PS4 Review: „Tony Hawk’s Pro Skater 1+2“ #TonyHawksProSkater #Tony Hawk

Tony Hawk war einmal der Name, wenn es um Skateboarding ging, weswegen er nicht nur ein gern gesehener Gast in Film und Fernsehen war, sondern auch eine eigene Videospiel-Reihe spendiert bekam. Wo sich heute kaum noch jemand an „Kelly Slater’s Pro Surfer“, oder „Mat Hoffmann’s Pro BMX“ erinnern wird, obwohl beides zu seiner Zeit auch wirklich spaßige Spiele waren, so hält sich Tony Hawk bis heute, auch wenn man sich eingestehen muss, dass sein letztes Spiel, „Tony Hawk’s Pro Skater 5“, sowohl von spielerischer, wie aber auch von den Kritiken nicht an die Hochzeiten der Reihe anknüpfen könnte, die zweifelsohne der zweite Teil der Reihe darstellt. Und zum 20. Geburtstag des Spiels bekommen wir nicht nur ein komplettes Remake des zweiten Teils, sondern auch noch ein Remake des Erstlings, der hierzulande noch als „Tony Hawk’s Skateboarding“ veröffentlicht wurde, in einem Paket. Activision hat mir dankenswerterweise eine digitale Version des Spiels für mein Review überlassen, das ich für euch auf Herz und Nieren getestet habe, um herauszufinden, ob das Remake überzeugt und ob das Spielprinzip im Jahr 2020 überhaupt noch relevant genug ist.

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Dabei muss man wirklich sagen, dass es verdammt mutig ist sich am Remake eines Spiels zu versuchen, das immer noch eine riesige Fangemeinde um sich schart. Es gibt viel, das dabei schief gehen kann und nicht jedes Remake wird so positiv aufgenommen, wie zum Beispiel das 2019er Remake von „Resident Evil 2„, doch Vicarious Visions hat sich der Aufgabe gestellt und an die Klassiker von Nerversoft komplett neu aufgebaut. Da man damit, wenn möglich, neue und alte Fans ansprechen möchte hat man einen besonderen Augenmerk darauf gelegt respektvoll mit dem Ausgangsmaterial umzugehen. Das betrifft sowohl die Moves, die Skater, die Maps und natürlich auch die Musik, von denen sich einige Songs auch nach 20 Jahren immer noch in mein Gehirn eingebrannt haben.

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Da das Remake gleich zwei Spiele umfasst werden wir zu Beginn mit einem (optionalen) Tutorial begrüßt und ins dann in verschiedene Modi entlässt. Zum einen haben wir die Wahl zwischen den unterschiedlichen Touren, dem gelungenen Multiplayer, der uns entweder lokal oder online in unterschiedlichen klassischen Wettkämpfen gegen andere Spieler antreten lässt und einen ausgefeilten Editor, mit dem wir eigene Maps erstellen und mit der ganzen Welt teilen können. Hier können wir auch auf die Kreationen anderer Spieler zugreifen, die aber zugegebenermaßen nicht alle gelungen sind. Zumindest musste ich etwas suchen, das über leere Areale mit zwei Ramos und ein paar Rails hinausgeht…

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Das Herzstück sind dann aber die Touren, von denen jeweils Teil 1 und 2 als separate Auswahl mit dem klassischen Spielprinzip und Fortschrittssystem, sowie ein Modus für freies Spiel, in welchem alle Maps ohne Zeitlimit spielbar sind. Antreten können wir entweder mit einem der 21 Pro-Skater, bei denen das klassische Raster um ein paar Neuzugänge erweitert wurde, oder einem eigenen Skater, den wir (etwas versteckt) über das Hauptmenü mit einem ziemlich umfangreichen Editor erstellen und personalisieren können. Standard gemäß ist natürlich Tony Hawk vorgelegt, was auch meine Wahl für die ersten Spielstunden war. Er ist wahrscheinlich, gerade für Anfänger, am besten ausbalanciert, den jeder Skater hat seine Stärken und Schwächen, die man in Anbetracht des persönlichen Spielstils im Auge behalten sollte.

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Die fast zwanzig Levels der beiden Originalspiele würden liebevoll überarbeitet, ohne dass deren Identität dabei verloren ging. So sind das verlassene Einkaufszentrum aus dem ersten Teil, oder die New York-Map aus Teil zwei immer noch meine persönlichen Highlights. Und gerade bei der erst erwähnten hat man ganze Arbeit geleistet und das Areal könnte sogar in Ansätzen das Setting für „The Last of Us“ sein, so verwildert und irgendwie vergessen wirkt alles. Die doch recht eingeschränkte Sichtweite und die leider häufigen Pop-ins sind eine tollen Weitsicht gewichen, die es insgesamt einfacher macht die nächsten Moves zu planen, da man früher erkennt, was vor einem liegt. Die Grafik und die Animationen sind wirklich gelungen, auch wenn man es natürlich nicht mit Grafik-Referenzen, wie „Horizon Zero Dawn“, oder „The Last of Us Part 2“ mithalten kann. Doch das ist auch gar nicht der Anspruch, denn hier soll die Performance und die Geschwindigkeit im Vordergrund stehen und in dieser Beziehung liefert das Remake allemal.

