Mit Echoes of the End wagt sich das isländische Studio Myrkur Games – rund 40 Personen stark, an sein Debütwerk. Unterstützt von Publisher Deep Silver und entwickelt mit der Power der Unreal Engine 5, will das Spiel ein lineares Action-Adventure mit Rollenspiel-Elementen bieten, fernab vom gängigen Open-World- oder Soulslike-Einerlei. Am Ende bleibt jedoch ein Titel, der seine Ambitionen nicht ganz einlösen kann.

In der Rolle von Ryn, einer Kriegerin mit besonderen magischen Kräften, zieht man los, um eine Invasion aus einem feindlichen Nachbarreich aufzuhalten und gleichzeitig mehr über die eigene Vergangenheit sowie das untergegangene Imperium von Aema zu erfahren. Die Welt ist sichtbar inspiriert von nordischer Mythologie, Monster tragen Namen wie durtar, glòmori oder isfjandi und auch die Anleihen an Der Herr der Ringe sind unverkennbar: majestätische Bergketten, Städte, die an Gondor erinnern, und ein epischer Grundton prägen das Setting. Die Story verläuft zwar in soliden Bahnen, überrascht aber selten. Ihre größte Stärke liegt in der Präsentation: Das exzellente Voice Acting (unter anderem Aldís Amah Hamilton als Ryn) und die ausdrucksstarken Gesichter lassen die Figuren lebendig wirken. Auch die Gestaltung der Schauplätze überzeugt auf ganzer Linie – besonders Berglandschaften und Festungen stechen hervor.

Spielerisch setzt Echoes of the End auf lineare Level mit einer Mischung aus Kämpfen, Plattform-Passagen und leichten Rätseln. Ryn kann Gegner mit Magie stoßen, Fähigkeiten aus vier einfachen Skill-Bäumen freischalten und mit Schwert und Zaubern agieren. Hier zeigen sich jedoch die Schwächen: Das Kampfsystem wirkt unausgegoren, Gegner-KI schwankt zwischen aggressivem Anstürmen und passivem Zusehen, und Bosskämpfe geraten durch lange Lebensbalken und fehlende Phasen schnell monoton. Die Plattform- und Rätselabschnitte sind zwar unkompliziert, leiden aber unter hakeliger Steuerung und einer nicht immer kooperativen Kamera. Echoes of the End punktet vor allem mit seinem atmosphärischen Setting, das gekonnt nordische Mythologie und Tolkien-Anleihen verbindet, sowie mit einer starken schauspielerischen Leistung, bei der sowohl die Sprecher als auch die gelungene Mimik der Figuren überzeugen. Eindrucksvolle Landschaften und detailreiche Kulissen runden das Bild ab und tragen viel zur Immersion bei. Auf der anderen Seite schwächelt das Spiel jedoch deutlich beim Gameplay: Das Kampfsystem wirkt unausgereift, die Gegner-KI lässt zu wünschen übrig und auch technisch trübt eine schwankende Performance den Gesamteindruck. Hinzu kommt, dass die Handlung nur wenige Überraschungen bereithält und sich insgesamt eher vorhersehbar entwickelt.

Echoes of the End ist ein Debüt, das vieles richtig macht, vor allem beim Weltdesign, Setting und der stimmungsvollen Inszenierung, aber in den spielerischen Kernbereichen nicht mithalten kann. Das Potenzial ist da, doch das unausgegorene Kampfsystem, die schwankende Gegner-KI und technische Schwächen verhindern den ganz großen Wurf. Für ein Erstlingswerk eines kleinen Teams dennoch respektabel und vielleicht ein Fundament, auf dem ein stärkerer Nachfolger aufbauen kann.

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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