Mit „Manairons“ wagen sich 3Cat und Jandusoft an ein Genre, das auf den ersten Blick vertraut wirkt, bei genauerem Hinsehen aber erstaunlich viel Raum für Eigenständigkeit bietet. Der Titel erscheint heute, am 19. Februar 2026, und ist für den PC sowie weitere Plattformen angekündigt. Getestet wurde für diesen Bericht ein nahezu finaler Presse-Build auf dem PC, der bereits einen sehr guten Eindruck davon vermittelt, wohin die Reise geht. Genretechnisch handelt es sich um ein 3D-Action-Plattformspiel, das klassische Sprungeinlagen mit Rätseln, leichter Action und einem ungewöhnlichen Fokus auf das Zusammenspiel mit kleinen Kreaturen verbindet. Die zentrale Frage, die sich dabei schnell stellt, lautet weniger, ob „Manairons“ Genre-Standards erfüllt, sondern ob es seine eigenwillige Mischung aus Folklore, Plattforming und sanfter Gesellschaftskritik zu einem stimmigen Ganzen formen kann, ohne sich dabei zu verzetteln.

(c) 3Cat, Jandusoft

Die Handlung des Spiels führt in eine bergige Region der Pyrenäen, in der alte Legenden und eine zunehmend industrialisierte Realität aufeinanderprallen. Der Spieler übernimmt die Rolle von Nai, einem sogenannten manairó, der nach Jahrhunderten aus einem magischen Artefakt namens Canut erwacht. Dieses Erwachen ist kein heroischer Moment mit Fanfaren, sondern eher ein leicht verschrobener Startpunkt, der den Ton des Spiels gut einfängt. Befreit wird Nai von einer Hexe, die ihm eine ebenso klare wie ungewöhnliche Aufgabe überträgt: Der Canut muss zurückgeholt werden, denn seine missbräuchliche Nutzung hat das fragile Gleichgewicht der Region ins Wanken gebracht. Verantwortlich dafür ist Llorenç, ein wohlhabender Großgrundbesitzer, der weniger durch Charisma als durch Maschinen und rücksichtslose Effizienz auffällt. Unter seiner Führung wurde das einst ruhige Dorf Vilamont industrialisiert, Läden sind geschlossen, Bewohner ziehen sich zurück, und die Manairons selbst werden zu Arbeitskräften degradiert. Die Geschichte wird ruhig und ohne übermäßige Exposition erzählt, lässt Raum für Interpretation und setzt eher auf Atmosphäre als auf dramatische Wendungen. Dabei schwingt eine nostalgische Note mit, die an Märchen und Legenden erinnert, ohne jemals kitschig zu wirken.

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Im spielerischen Zentrum steht ein Abenteuer in Third-Person-Perspektive, die präzise Sprungpassagen und eine gute Übersicht über das Geschehen erlaubt. Die Steuerung auf dem PC wirkt ausgereift und reaktionsschnell, egal ob mit Tastatur und Maus oder Controller gespielt wird. Kernmechanik ist die Interaktion mit den Manairons selbst: Über eine magische Flöte gibt Nai Melodien vor, mit denen die kleinen Kreaturen befehligt, gelenkt oder zu bestimmten Aktionen animiert werden. Im Grunde also eine Mischung als Ocarina of Time und „Lemmings“…

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Diese Mechanik ist nicht nur thematisch clever eingebettet, sondern auch spielerisch vielseitig. Rätsel basieren häufig darauf, die Manairons an die richtigen Orte zu führen, sie bestimmte Aufgaben ausführen zu lassen oder ihre Fähigkeiten im richtigen Moment zu kombinieren. Daneben gibt es klassische Plattforming-Elemente wie Klettern, Springen und Ausweichen, die präzises Timing erfordern, aber fair bleiben. Der Schwierigkeitsgrad steigt behutsam an und fordert zunehmend ein Verständnis für die Spielmechaniken, ohne den Spieler zu überfordern. Im Genre der 3D-Action-Plattformer ordnet sich „Manairons“ damit eher auf der ruhigen, nachdenklichen Seite ein und erinnert spielerisch stellenweise an Titel, die weniger auf Tempo als auf Ideenreichtum setzen.

