super Nintendo (SNES). Grund genug sich diese Version des Spiels mal genauer anzusehen!

Natürlich gibt es für den Umstand, dass es auf Sega Mega Drive und SNES unterschiedliche Versionen des Spiels gibt, auch eine Erklärung und diese ist denkbar simpel, denn es waren unterschiedliche Entwickler damit betraut. Die Version auf dem Sega Mega Drive wurde von Virgin Interactive exklusiv im Auftrag von Sega entwickelt. Eine Veröffentlichung auf dem stärksten Konkurrenten, dem SNES von Nintendo war damit kategorisch ausgeschlossen, weswegen Nintendo ihre eigene Version des Spiels in Auftrag gab, die Capcom entwickelte. Capcom und Nintendo hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine längere Beziehung, was Spiele basierend auf Lizenzen von Disney angeht und waren daher die erste Wahl für den japanischen Konzern. Und interessanterweise arbeitete sogar niemand geringeres als Shinji Mikami, der ein paar Jahre später mit „Resident Evil“ für Furore sorgen sollte, als Designer am Spiel.

Die Frühwerke der Zusammenarbeit wurden unter anderem im Rahmen der „Disney Afternoon Collection“ auf PS4 und Xbox One veröffentlicht und sind ein Paradebeispiel wie gut gemachte Lizenztitel aussehen. Das selbige trifft auch auf „Aladdin“ zu, denn wo viele Spiele rein durch ihre Lizenz versucht Absätze zu generieren, war (und ist) Capcom bemüht auch spielerisch zu überzeugen. Im direkten Vergleich ist das Spiel weniger Actionspiel und mehr klassischer Plattformen, denn der Hauptangriff, den Aladdin im Gepäck hat ist sein Sprung und auch wenn Aladdin auf dem Cover des Spiels, analog zur Mega Drive-Version, einen Krummsäbel in der Hand hat, weicht das Spiel davon auch nicht ab.

Zwar kann Aladdin auch mit Äpfeln werfen, doch diese sind leider endlich und recht rar. Man sollte sich also eher auf den Sprungangriff verlassen. Das verlangt vom Spieler im Vergleich zu Sega ein anderes Vorgehen und sorgt gleichzeitig für ein etwas gemächlicheres Spieltempo. Da kommen auch die reinen Plattformer-Passagen zum Tragen, die stellenweise ziemlich anspruchsvoll sind und dem Spieler einiges abverlangen.

Stellenweise kann dabei sogar Frust aufkommen, denn gerade in einer Passage mit verschwindenden Plattformen, die der Genie erscheinen lässt und die kurz danach wieder verschwinden. Immerhin ist das die Ausnahme und größtenteils überwiegt der Spaß beim Spielen. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit sich das Spiel durch das Einsammeln eines Tuchs, mit dem man durch die Luft schweben kann, einige Sprungpassagen etwas leichter zu machen. Aufpassen muss man dennoch, denn wenn man stirbt ist das Tuch leider weg und wir müssen es neu finden.

Die Geschichte des Spiels orientiert sich nah am Film und setzt einige ironische Szenen in ihren Levels um, während der Großteil der Story zwischen den Levels in Form von gelegentlich animierten Stills mit scrollendem Text transportiert wird. Im Zentrum der Geschichte steht die Liebesgeschichte von Aladdin und Jasmin. Das Problem ist dabei, dass Jasmin die Prinzessin und Aladdin nur ein Straßenjunge ist. Weiter hat der böse Dschafar einen Blick auf Jasmin geworfen, die für ihn das Mittel zu Zweck ist den Thron zu besteigen. Doch alles ändert sich als Aladdin auf eine Dschinn trifft, der ihm nicht nur helfen kann „gleichwertig“ mit Jasmin zu sein, wäre da nicht noch Dschafar… Zusätzlich zu den Stills mit Text gibt es an einigen Stellen aber auch kurze Cutscenes in Spielegrafik, wenn Jasmin unter anderem wegen Diebstahls von einem Händler angegangen wird, oder Abu, entgegen der Vorgabe, in der Wunderhöhle einen Edelstein berührt. Insgesamt transportiert das Spiel die Geschichte dabei besser als die Mega Drive-Version, da man dieser sogar folgen kann ohne den Film zu kennen.

Technisch macht das Spiel eine solide Figur, auch wenn die Grafik im direkten Vergleich nicht mit dem hohen Niveau der Sega-Version mithalten kann. Sega verwendete von Hand gezeichnete Animationen, die mit Unterstützung von Disney selbst entstanden sind, wo hingegen Capcom weiterhin auf klassische Sprites setzte, was sich selbstverständlich in weniger Details wieder spiegelt. Dennoch sind die Animationen wirklich gut umgesetzt und sind überaus vielschichtig. Gleiches gilt für die Levels an sich. Diese sind sehr abwechslungsreich und strotzen nur vor tollen Ideen. So gibt es neben klassischen Sideacroller-Leveln sogar „arcadige“ Fluglevel, in dem wir zum Beispiel in der Wunderhöhle vor der Lava fliehen, oder mit Jasmin den berühmten Ausflug bei Nacht machen. Von Soundtrack her gibt es zwar lediglich drei Lieder aus dem Film, die einzelne Levels untermalen, doch auch die Kompositionen, die einzeln für das Spiel geschrieben wurden, können sich sehen lassen und nutzen den Soundchip der 16Bit-Konsole gut aus.

Wo allerdings Luft nach oben gewesen wäre, ist der Umfang und die Bosskämpfe. Insgesamt umfasst das Spiel 7 Levels, von denen leider nur 3 einen Boss haben und die anderen lediglich von uns verlangen das Ende der Stage zu erreichen. Weiter variiert die Länge der Levels ungemein, einige haben mehrere Sektionen und andere nicht uns für geübte Spieler lässt sich das Spiel ohne größere Probleme in anderthalb Stunden beenden. Speedrunner schaffen es sogar in unter 20 Minuten!

Insgesamt macht „Aladdin“ auch auf dem SNES eine gute Figur. Es ist ein gut-designter Plattformer, der ganz klar die Handschrift von Capcom trägt. Die Animationen sind detailliert, obgleich der Grafikstil hinter denen der Mega Drive-Version den Kürzeren zieht, was aber die SNES-Version in keiner Weise schlecht machen soll. Ich hatte während meinem Durchspielen eine Menge Spaß und kann das Spiel jedem wärmstens ans Herz legen, der noch ein SNES zu Hause hat, zumal das Spiel mit Preisen zwischen 10 und 15 Euro auch noch recht erschwinglich ist.

Entwickler: Capcom

Publisher: Capcom

Erhältlich auf: SNES

NB@18.06.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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