Xbox One Review: „Avicii Invector (Encore Edition)“ #Avicii #AviciiInvector

Tim Bergling, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Avicii, war ein wirklich herausragendes Musik-Genie, das leider viel zu früh von uns gegangen ist. Auch wenn ich persönlich keine Platte von ihm besessen habe, so waren mir dennoch die meisten seiner Songs, zumindest übers Radio, ein Begriff. Allerdings war ich dennoch überrascht zu erfahren, dass Avicii sein eigenes Videospiel hatte, eine Ehre, die bisher recht wenigen Stars für sich einnehmen können. Ursprünglich 2017 als „Invector“ featuring Avicii erschienen, wurde es nach dem Tod des Musikers 2019 als „Avicii Invector“ wiederveröffentlicht und erhält nun mit der „Encore Edition“ eine finale und komplette Veröffentlichung, die ebenfalls die zwei erschienenen DLCs umfasst. Das Spiel wurde mir dankenswerter Weise vom Publisher für ein Review zur Verfügung gestellt, was aber selbstverständlich keinen Einfluss auf die Bewertung hat.

 Entgegen anderer Spiele, die in Zusammenarbeit mit einem Musikkünstler, oder zu dessen Ehren entstanden sind, wie zum Beispiel „Michael Jackson’s Moonwalker„, wo die Musik allerdings hauptsächlich als Untermalung genutzt wurde, wird die Musik bei „Avicii Inventor“ absolut in das Zentrum der Aufmerksamkeit gesetzt, da es sich um eine interessante Interpretation des Musik- und Rhythmus-Spiels handelt. Nur wo die Konkurrenz von Guitar Hero und Co auf Plastikinstrumente und „Sayonara Wild Hearts“ auf kraftvolle Eigenkreationen in Sachen Musik setzte, wird hier eben die Musik des schwedischen Enfant Terrible der elektronischen Musik verwendet und lässt uns die Lieder in einer bisher unbekannten Weise neu erleben.

Wobei das Spielprinzip durchaus mit den erwähnten Titeln Gemeinsamkeiten aufweist: Eine Runde umfasst immer einen  kompletten Song, zu dem wir ein Raumschiff durch Neon-getränkte Polygon-Welten steuern und im Rhythmus der Musik uns vorgegebene Tasten drücken müssen. Wer auch nur ein Musik-Rhythmus-Spiel in seinem Leben gesehen hat, wird das Spielprinzip wahrscheinlich gleich wiedererkennen. Dass wir dabei ein Raumschiff steuern hat den einfachen Grund, dass man eine kleine, aber feine Sci-Fi-Geschichte um die Levels gebaut hat, die dem Spiel einen Rahmen vorgeben, auch wenn es natürlich nicht erklärt wird, warum wir ausgerechnet Levels spielen, die jeweils die Länge eines Avicii-Songs haben. Es ist dennoch schön, dass man sich überhaupt die Mühe gemacht hat eine Geschichte zu erzählen, wenn andere Spiele des Genres einem einfach eine Setlist nach der anderen entgegenwerfen.

Die „Story“ ist dabei immer in kleinere Abschnitte aufgeteilt, die uns eine Handvoll Songs vor einer wechselnden Kulisse spielen lässt und wir schalten die nächsten Songs und die nächste Welt frei, wenn wir genug mit einer bestimmten Quote an korrekten Eingaben beendet haben, was je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad unterschiedlich sein kann. Neben den strikten Abschnitten, wo wir quasi auf einem Raster fliegen und zum richtigen Zeitpunkt, an der richtigen Stelle, die richtige Taste drücken müssen, gibt es auch in den meisten Songs Abschnitte, in denen wir das Raumschiff kurzzeitig frei steuern können und durch Ringe fliegen müssen, um entsprechend Punkte zu bekommen, was das Spielgeschehen zwar nicht maßgeblich verändert, aber dennoch eine willkommene Abwechslung darstellt, zumal es mich persönlich sehr an Starfox erinnert hat, eine Reihe, die Nintendo mal wieder aus der Mottenkiste holen sollte. 