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Besonders auffällig ist das Level-Design, das bewusst nicht auf pure Linearität setzt. Zwar folgt der Spieler einer klaren Hauptlinie, doch immer wieder öffnen sich kleinere Areale, optionale Wege und versteckte Passagen, die zum Erkunden einladen. Diese Abzweigungen sind selten Selbstzweck, sondern belohnen Neugier mit zusätzlichen Rätseln, kleinen Geschichten oder einfach dem Gefühl, einen abgelegenen Winkel dieser Welt entdeckt zu haben. Kämpfe spielen eine untergeordnete Rolle, sind aber vorhanden und meist eng mit den Plattform- und Rätselmechaniken verwoben. Statt reflexlastiger Action geht es hier darum, die Umgebung zu lesen und die Fähigkeiten der Manairons sinnvoll einzusetzen. Dadurch entsteht ein Spielrhythmus, der angenehm entschleunigt wirkt und gut zur erzählten Geschichte passt.

(c) 3Cat, Jandusoft

Die grafische Präsentation des Spiels setzt auf einen stilisierten, klaren Look, der bewusst auf übertriebene Effekte verzichtet. Die Pyrenäen-Landschaft wird mit erdigen Farben, sanften Lichtstimmungen und einer gewissen Rauheit dargestellt, die sowohl Naturverbundenheit als auch industrielle Eingriffe sichtbar macht. Gebäude, Maschinen und Landschaften wirken wie aus einem Guss und tragen viel zur Glaubwürdigkeit der Spielwelt bei. Technisch zeigte sich der nahezu finale PC-Build stabil, mit konstanten Bildraten und kurzen Ladezeiten. Die Auflösung lässt sich flexibel anpassen, und auch auf mittleren Systemen lief das Spiel problemlos.

(c) 3Cat, Jandusoft

Der Soundtrack bleibt meist dezent im Hintergrund, greift folkloristische Motive auf, ohne sie plakativ auszuspielen, und verstärkt so subtil die Stimmung. Soundeffekte, insbesondere bei der Nutzung der Flöte und der Interaktion mit den Manairons, sind klar und tragen dazu bei, die Spielmechaniken akustisch verständlich zu machen.

(c) 3Cat, Jandusoft

Hinter der Entwicklung des Spiels steht das Studio 3Cat, das sich mit dem Projekt bewusst auf kulturelle Einflüsse aus seiner Heimatregion stützt, diese aber nicht in den Vordergrund drängt. Statt offensiver Referenzen sind es kleine Details, Namen, Motive und Stimmungen, die der Welt ihre Identität verleihen. Jandusoft tritt als Publisher erneut als Unterstützer eines kreativen Indie-Projekts auf und liefert damit einen weiteren Beweis für seine Ausrichtung auf ungewöhnliche, aber sorgfältig produzierte Titel. Im Kontext früherer Veröffentlichungen beider Partner wirkt „Manairons“ wie ein Schritt nach vorne: ambitionierter, größer gedacht, aber weiterhin klar der Idee verpflichtet, Spieler nicht mit Systemen zu überladen, sondern sie in eine stimmige Welt einzuladen.

(c) 3Cat, Jandusoft

Insgesamt hatte ich wirklich viel Spaß mit „Manairons“ und auch wenn es sich bei der getesteten Version noch um eine Vorabversion mit fast finalen Build handelte, bot auch diese Version bereits ein sehr rundes Spielerlebnis. Kleinere technische oder spielerische Feinjustierungen mögen bis zum Release noch erfolgen, doch Fundament und Ausrichtung sind klar erkennbar. Das Spiel richtet sich an Spieler, die Freude an 3D-Plattformern mit Atmosphäre haben, an Rätseln, die Nachdenken statt Reflexe verlangen, und an Welten, die leise erzählen. Wer hier mit der Erwartung an reine Action oder Dauerbeschallung herangeht, wird möglicherweise enttäuscht sein. Wer sich jedoch auf Tempo, Tonfall und Eigenheiten einlässt, findet ein Spiel, das bewusst anders wirken möchte, ohne aufgesetzt zu sein. „Manairons“ ist damit ein Titel, der weniger laut um Aufmerksamkeit bittet, sondern darauf vertraut, dass interessierte Spieler ihn selbst entdecken – und genau darin liegt ein großer Teil seines Charmes.

Entwickler: 3Cat

Publisher: Jandusoft

Erhältlich auf: PC

Getestet auf: PC

NB@19.02.2026

——— Hinweise & Disclaimer: ———

Zur Erstellung dieses Reviews wurde uns vom Publisher ein unentgeltlicher Key für das Spiel zur Verfügung gestellt.

Wir danken vielmals für die Unterstützung, weisen aber darauf hin, dass dieser Umstand keine Auswirkung auf unsere Bewertung hat!

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