SEGA möchte offenbar noch deutlich mehr seiner bekannten Videospielmarken auf die große und kleine Leinwand bringen. Das japanische Unternehmen hat eine umfangreiche Partnerschaft mit Netflix geschlossen, aus der gleich mehrere Filme und Animationsserien hervorgehen sollen. Zu den ersten bestätigten Projekten gehören Adaptionen von Crazy Taxi, Sonic the Hedgehog und dem kommenden Stranger Than Heaven. Besonders konkret sind bereits die Pläne für Crazy Taxi. Wie Variety berichtet, soll der Arcade-Klassiker als abendfüllender Film umgesetzt werden. Für das Drehbuch wurden Dan Gregor und Doug Mand verpflichtet, die zuletzt unter anderem am 2025 veröffentlichten Reboot von The Naked Gun mit Liam Neeson beteiligt waren. Darüber hinaus sollen Produzenten der erfolgreichen Sonic the Hedgehog-Kinofilme an dem Projekt mitwirken.

Wie genau SEGA und Netflix das rasante Spielprinzip von Crazy Taxi in einen Spielfilm übertragen wollen, ist bislang nicht bekannt. Die ursprüngliche Spielereihe dreht sich um Taxifahrer, die ihre Fahrgäste unter enormem Zeitdruck und mit möglichst spektakulären Manövern ans Ziel bringen müssen. SEGA Head Producer Toru Nakahara verspricht für die Verfilmung entsprechend einen humorvollen und bewusst verrückten Ansatz. Überraschender ist die geplante Verfilmung von Stranger Than Heaven. Das neue Spiel von RGG Studio ist noch gar nicht erschienen und soll erst am 15. Januar 2027 auf den Markt kommen. Dennoch befindet sich bereits eine Filmadaption in Entwicklung. Konkrete Angaben zur Handlung, Besetzung oder den verantwortlichen Filmemachern gibt es bislang allerdings noch nicht.

Netflix Transmedia Vice President Brandon Riegg sieht gerade in etablierten Videospielmarken großes Potenzial für Adaptionen. Erfolgreiche Spiele würden bereits über beliebte Charaktere, bekannte Welten und engagierte Fangemeinschaften verfügen. Mit Crazy Taxi, Sonic und Stranger Than Heaven könne man zudem drei sehr unterschiedliche Bereiche aus der Geschichte von SEGA abdecken und die Marken gleichzeitig einem neuen Publikum vorstellen. Neben den beiden Filmen ist außerdem eine neue Animationsserie rund um Sonic geplant. Einzelheiten zu deren Handlung oder einer möglichen Verbindung zu bereits existierenden Sonic-Produktionen wurden noch nicht genannt. Laut Nakahara soll die neue Umsetzung vor allem die gleichzeitig niedliche und coole Seite des blauen Igels hervorheben. Stranger Than Heaven soll hingegen als kompromissloses Actiondrama umgesetzt werden.

SEGA-Präsident und COO Shuji Utsumi betont, dass die jeweiligen Fangemeinschaften Geschichten verdient hätten, die den besonderen Charakter der einzelnen Spiele respektieren. Die Zusammenarbeit mit Netflix stelle dabei erst den Anfang dessen dar, was aus den ausgewählten Marken entstehen könne. Für SEGA ist der Vorstoß in Film und Fernsehen keineswegs neu. Eine Live-Action-Adaption von Streets of Rage befindet sich ebenfalls weiterhin in Entwicklung. An deren Drehbuch arbeiten unter anderem die Sonic-Autoren Pat Casey und Josh Miller, während Jeymes Samuel, bekannt durch The Harder They Fall und The Book of Clarence, als Regisseur vorgesehen ist.

Darüber hinaus befinden sich bereits Adaptionen von Space Channel 5 und Comix Zone sowie weiteren SEGA-Marken in verschiedenen Entwicklungsstadien. Nach dem großen Kinoerfolg von Sonic scheint SEGA damit zunehmend auf Film- und Serienproduktionen zu setzen, um weitere Marken aus dem umfangreichen eigenen Spielekatalog einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

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