Wenn Museum auf Zoo trifft, ist das Thema der neuen großen Erweiterung für „Two Point Museum„. Die Erweiterung setzt dabei das Hauptspiel voraus und erweitert dessen Mischung aus humorvoller Aufbau-Simulation und Managementstrategie um ein neues Thema: Wildtierpflege und Naturausstellungen. Damit stellt sich eine interessante Frage: Kann die Reihe ihre typische Mischung aus satirischem Ton und komplexem Management auch auf ein eher naturbezogenes Setting übertragen, ohne ihren spielerischen Kern zu verlieren?

Die Handlung von „Zooseum“ bleibt, typisch für die Two Point-Reihe, bewusst locker und eher als Rahmen für die Spielmechanik gedacht. Im Mittelpunkt steht ein neues Museumsgelände im idyllischen Silverbottom Park. Dieses Gelände wurde vom exzentrischen Mäzen Wiggy Silverbottom zur Verfügung gestellt, einem in der Spielwelt bekannten Kudoshillionär. Sein Anwesen dient nun als eine Art öffentlich zugängliche Auffangstation für Tiere. Spieler übernehmen die Rolle eines Kurators, der nicht nur klassische Museumsaufgaben erfüllt, sondern gleichzeitig eine Einrichtung betreibt, in der Wildtiere aufgenommen, gepflegt und später wieder ausgewildert werden.

(c) Two Point Studios, SEGA

Dabei entwickelt sich die Kampagne um eine Reihe von Ausstellungen, Expeditionen und organisatorischen Herausforderungen. Neue Tierarten müssen entdeckt, ihre Bedürfnisse verstanden und geeignete Lebensräume gestaltet werden. Gleichzeitig bleibt der typische Humor der Reihe präsent: Beschreibungen der Exponate, Besucherreaktionen und zahlreiche kleine Details sorgen dafür, dass das Setting nie zu ernst wirkt. Die Spielwelt bleibt damit eine charmante Karikatur moderner Freizeitkultur, in der wissenschaftliche Bildung, Unterhaltung und wirtschaftlicher Erfolg eng miteinander verwoben sind.

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Spielerisch bleibt „Zooseum“ fest im bekannten Fundament des Hauptspiels verankert. Das Spiel wird aus einer frei drehbaren isometrischen Perspektive gesteuert, die einen umfassenden Überblick über das eigene Museumsgelände ermöglicht. Der Kern des Gameplays besteht weiterhin darin, Ausstellungsbereiche zu planen, Räume effizient zu platzieren, Personal einzustellen und die Zufriedenheit der Besucher im Auge zu behalten.

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Der DLC erweitert diese Struktur um eine Reihe neuer Systeme. Eine zentrale Rolle spielen die sogenannten Wildlife Experts – neue Spezialisten, die sich um Tiere kümmern, sie pflegen und auf ihre Rückkehr in die Wildnis vorbereiten. Zusätzlich führen zwei neue Raumtypen die entsprechenden Managementaufgaben ein: Habitat-Gehege für größere Tiere sowie Einrichtungen zur Betreuung und Rehabilitation. Spieler müssen also nicht nur Ausstellungsstücke präsentieren, sondern auch funktionierende Lebensräume erschaffen.

(c) Two Point Studios, SEGA

Ein weiteres wichtiges Element ist die neue Expeditionskarte namens Farflung Isles. Hier entsendet man Expeditionsteams, um neue Tiere zu entdecken und in das Museum zu bringen. Dieses System erinnert an frühere Expeditionen im Hauptspiel, erhält aber durch die Tierpflege eine zusätzliche Ebene. Viele der über vierzig neuen Exponate sind lebende Kreaturen, deren Bedürfnisse sorgfältig überwacht werden müssen. Temperatur, Umgebung und Platzbedarf spielen eine größere Rolle als bei klassischen Museumsstücken.

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Der Spielablauf bleibt dabei angenehm zugänglich. Ein strukturierter Kampagnenmodus mit einem Fünf-Sterne-Bewertungssystem führt Schritt für Schritt durch die Mechaniken. Jede Sternenstufe bringt neue Ziele, etwa steigende Besucherzahlen, spezifische Tierexponate oder optimierte Museumsabläufe. Gleichzeitig können Spieler das neue Gelände auch im Sandbox-Modus frei gestalten, was besonders für kreative Baumeister interessant ist.

