PS4 Review: „Remothered: Broken Porcelain“ #RemotheredBrokenPorcelain

Nachdem ich bereits über die Preview-Version von „Remothered: Broken Porcelain“ berichtet habe, ist nun auch die finale Version des Spiels erschienen. Neben den Resident Evil-Spielen und einem neuem neuen heiß-erwarteten Silent Hill, das sich, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt aber nur im Gerücht-Status befindet, gibt es mittlerweile viele kleinere Horror-Games, die diese Lücken versuchen zu füllen und eins davon ist die Remothered-Reihe, von der kommenden Monat der zweite Teil erscheint. Der erste Teil „Remothered: Tormented Fathers“ war ein kleiner Geheimtipp, der allerdings nicht frei von Problemen, sei es in technischer, oder auch spielerischer Hinsicht war und so war ich sehr interessiert daran herauszufinden, ob man mit dem zweiten Teil an den richtigen Stellschrauben gedreht hat. Dankenswerter Weise durfte ich mir auch die finale Version des Spiels genauer ansehen, die mir dafür vom Publisher überlassen wurde. Einen Einfluss hat das aber nicht auf meine Bewertung.

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Da es auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist, dass es sich um eine Fortsetzung handelt, hier ein kleiner Abriss über die Reihe: Wer die Reihe bisher nicht kennt, der sollte auf jeden Fall keinen Action-Horror oder Shooter erwarten, sondern waschechten Survival-Horror in seiner reinsten Form, in der man sich, ähnlich wie beim kürzlich erschienen „Maid of Sker“, eher verstecken muss, oder die Feinde gekonnt umgeht, was insgesamt aber mehr Finesse erwartet und Stimmung erzeugt, als der künstliche Terror, der zum Beispiel in der Outlast-Reihe erzeugt wird. Gepaart wird das mit einer dichten Stimmung, die eine interessante Kombination aus Charles Dickens meets Giallo darstellt, was im ersten Moment recht abstrus anmuten mag, aber inhaltlich wirklich stimmig ist. Dabei ist es zwar per se nicht zwingend notwendig, den Vorgänger gespielt zu heben, da die Ereignisse des neuen Games teilweise auch vor der Handlung des ersten Teils abspielen und zusätzlich die wichtigsten Punkte der Story als „was bisher geschah“ nacherzählt werden, doch ohne das Vorwissen ist man sonst stellenweise etwas von der Story abgehängt, besonders wenn gegen Ende der Preview-Version die Erzähl-Perspektive unverhofft wechselt und wir uns zeitlich plötzlich nach den Ereignissen des ersten Teils wiederfinden.

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Der Anfang des Spiels deckts sich dabei komplett mit der Preview. Das Spiel spielt dabei fast komplett im gleichen Areal, dem gruseligen Ashmann Inn angesiedelt und spielt sich (hauptsächlich) im Jahr 1973 ab. Das Hotel ist zur Zeit nicht für den Publikumsverkehr geöffnet und gibt vor einer teils malerischen Winterkulisse gruselige „Shining“-Vibes. Wir steuern die Jennifer, genannt „Jen“ die, nachdem sie von ihrer Schule geflogen ist als Dienstmädchen im Ashmann Inn arbeiten soll. Spielern des ersten Teils werden sowohl der Schauplatz, wie auch die Hauptfigur bekannt vorkommen. Jen merkt gleich zu Beginn, dass irgendetwas in dem alten Gebäude nicht stimmt und das ominöse Böse auch direkten Einfluss auf die Angestellten hat,  weswegen Jen beschließt zu fliehen, was aber leichter gesagt, als getan ist, da man bereits andere Pläne mit dem jungen Mädchen hat. Als sich plötzlich  merkwürdige Ereignisse häufen und eine furchterregende Figur beginnt Jagd auf Jen und andere Bewohner des Hauses zu machen, muss sie erkennen, dass es nicht mehr nur um eine Flucht, sondern um einen Kampf ums Überleben geht…

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Das Geschehen beginnt zwar recht gemächlich, als wir zur Aufgabe bekommen ein Zimmer zu säubern, doch stellt uns schnell vor schier unmögliche Herausforderungen. Denn nach einem kurzen Blackout erwacht Jen später am Tag und findet den Ausgang verschlossen vor. Und die Verwaltungsangestellte des Hauses, Andrea, stellt ein ekliges Essenstablett vor eine Lüftungsschlitz, wo sich monströse Hände, die aus der Wand zu kommen scheinen, am rohen Essen bedienen. Voll Ekel schreien wir auf und finden uns darauf verfolgt von der Verwaltungsangestellten wieder, die uns aus unerfindlichem Grund nach dem Leben trachtet. Uns bleibt nur übrig zu flüchten, damit das Spiel nicht in einem Game Over endet. So schleichen wir uns durch das Gebäude und müssen einen Ausweg finden. Dabei stoßen wir auf einige interessante Rätsel, die zum einen aus der Erkundung und zum anderen aus logischer Kombination bestehen, was mich persönlich stark an das erste Resident Evil mit der Erkundung des ikonischen Herrenhauses und den teilweise fordernden und mehrstufigen Rätseln erinnert hat, was überaus erfrischend ist, da viele Spiele heutzutage selbst das Finden eines Schlüssels bereits als Rätsel bezeichnen.