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Übrigens hat Vacarious Visions auch aus ihrer eigenen Vergangenheit gelernt, denn im Gegensatz zu „Crash Bandicoot N. Sane Trilogy“, bei der viele Fans das neue Bewegungschema kritisiert haben, gibt es bei Tony Hawk zwar auch ein angepasstes, modernes Steuerungsschema, doch wem das nicht zusagt, der kann optional auch die Steuerung vom ersten, oder zweiten Teil auswählen, die 1:1 übernommen wurden. Gleiches gilt auch für das allgemeine Spielprinzip, denn das ist so simpel, aber spaßig, wie eh und je: Am Anfang haben wir nur Zugriff auf eine Map, in der uns unterschiedliche Ziele, wie das Erreichen einer bestimmten Punktezahl, oder das Einsammeln von bestimmten Sammelobjekten, zur Verfügung stehen. Wir haben dann zwei Minuten pro Runde Zeit so viele, wie möglich zu erledigen. Erledigen wir genug, schalten wir die nächste Mal frei und so weiter. Freigeschaltete Maps können wir dann natürlich so oft wie möglich spielen, um weitere Ziele erspielen, die am Anfang noch recht leicht, aber spätestens aber der Hälfte ziemlich anspruchsvoll werden. Im Gegensatz zum Original, bei der einige Maps recht wenige Ziele und in Folge dessen auch wenig Auswahl boten, um die nächsten Maps freizuschalten, wurden den originalen weitere Ziele hinzugefügt, um für „Chancengleichheit“ zu sorgen. Gleiches gilt für Cheats, die schwächeren Spielen helfen und mit denen sich zum Beispiel unendliche Specials ausführen lassen, doch man nicht mehr stürzen kann.

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Wegen der Musik hatte ich mir persönlich fast am meisten Sorgen gemacht, doch man hat es sich nur geschafft alle Songs der Originale, bis auf drei Tracks neu zu lizenzieren und in das Spiel zu packen, sondern hat die ohnehin umfangreiche Tracklist sogar durch satte 37 weitere neue, aber thematisch passende Songs zu erweitern. So findet man neben den bekannten Tracks unter anderem von Rage against the Machine, Lagwagon und Millencolin, auch Tracks von MxPx, Billy Talent, oder Machine Gun Kelly. Mit einer überaus umfangreichen Liste an Tracks, von denen man natürlich auch jedes Lieb im Bedarfsfall weiterklicken, oder über das Hauptmenü komplett deaktivieren kann.

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Insgesamt ist „Tony Hawk’s Pro Skater 1+2“ wirklich ein tolles Gesamtpaket und eine immense Liebeserklärung an die Originale geworden, so wie ich es inständig gehofft habe. Vacarious Visions hat mit ihrem Remake wirklich einiges an Fingerspitzengefühl bewiesen und Gott-sei-Dank kein zweites „Tony Hawk’s Pro Skater 5“ abgeliefert, das leider in einem unfertigen Zustand released wurde und einige fragliche Gameplay-Entscheidungen getroffen hat, die für sehr viel Kritik aus der Community sorgten. Im Kern merkt man dem Spiel zwar an, dass es sich im Herzen zwar um ein 20 Jahre altes Spiel handelt, indem es keinerlei nennenswerte Story gibt und man sich dafür mehr auf Sammelobjekte versteift hat, doch man merkt es dem Spiel zu keiner Zeit an, da man es von der Pike auf neu aufgebaut hat. Für neue Spieler ist die Hürde durch ein umfangreiches Tutorial und die Möglichkeit Cheats als virtuelle Stützräder anzuschalten nicht ganz so hoch, wie vor 20 Jahren und alte Fans können wahrscheinlich direkt da weitermachen, wo sie vor zwei Jahrzehnten aufgehört haben. Neben den immer noch tollen Maps, in denen es viel zu entdecken gibt und einem motivierenden Multiplayer, in dem man bekannte Spielarten durch ein Skateboard erweitert und damit eine neue Erfahrung schafft gibt es noch einen wirklich gelungenen Editor zum Erstellen eigener und spielen fremder Maps. Besonders da das Spiel direkt zum Release zum Budgetpreis angeboten wird und komplett auf Mikrotransaktionen verzichtet macht das Gesamtpaket mehr als Rund und sollte den Weg in jede Sammlung finden.

Entwickler: Vicarious Visions

Publisher: Activision

Erhältlich auf: PS4, Xbox One

NB@14.09.2020

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