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Im Vergleich zum Hauptspiel wirkt „Zooseum“ wie eine natürliche Erweiterung der bestehenden Systeme. Die Grundprinzipien bleiben vertraut, doch die zusätzlichen Anforderungen rund um Tierpflege und Habitatgestaltung sorgen für neue strategische Entscheidungen. Besonders im späteren Verlauf können Platzmanagement und Personalplanung deutlich komplexer werden, da unterschiedliche Tiere unterschiedliche Anforderungen an ihre Umgebung stellen.

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Optisch bleibt der DLC dem charakteristischen Stil der Reihe treu. Die Spielwelt präsentiert sich weiterhin in einem bunten, leicht karikaturhaften Look mit überzeichneten Figuren und liebevoll gestalteten Details. Die neuen Tiergehege und Ausstellungsbereiche bringen frische visuelle Elemente ins Spiel. Pflanzenreiche Lebensräume, Terrarien und thematische Dekorationen erweitern die Gestaltungsmöglichkeiten deutlich.

(c) Two Point Studios, SEGA

Auch die Tiermodelle selbst tragen zur Atmosphäre bei. Sie sind bewusst stilisiert, passen sich aber gut in den bekannten Grafikstil ein. Statt realistischer Simulation setzt das Spiel weiterhin auf charmante Übertreibung und humorvolle Designs. Dadurch wirkt das „Zooseum“ eher wie eine verspielte Interpretation eines Naturparks als eine strenge wissenschaftliche Einrichtung.

(c) Two Point Studios, SEGA

Technisch präsentiert sich die Erweiterung stabil. Auf moderner Hardware läuft das Spiel flüssig, selbst bei größeren Museumsanlagen mit vielen Besuchern. Auf Konsolen wie der PlayStation 5 bleibt die Steuerung mit Controller weiterhin gut umgesetzt, auch wenn die komplexen Menüs gelegentlich etwas Eingewöhnung verlangen. Grundsätzlich bleibt die Performance auf einem soliden Niveau, wobei sehr große Anlagen – wie schon im Hauptspiel – eine gewisse Belastung darstellen können.

(c) Two Point Studios, SEGA

Die Soundkulisse fügt sich ebenfalls nahtlos in das bekannte Gesamtbild ein. Die Musik bleibt leicht und verspielt, während Besucherkommentare, Tiergeräusche und Umgebungsgeräusche für eine lebendige Atmosphäre sorgen. Besonders die humorvollen Radiokommentare, ein Markenzeichen der Reihe, tragen erneut zum satirischen Ton des Spiels bei.

(c) Two Point Studios, SEGA

Als Erweiterung fügt sich der DLC klar in die Entwicklung der Reihe ein. Two Point Studios, gegründet von ehemaligen Entwicklern der klassischen „Theme“-Reihe, hat sich seit „Two Point Hospital“ darauf spezialisiert, klassische Managementsimulationen in modernisierter Form neu zu interpretieren. Nach „Two Point Hospital“ und „Two Point Campus“ stellt „Two Point Museum“ den nächsten Schritt dieser Designphilosophie dar.

(c) Two Point Studios, SEGA

Insgesamt wirkt „Two Point Museum: Zooseum“ wie eine sinnvolle Erweiterung eines ohnehin vielseitigen Aufbauspiels. Der DLC bringt neue Themen, zusätzliche Spielmechaniken und ein weiteres Kampagnengebiet, ohne den Kern der Reihe zu verändern. Fans des Hauptspiels erhalten damit eine Erweiterung, die vertraute Elemente mit neuen Herausforderungen kombiniert. Für Spieler, die Freude an kreativen Aufbauspielen, humorvoller Präsentation und leicht zugänglichem Management haben, dürfte das „Zooseum“ eine interessante Ergänzung darstellen. Gleichzeitig bleibt es stark mit dem Hauptspiel verbunden – wer bereits Spaß daran hatte, ein Museum zu betreiben, wird hier eine neue Spielwiese entdecken, die den bestehenden Ideen zusätzliche Facetten verleiht.

Entwickler: Two Point Studios

Publisher: SEGA

Erhältlich auf: PC, PS5, Xbox Series X/S, Switch 2

Getestet auf: PS5

NB@18.03.2026

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