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Anders bei „Remothered: Broken Porcelain“, wo Jen zum Beispiel zur Aufgabe hat einen Safe zu öffnen. Ihr fehlt dazu nicht nur die Zahlenkombination, sondern der Raum, in dem sich der Safe befindet ist verschlossen, der elektrisch gesicherte Safe hat keinen Strom und am in der Nähe befindlichen Stromgenerator fehlt ein Kabel. So machen wir uns auf die Suche nach der ganzen Einkaufsliste von Aufgaben, die wir allerdings erst über die Zeit alle aufdecken. So ist jedes Mosaiksteinchen zum Weiterkommen in den natürlichen Fortschritt des Spiels eingebunden und fühlt sich organisch an, bis wir das Rätsel irgendwann gelöst haben. Entgegen Resident Evil verzichtet das Spiel über exzessive Kämpfe, zwar bekommen wir auch das ein oder andere Item dazu, das wir zum kurzzeitigen Ausschalten von Gegnern benutzen können, aber der Fokus ist eher auf Verstecken, Ablenken und taktischem Vorgehen. So können wir zum Beispiel provisorische Wecker craften, die wir im Spiel verwenden können, um Gegner aus einem Raum zu locken, damit wir ein Telefon verwenden können, ohne gleich geschnappt zu werden. Denn die Gegner gehen mit ziemlicher Gewalt vor, was sich auch im ein oder anderen Gore-Effekt zeigt, der wahrscheinlich vor ein paar Jahren noch zur Indizierung geführt hätte. Das ist zwar in keiner Weise so exzessiv, wie bei anderen Genre-Vertretern, aber gepaart mit der dichten Atmosphäre, der gruseligen Geräuschkulisse und der konstanten Bedrohung durch unbesiegbare Gegner ist das Spiel nichts für zart-besaitete Gemüter.

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Technisch kann sich das Spiel, zumindest in seinem momentanen Zustand, durchaus sehen lassen und wurde im Vergleich zum ersten Teil, der durchaus stellenweise etwas roh wirkte, sinnvoll weiterentwickelt. Insgesamt wirken die Areale und die Charakteranimationen sehr viel hochwertiger, als beim Vorgänger und sind eher auf der Höhe der Zeit, wo der Erstling stellenweise wie ein PS2-Spiel aussah. Wir steuern das Geschehen dabei aus der 3rd-Person Verfolgeransicht und stellenweise, wie zum Beispiel, wenn wir uns zum Verstecken in einen Spint zwängen, wechselt die Kamera in die Ego-Perspektive, um das Geschehen außerhalb durch keine Schlitze im Metall besser beobachten zu können. Die allgemeinen Charakteranimationen sehen gut aus, das Ashmann Inn strotzt vor vielen netten Details und insgesamt macht das Spiel einen durchaus soliden Eindruck. Einzig in Cutscenes könnten die Mundbewegungen etwas schicker sein, denn man hat teilweise das Gefühl, dass es sich um Holzpuppen handeln würde, da die Lippenbewegungen ganz und gar nicht zur hochwertigen Synchronisation passen.

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Interessanterweise sind aber die größten Kritikpunkte der Preview, auch in der Release-Version noch vorhanden, denn so ist die Kamera immer noch höchst eigenwillig und macht immer wieder Probleme, was besonders in hektischen Situationen sorgt das für das ein oder andere unfreiwillige Ableben. Viel schlimmer fand ich allerdings, dass in manchen Fällen die Hotspots einfach nicht getriggert wurden, oder die Aktion nicht ausgeführt wurde, was hingegen in einigen Stellen durchaus zu Frust führen kann. Hier hätte ich mir in beiden Fällen wirklich mehr Polishing gewünscht, was ich eigentlich vorausgesetzt habe, da der Release kurz vor dem Release sogar um eine Woche, vom 20. Oktober auf den 13. Oktober vorgezogen wurde. Doch meinem Empfinden nach ist an dieser Stelle seit dem Preview wenig bis gar nichts mehr passiert.

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So bleibt beim Spiel noch ein fader Beigeschmack. Ich hatte zwar wirklich Spaß damit, aber gerade die technischen Probleme haben den Spielspaß dennoch enorm getrübt, was gerade in Anbetracht der interessanten Geschichte wirklich schade ist. Denn ebenso, wie der Vorgänger, besticht auch der zweite Teil durch eine wirklich abgedrehte Geschichte, die auf den Spuren des psychologischen Horrors à la Silent Hill, oder den Filmen von David Lynch, wandert. Aber vielleicht wartet man bis dahin eher, bis das Spiel mal im Angebot ist, oder zumindest, bis die Entwickler noch ein paar Patches nachgeliefert haben, denn momentan ist das Spiel nur für hartgesonnene Horror-Fans zu empfehlen und gruselt andere eher auf Grund der technischen Probleme…

Entwickler: Stormind Games

Publisher:  Modus Games

Erhältlich auf: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch

NB@06.11.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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