PS4 Review: „SwordBreaker: The Game“ #SwordBreaker #LeichtePlatin

In meiner Jugend habe ich mich besonders im Urlaub gerne mit einem Chose-your-own-Adventure-Büchern beschäftigt. Wer diese Bücher nicht kennt hat wirklich etwas verpasst, denn diese dicken Schmöker, die meist irgendwie im Fantasy-Setting angesiedelt waren, erlaubten eine Form der Interaktivität, die man sonst nur aus Spielen kannte. Dabei war das Prinzip ziemlich simpel: Das Buch war in viele kurze Abschnitte aufgeteilt, am Ende jeden Abschnittes konnte man entscheiden, wie es weitergehen sollte. Dazu bekam man mindestens zwei unterschiedliche Optionen präsentiert. Beispielsweise hatte man die Wahl ein Person, die sich uns in den Weg stellte anzugreifen, anzufangen zu diskutieren, oder zu flüchten. Je nach getroffener Entscheidung sollte man dann auf einer anderen Seite weiterlesen, was dann an unsere Entscheidung anknüpfte und in Gänze jedem Leser einen komplett eigenen Verkauf der Geschichte bescherte.

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Auch wenn man Point and Click-Adventures, oder die Telltale-Spiele als die logische Weiterentwicklung des Konzepts ansehen könnte, ist es dennoch sehr verwunderlich, dass es es nie wirklich eine 1:1 Umsetzung des Ausgangsmaterials als Videospiel gegeben hat. – Bis jetzt zumindest, denn jetzt feiert „SwordBreaker: The Game“ seinen Einzug auf Konsolen, auch wenn es auf dem PC bereits 2015 erschienen ist, aber daher unter meinem Radar verschwunden war. Ich war persönlich sehr interessiert daran herauszufinden, wie die Übertragung zu einem Videospiel funktioniert.

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Und eins muss man sagen, es wurde sich wirklich sehr nah an der Vorlage orientiert, auch wenn es logischerweise etwas mehr Interaktion bietet. In einer Reihe von Standbildern mit Voiceover wird die Prämisse erzählt: Unser Protagonist ist als SwordBreaker bekannt und gelangt durch Zufall in den Besitz einer Karte zu einem verzauberten Schloss. Davon verspricht er sich Ruhm, Ehre und vor allem Reichtum, weswegen er keine Sekunde zögert und die Reise dahin antritt. Vor den Mauern des Schlosses startet dann das eigentliche Spiel und es liegt vollkommen an uns, wie die Geschichte ausgeht.

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Die Geschichte ist dabei mit allerlei Inhalten vollgepackt, die das Fantasy-Genre zu bieten hat. So treffen wir nur auf Trolle, Skelettkrieger, einen Minotaurus, oder böse Magier, sondern natürlich auch Riesenspinnen, Killerhaie und sogar Cerberus. Je nachdem, wie wir uns den Weg durch das Schloss bahnen unterscheiden sich die zufälligen Begegnungen, es gibt viele unterschiedliche Endszenarien und ist auch unmöglich alles innerhalb eines Durchgangs zu sehen, was das Spiel bereit hält. Diese Vielfalt muss man durchaus loben und es gibt insgesamt über 300 unterschiedliche Szenen zu denen uns unsere Entscheidungen führen können, auch wenn es einige Szenen gibt an denen man früher oder später in einem Verlauf fast immer vorbeikommen wird, was die Illusion der „eigenen Geschichte“ leicht ins Wanken bringt. Das war aber zugegebenermaßen bei den Büchern auch nicht anders, weswegen man es dem Spiel nicht unbedingt negativ auslegen sollte.

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Wahrscheinlich ist anhand der Liste an Gefahren bereits klar, dass es ziemlich fordernd werden kann in jeder Szene „die richtige“ Entscheidung zu treffen, um eines der guten Enden, anstatt eines der unzähligen Game Overs zu erreichen und da ein zurückblättern, im Vergleich zum Buch nicht möglich ist, sind wir in jedem Durchgang mit drei Leben ausgestattet. Jede Szene besteht aus einem Standbild, einer Kurzbeschreibung der Ausgangslage und letztendlich einigen Handlungsoptionen. Über den Analogstick können wir unsere Wahl treffen, die uns dann mit eine bildlichen Konsequenz unserer Entscheidung belohnt. Das klappt an sich auch wirklich gut, auch wenn das Layout wirklich zu wünschen übrig lässt.

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Denn sowohl die Beschreibung der Szenen, wie auch die Optionen sind in ein kleines Textfenster in der unteren Bildschirmhälfte gezwängt, die meist weder die komplette Beschreibung, noch die Optionen zeigen, ohne scrollen zu müssen. Das mag erst nicht weiter schlimm klingen, doch nervt nach ein paar Minuten total, zumal es einfach zu lösen gewesen wäre, wenn man das Fenster für den Text etwas größer gemacht hätte. Und wer denkt, dass das nur gemacht wurde, damit man nicht zu viel vom Artwork überdeckt, dem sei gesagt, dass man das Textfenster jederzeit ein- und ausblenden kann. Es gibt also keinen Grund für das in 99% der Fälle zu kleine Textfenster.

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In Sachen Technik ist das Spiel zwar simpel gehalten, so gibt es keine Animationen, sondern nur Standbilder und abseits der Einleitung auch kein weiteres Voiceover. Auch die Musik ist, obgleich sehr stimmungsvoll, eher simpel und wird oft wiederholt. So erkennt man zum Beispiel schon an der Musik, wenn eine Situation zu einem Kampf wird, da dann immer das gleiche Thema verwendet wird. Die allgemeine Grafik ist mit ihrem Comic-Look aber echt schick anzusehen und erinnert an frühe Marvel-Comics, wo man es ebenfalls trotz des statischen Bildes geschafft hat eine gewisse Dynamik zu transportieren.

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Für Trophäenjäger ist das Spiel übrigens eine wahre Offenbarung, da man das Spiel insgesamt 59 Trophäen (55 x Bronze, 1 x Silber, 2 x Gold, 1 x Platin) bereithält, was auf der Xbox One in gewohnter Weise 1000GS entspricht. Zwar sind viele der Trophäen an gewisse Entscheidungen im Spiel gebunden, aber es gibt bereits unzählige Guides, wie man in weniger als 30 Minuten alle Trophäen verdient, obwohl man nicht viel von der Geschichte per se mitbekommt, weswegen ich jedem empfehlen würde zumindest einen eigene Durchgang zu starten und erst im Anschluss die Lücken per Guide zu schließen.

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Insgesamt hatte ich mit dem Spiel wirklich viel Spaß, auch wenn ich es auf Grund seines reduzierten Spielprinzips eher auf einer tragbaren Konsole spielen würde, anstatt der PS4, oder Xbox One. So ist man noch „näher“ am Geschehen und ist, zumindest in meiner Auffassung, näher am Gefühl der Vorlage, wenn man das Spiel nachts im Bett spielt, anstatt im Wohnzimmer vor einem Großbildfernseher. Inhaltlich sind allerdings alle Versionen des Spiels gleich und sind jedem Freund der klassischen Abenteuerbücher zu empfehlen.

Entwickler: Drageus Games, DuCats Games

Publisher: Sometimes You

Erhältlich auf: PS4, PS Vita, Xbox One, Nintendo Switch

NB@09.10.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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