PS4 Review: „Andro Dunos II“ #AndroDunosII #AndroDunos2 #Shmup

Ich habe mehr als einmal meine Liebe für das Neo Geo deutlich gemacht, wo nicht nur Reihen wie Samurai Shodown, The King of Fighters, oder auch Metal Slug ihr Debüt gaben, sondern auch viele herausragende Shmups veröffentlicht wurden, die es sonst nirgendwo gab. Einer dieser tollen Shmups ist zweifelsohne „Andro Dunos“, das sich auf keinen Fall vor der Genre-Konkurrenz verstecken muss, aber bis heute leider keine Veröffentlichung abseits des Neo Geo erlebt hat, was die hier thematisierte Veröffentlichung von „Andro Dunos II“ umso spannender macht. Denn schlappe 30 Jahre später erscheint mit dem Spiel eine Fortsetzung des Originals, das mit dem Segen der Originalentwickler von Visco Games, in die Fußstapfen des Originals treten will. Die Frage ist dabei lediglich, ob es sich wirklich um ein authentisches Erlebnis handelt, die eine Fortsetzung anstrebt zu bieten, oder ob man sich lediglich des guten Namens des Originals bedient, um mehr Käufer zu mobilisieren?

Entwickelt von Picorinne Soft und herausgebracht von PixelHeart und Just for Games ist das Spiel jüngst für PC, PS4 und Nintendo Switch erschienen, wobei ich mir die PS4-Version genauer angesehen habe, die allerdings komplett inhaltsgleich mit den anderen Veröffentlichungen des Spiels ist. Beim Spiel handelt es sich, ebenso wie beim Vorgänger, um einen horizontal-scrollenden Shooter, indem wir ein kleines Raumschiff steuern, dass gegen eine schier unendliche Armee des Bösen in dem Kampf zieht. Dafür stehen uns zeitgleich drei unterschiedliche Waffensysteme des Schiffs zur Verfügung die sich separat aufleveln und per Knopfdruck auch blitzschnell wechseln lassen. Und da sich unterschiedliche Waffen für unterschiedliche Gegner besser, oder schlechter eigenen, bringt das eine gewisse taktische Komponente mit sich.

Darüber hinaus gibt es noch die „Hyper Shots“, eine begrenzte Superattacke, die Gegner und Projektile auflöst und mich mehr als einmal vor dem unfreiwilligen Ableben bewahrt hat. Denn wie es sich für Arcade-Spiele, oder solche, die versuchen das „Erlebnis“ originalgetreu zu emulieren, gehört, ist das Spiel alles andere als leicht. Zwar bekommen wir eine Handvoll Leben und Continues, doch sind die aufgebraucht heißt es zwangsläufig wieder alles auf Anfang und komplett von Vorne beginnen. Komfortfunktionen, wie Save States, in Game-Cheats, oder gar Rücksetzspunkte gibt es keine. Und die insgesamt sieben Levels sind nicht nur gespickt mit Gegnern und Fallen, sondern fallen auch überraschend lang aus. Besonders der letzte Boss kann dabei eine überaus harte Nuss sein, denn nicht nur nimmt er fast den ganzen Bildschirm ein, sondern erfordert auch entweder Reflexe wie ein Puma, oder Auswendiglernen seiner Pattern, um ihn zu besiegen.

Dabei beginnt alles zunächst recht einfach und im Grunde wenig überraschend für jemanden, der zumindest ein, oder zwei Shmups in seinem Leben gespielt hat. Wir fliegen von links kommend nach rechts, der Bildschirm scrollt dabei automatisch und unterschiedliche Gegner in Formation fliegen in den Bildschirm. Doch nach kurzer Zeit kommen die Gegner immer zahlreicher, von allen Seiten, wir müssen zusätzlich noch Gefahren in der Architektur der Level ausweichen und spätestens im zweiten Level können wir allzu schnell das Leben aushauchen, wenn wir nicht all unsere Waffen gezielt einsetzen und am Ende der ersten Stage, wenn man seine Waffen aufleveln kann, die richtigen Entscheidungen für den persönlichen Spielstil getroffen hat. Man sollte sich daher darauf gefasst machen die ersten Levels mehrfach angehen zu müssen, bis man sie gut genug meistert, um die späteren Levels zu erreichen.

Doch diese teils schmerzliche Hingabe lohnt sich durchaus, denn gerade die späteren Levels und Bosse sind ziemlich beeindruckend und wirken fast wie aus einem Guss im Direktvergleich zum Erstling. Dass es sich beim Spiel um kein echtes Spiel aus den 90ern handelt, ist auf den ersten (und zweiten) Blick keinesfalls offensichtlich, hier hat man wirklich ganze Arbeit geleistet das Spiel „alt“ aussehen zu lassen, was aber dabei keinesfalls abwertend zu verstehen ist. Ganz im Gegenteil, denn heutzutage versuchen viele Spiele mit etwas pixeliger Optik an die Herzen der Retrospieler zu appellieren, doch eine wirklich authentische Erfahrung bieten die meisten Titel keineswegs, anders hingegen bei „Andro Dunos II“. Bestes Beispiel dafür ist wahrscheinlich die Auflösung, die bewusst in 4:3 gehalten ist und aus diesem Grund mit Rändern an der linken und rechten Bildschirmseite aufwartet, wie man es von vielen alten Spielen kennt. So fällt es durchaus schwer zwischen Screenshots des Originals und des zweiten Teils zu differenzieren, obwohl zwischen den Spielen ganze drei Jahrzehnte liegen.

Insgesamt handelt es sich beim Spiel wirklich um eine Fortsetzung, die nahezu alles richtig macht und damit auch nicht nur eine Fortsetzung vom Namen her darstellt, wie es zum Beispiel bei „Contra: Roque Corps„, denn auch wenn ich persönlich dennoch meinem Spaß mit der Trash-Perle hatte, muss man sich durchaus eingestehen, dass der Name durchaus als Marketing-Ansatz verwendet wurde. Hingegen wirkt „Andro Dunos II“ im Vergleich zum Erstling wie aus einem Guss und wenn es den Neo Geo heute noch gäbe, könnte ich mir gut vorstellen, dass das Spiel darauf herausgekommen wäre. Fans des Neo Geo, oder Shmups im allgemeinen können bedenkenlos zugreifen, sofern sie die Herausforderung nicht scheuen…

Entwickler: Picorinne Soft

Publisher: PixelHeart / Just for Games

Erhältlich auf: PC, PS4, Nintendo Switch

NB@11.05.2022

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