Borderlands 4 ist ein schwieriges Spiel, wenn es ums Bewerten geht. Wer in Gearbox’ neuestem Loot-Shooter nur eines sucht, kommt voll auf seine Kosten: endlose Feuergefechte, verrückte Waffen und jede Menge Beute. Kaum ein anderes Spiel lässt so viel Chaos auf dem Bildschirm entstehen, und das mit einer solchen Wucht, dass man unweigerlich grinsend weiterkämpft.

Das Spiel beginnt auf dem Gefängnisplaneten Kairos, der vom Diktator Timekeeper beherrscht wird. Statt des bekannten Settings Pandora wartet hier eine offene Welt, die zwar nicht offiziell als solche bezeichnet wird, sich aber genau so anfühlt. Vier Biome gehen nahtlos ineinander über, ergänzt durch Hub-Städte, optionale Nebenmissionen und reaktivierbare Raketen-Silos als Schnellreisepunkte. Obwohl Gearbox zögerte, Borderlands 4 als Open-World-Spiel zu bezeichnen, habe ich keine Bedenken, diesem Spiel dieses Etikett zu geben. Während die Hauptquest Sie durch vier verschiedene Biome führt, ist der Übergang zwischen diesen nahtlos, wodurch sie alle zu einer riesigen Sandbox verschmelzen. Schnellreisepunkte müssen ähnlich wie die Aussichtspunkte in Assassin’s Creed freigeschaltet werden, allerdings reaktiviert man hier Raketensilos, und es gibt eine Fülle von Nebenquests, die man in den Hub-Städten und draußen in der Wildnis annehmen kann.

Das ist ein Open-World-Spiel. Auch wenn es in seiner Umsetzung nicht besonders einfallsreich ist, macht es doch sehr viel Spaß, sich durch die offene Welt von Borderlands 4 zu kämpfen. Ein Fahrzeug kann mit einem einzigen Knopfdruck herbeigerufen werden, was die Fortbewegung unglaublich einfach macht, während die Bösewichte, die wie Schießbuden am Straßenrand über Kairos verstreut sind, nur schwer zu ignorieren sind, wenn man auf einem klapprigen Motorrad mit Zielsuchraketen unterwegs ist. Der Schwerpunkt liegt nicht so sehr auf der Erkundung, natürlich kann man auf Radiosendungen stoßen, die man hacken kann, um ein Minispiel zur Verteidigung gegen eine Angriffswelle auszulösen, oder auf einen Bunker, in dem man nach Beute suchen kann, aber dank einer großzügigen Karten-Benutzeroberfläche hat man fast immer ein klares Ziel vor Augen, auf das man zusteuert. Das Beste an Kairos ist die Art und Weise, wie es präsentiert wird.

Die Kämpfe gehören zu den großen Stärken von Borderlands 4. Das Waffenarsenal ist so überdreht wie eh und je. Neben Standardgewehren finden sich Pistolen, die Bomben beim Nachladen zünden, oder Sturmgewehre, die Raketen abfeuern können. Auch die neue Bewegungsfreiheit durch Doppelsprünge, Gleitfunktion und eine Greifhaken-Mechanik sorgt für spektakuläre Gefechte. Gegner treten in großer Vielfalt auf, vom einfachen Ripper bis hin zu herausfordernden Bossen, die blitzschnelle Reaktionen erfordern. Wenn man in ein Lager von Rippern stürmt – Banditen, die sich ihre Bolzen herausgerissen haben und nun wahnsinnig sind und sie systematisch in Stücke schießt, wird der Dopamin-Knopf so schnell gedrückt, dass man es spielen muss, um es zu glauben. Wenn man bedenkt, dass diese Hochgefühle in Borderlands 4 an der Tagesordnung sind, kann man kaum unterschätzen, wie spannend die Kämpfe sind – was mich daran erinnert, warum ich 60 Stunden in Borderlands 2 versenkt habe, aber Destiny nicht knacken konnte.

Optisch bleibt die Serie ihrem Cel-Shading-Stil treu, setzt aber auf weichere Farbpaletten und mehr Details. Dadurch wirkt Kairos abwechslungsreicher und teils beeindruckend, besonders in späteren kosmischen Schauplätzen. Technisch überzeugt das Spiel, auch wenn manche Gegner im Hauptspiel durch Level-Skalierung zu Kugelschwämmen geraten und die Balance stellenweise unausgewogen wirkt. Weniger glänzt Borderlands 4 in der Story. Der Antagonist Timekeeper bleibt blass und zu distanziert, während seine drei Offiziere mehr Persönlichkeit zeigen. Die Geschichte rund um den Widerstand gegen seine Herrschaft verläuft vorhersehbar und bleibt hinter den humorvollen Einlagen zurück, für die die Reihe bekannt ist. Zwar gibt es gelungene Gags, doch allzu oft verliert sich das Spiel in endlosem Sarkasmus, der große Momente eher entwertet als verstärkt.

Am Ende bleibt Borderlands 4 ein Shooter, der seine größten Stärken voll ausspielt. Kämpfe, Waffenvielfalt und Chaos sind auf höchstem Niveau, doch Story und Charakterzeichnung wirken aus der Zeit gefallen. Wer sich auf das reine Ballern konzentriert, wird begeistert sein. Wer mehr erwartet, wünscht sich jedoch mehr Mut zur Weiterentwicklung.

—— Hinweise & Disclaimer: ——

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Eine Antwort zu „Review: „Borderlands 4“ #Borderlands #2K #Gearbox“

  1. […] gefeierte Adventure-Reihe aus dem Borderlands-Universum verbindet packende Storytelling-Elemente mit dem typischen Humor und der verrückten Welt […]

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