Das Spiel umfasst dabei in seiner Grundversion 25 Lieder, von den Chartstürmern „Levels“, „Wake me Up“ und „Waiting for Love“, bis hin zu unbekannteren, obgleich auch nicht weniger guten Songs, reichen. Die „Encore Edition“ fügt mit den DLCs „Tim Track Pack“ und „Magma Track Pack“ nochmal zehn weitere Lieder hinzu, die zwar auch ihre eigene Welt mitbringen, aber sonst nicht in den Rahmen der Geschichte eingebunden sind. Wer das Grundspiel bereits besitzt kann diese DLCs auch zum Preis von jeweils 5,99€ seiner Sammlung hinzufügen und erhält dafür die neueren Songs, wie „Addicted to you“, „SOS“, „Sunshine“, oder „Peace of Mind“.

Die komplette Tracklist umfasst die folgenden Lieder:

1) Can’t catch me 2) Pure Grinding 3) What would I change it to 4) The Nights (Avicii by Avicii Remix) 5) Waiting for Love 6) Gonna love ya 7) You be Love 8) Friend of Mine 9) Sunset Jesus 10) Fade into Darkness 11) Wake me Up 12) Lonely Together 13) Without You 14) Hey Brother 15) Levels 16) I could be the One (with Nicky Romero) 17) You make me 18) Lay me down 19) For a better Day 20) Broken Arrows (M-22 Remix) 21) True Believer 22) Talk to myself 23) Fades Away 24) Tough Love 25) Heaven 26) Peace of Mind 27) Freak 28) Bad Reputation 29) SOS 30) Heart upon my Sleeve 31) Addicted to you 32) My Feelings for you (with Sebastian Drums) 33) Seek Bromance (as Tim Berg) 34) Sunshine (with David Guetta) 35) Trouble

Das Spiel kann sowohl Solo, im Story-Modus, wie auch gegen andere Spiele im Multiplayer gespielt werden, wobei dabei einzig die Punkte, die man durch fehlerfreie Eingaben und Multiplikatoren bekommt, zählen. Weiter gibt es auch Online-Bestenlisten, die zu jedem Song geführt werden und eindrucksvoll zeigen, was alles möglich sein kann. Das Spiel bietet unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, wobei selbst der leichte Modus recht schnell, recht fordernd werden kann. Dabei beginnt anfangs alles recht simpel und wir müssen zunächst nur zum richtigen Zeitpunkt den linken Schulterknopf und den „A“-Knopf betätigen. Dann kommt aber bald noch der „X“-Knopf und der D-Pad für links und rechts dazu und am Ende umfassen die Eingaben noch die bis dato noch fehlenden Tasten „B“ und „Y“. So kann es besonders in späteren Songs schwierig werden die geforderte Quote zu erreichen, um die nächste Welt freizuschalten, was einigen Spielern bestimmt nicht gefallen wird, da man in diesem Fall keine Chance hat die Lieder zu spielen. An dieser Stelle kann ich aber nur empfehlen dran zu bleiben, denn Übung macht den Meister und vielleicht auch mal einen anderen Schwierigkeitsgrad zu versuchen, denn ich persönlich fand das Tempo bei einzelnen Songs auf Medium passender und eingängiger, als beim leichten Modus.

Ich hatte persönlich eine Menge Spaß mit dem Spiel: Die Musik ist einfach herausragend und auch die kleine Geschichte, die die einzelnen Welten und Songs miteinander verbindet, hat mich gut unterhalten. Auch wenn es immer wieder sehr schade ist, dass Avicii nicht mehr unter uns weilt, so hat er selbst noch am Entstehen des Spiels mitgewirkt und sich damit neben seiner Musik ein weiteres Denkmal gesetzt, das sich hinter der Konkurrenz keinesfalls verstecken muss. Wer ein Herz für Musikspiele hat und auch mit der Musik von Avicii etwas anfangen kann, sollte dem Spiel auf jeden Fall eine Chance geben.

Entwickler: Hello There Games / Wired Productions

Publisher: Wired Productions

Erhältlich auf: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch

NB@28.09.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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