Ich habe die Call of Duty-Kampagnen über die Jahre oft verteidigt. Selbst die weniger gelungenen Teile boten meist zumindest kurzweilige Blockbuster-Action, die man schnell wieder vergisst, aber selten bereut. Black Ops 7 stellt diese Haltung allerdings auf eine harte Probe. Für Neulinge ist die Kampagne kaum nachvollziehbar, für Kenner voller Rückgriffe, die nicht immer funktionieren. Dazu kommen strukturelle Entscheidungen, die den Spielspaß spürbar ausbremsen. Multiplayer und Zombies tragen die Serie wie gewohnt, aber selbst hier bleibt die große Überraschung aus.

Black Ops 7 zwingt dich online. Jede Mission ist ausschließlich als Co-Op-Erlebnis ausgelegt, selbst wenn du alleine spielst. Checkpoints existieren nicht. Eine Pause gibt es nicht. Wer mitten in einer Mission aufs Klo muss, verabschiedet sich bestenfalls von der Runde oder riskiert das Schlimmste. Alle Missionen funktionieren grundsätzlich mit zufälligen Mitspielern, doch der Aufbau ist klar darauf ausgelegt, dass man gemeinsam agiert. Solo wirkt das Balancing schnell frustrierend.

Inhaltlich setzt die Kampagne stärker denn je auf halluzinatorische Sequenzen. Die Black-Ops-typischen Bewusstseinsbrüche werden zum Hauptthema, ausgelöst durch den Cradle-Biostoff. Dadurch trifft man auf übergroße Pflanzenwesen, Spinnen, Zombies und diverse Hirngespinste, die jederzeit in Gefechte mit futuristischen Soldaten übergehen. Die Logik darunter ist schwach, aber zumindest ermöglicht sie die Rückkehr alter Figuren wie David Mason, die eigentlich das Zeitliche gesegnet hatten.

Trotz aller Schwächen gibt es Lichtblicke, vor allem durch Michael Rooker, der mit gewohnt rauer Präsenz durch die Story führt. Allerdings irritieren HUD-Elemente wie Lebensbalken über Gegnern, die das typische COD-Gefühl verwässern. Nach der Kampagne landet man direkt im Endgame, einem groß angelegten PvE-Modus für bis zu 32 Spieler, die in Vierertrupps Ziele auf der Avalon-Karte erfüllen. Die Struktur erinnert an einen Mix aus Open-World-Events, Fortschrittsgrind und Gefechten gegen KI-Soldaten, Roboter und Halluzinationen. Die Idee ist solide, aber nicht spielerisch revolutionär.

Für die meisten bleibt der Multiplayer der Hauptgrund, ein neues COD zu kaufen. Black Ops 7 liefert gewohnt schnelle Action mit omnimovement und neu integrierten Wandabsprüngen, die den Flow dynamischer machen. Die Matches sind explosiv, die Time-to-Kill niedrig, die Lernkurve steil. Wer nicht zu den reflexstarken Veteranen gehört, erlebt regelmäßig den bleiernen Bildschirm. Trotzdem fühlt es sich flüssig und kompetent an. Das Problem: Man hat das alles schon gesehen. Black Ops 6 und Black Ops 7 unterscheiden sich im Kern kaum.

Zombies bleibt kultig, chaotisch und suchterzeugend, allerdings ohne nennenswerte Neuerungen. Rätsel, Geheimnisse, Upgrades und natürlich Gobblegums sind dabei. Wie immer steht und fällt der Modus mit dem Team. Mit zufälligen Spielern erlebt man häufig wenig zielgerichtetes Chaos, während organisierte Gruppen das klassische, stundenlange Zombies-Erlebnis genießen können. Der Arcade-Modus bietet verrückte Top-Down-Gefechte oder eine Ego-Perspektive, unzählige Power-ups, Herausforderungen und sogar Seitenscroll-Passagen. Ein gelungener Bonus, der jedoch nichts am Gesamtbild verändert.

Black Ops 7 ist ein überladener, aber technisch hochwertiger Serienvertreter, dem es schlicht an frischen Ideen fehlt. Die Kampagne ist wirr und strukturell problematisch, der Multiplayer stark, aber weitgehend unverändert, Zombies solide, aber ein Fall von déjà-vu. COD liefert hier erneut Masse, aber wenig Reiz. Es ist spielbar, kompetent und teilweise spaßig, doch selten spannend. Wer etwas Neues erwartet, wird enttäuscht. Wer einfach nur mehr COD will, kommt trotzdem auf seine Kosten.

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