Nach allem, was bislang von Yakuza Kiwami 3 zu sehen war, entwickelt sich das Spiel zu einem der bislang ambitioniertesten Remakes der Reihe. Doch wie geht man eigentlich damit um, einen von vielen geliebten PS3-Klassiker neu aufzulegen und gleichzeitig grundlegend zu modernisieren? In einem aktuellen Interview mit Automaton hat Producer und Director Ryosuke Horii genau darüber gesprochen und dabei überraschend offen Einblick in den Entwicklungsprozess gegeben. Laut Horii sei die größte Herausforderung bei einem Remake stets die Frage, wie viel vom Original übernommen werden sollte.
Er erklärt, dass ein Remake schnell mittelmäßig werde, wenn man sich zu stark auf die Vorlage verlasse. Ziel bei Yakuza Kiwami 3 sei es gewesen, das Original zu respektieren, sich aber nicht von ihm einschränken zu lassen. Gerade diese Balance sei entscheidend für die Qualität des Endprodukts. Zwar hat Ryu Ga Gotoku Studio inzwischen reichlich Erfahrung mit Neuauflagen gesammelt, doch Kiwami 3 scheint in vielerlei Hinsicht ein Sonderfall zu sein. Besonders die umfangreichen Neuerungen, darunter die zusätzliche Kampagne Dark Ties, in der Spieler erstmals die Rolle des Antagonisten Mine übernehmen, unterstreichen den hohen Anspruch des Projekts.
Horii macht zudem keinen Hehl daraus, dass Yakuza 3 aus heutiger Sicht problematische Aspekte hat. Er bezeichnet das Original von 2009 als ein Spiel mit vielen rauen Kanten und betont, dass man diese Realität akzeptieren müsse, um ein gutes Remake zu schaffen. Nostalgie dürfe nicht den Blick vernebeln, vielmehr brauche es den Mut, sich gegen idealisierte Erinnerungen zu stellen. Interessant ist auch, dass Kiwami 3 mit dem bislang jüngsten Entwicklerteam in der Geschichte des Studios entsteht. Diese Entscheidung sei bewusst getroffen worden, um bestehende Vorurteile gegenüber dem Original zu vermeiden und einen frischeren Blick auf das Material zu ermöglichen.
Rückblickend beschreibt Horii Yakuza 3 als einen der schwierigsten Teile der gesamten Serie. Vor allem das Kampfsystem mit seinen blockfreudigen Gegnern habe das Spiel unnötig hart gemacht. Genau hier wolle man beim Remake ansetzen und ein deutlich rundereres Spielerlebnis liefern. Abschließend fasst Horii zusammen, dass Yakuza Kiwami 3 kein reines Nostalgieprojekt sei, sondern ein mutiger Versuch, ein wichtiges Kapitel der Serie neu zu interpretieren und an moderne Erwartungen anzupassen. Für Fans bedeutet das: weniger Frust, mehr Feinschliff und trotzdem der Geist des Originals.


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