Mit „R-Type Dimensions III“ kehrt eine der traditionsreichsten Shoot-’em-up-Reihen der Videospielgeschichte zurück. Dabei handelt es sich nicht um einen völlig neuen Serienteil, sondern um eine umfassende Neuinterpretation von „R-Type III: The Third Lightning“, das ursprünglich 1993 auf dem Super Nintendo veröffentlicht wurde. Die zentrale Frage lautet dabei unweigerlich: Gelingt es dieser Neuauflage, einen der bekanntesten Genreklassiker für ein modernes Publikum aufzubereiten, ohne die Seele des Originals zu verlieren?

(c) KRITZELKRATZ 3000, ININ

Die Handlung bleibt bewusst schlicht und dient vor allem als Rahmen für das eigentliche Geschehen. Erneut sieht sich die Menschheit mit dem biomechanischen Imperium der Bydo konfrontiert, einer außer Kontrolle geratenen Bedrohung, die ganze Welten verschlingen kann. Als Pilot des Raumjägers R-90 Ragnarok macht sich der Spieler auf den Weg in feindliches Territorium, um die Invasion aufzuhalten und den Ursprung der Gefahr zu vernichten. Wie schon in den klassischen Teilen stehen nicht Charakterentwicklung oder umfangreiche Dialoge im Mittelpunkt, sondern das Gefühl, als letzter Hoffnungsträger gegen eine scheinbar übermächtige Macht anzutreten. Die düsteren Alien-Landschaften, grotesken Gegnerdesigns und die beklemmende Science-Fiction-Atmosphäre erinnern an jene Zeit, in der Shoot-’em-ups ihre Geschichten hauptsächlich über Bilder und Kulissen erzählten.

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Spielerisch präsentiert sich die Neuauflage als klassischer Side-Scrolling-Shooter. Das eigene Raumschiff bewegt sich horizontal durch die einzelnen Abschnitte, während Gegnerformationen, Hindernisse und Bossgegner den Bildschirm füllen. Herzstück bleibt das bekannte Force-System. Die abkoppelbare Energiekapsel dient sowohl als Waffe als auch als Schutzschild und eröffnet zahlreiche taktische Möglichkeiten. Wer die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten beherrscht, kann Gegner aus ungewöhnlichen Winkeln angreifen oder sich in hektischen Situationen zusätzliche Verteidigung verschaffen.

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Das Leveldesign folgt dem traditionellen Ansatz der Reihe. Statt auf Zufall oder dynamische Systeme zu setzen, verlangen die Abschnitte präzise Planung und das Auswendiglernen bestimmter Situationen. Viele Passagen wirken beinahe wie Rätsel, bei denen weniger die Reaktionsgeschwindigkeit als vielmehr das Verständnis der Gegnerwellen und Levelstrukturen über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Genau dieser Ansatz machte die Serie bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren einzigartig und unterscheidet sie bis heute von Vertretern wie „Gradius“ oder modernen Bullet-Hell-Shootern.

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Positiv fallen die zahlreichen Komfortfunktionen auf. Anpassbare Steuerungen, verschiedene Darstellungsoptionen, ein lokaler Koop-Modus und Hilfsmechaniken wie der Infinite Mode machen den Einstieg deutlich zugänglicher als früher. Gerade neue Spieler erhalten dadurch die Möglichkeit, die Kampagne kennenzulernen, ohne permanent an den hohen Anforderungen klassischer Arcade-Shooter zu scheitern. Gleichzeitig bleibt genügend Herausforderung erhalten, um auch erfahrene Genre-Fans zu beschäftigen.

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Allerdings kommt man nicht daran vorbei, einige der Probleme anzusprechen, die seit der Veröffentlichung diskutiert werden. Vor allem Ungenauigkeiten bei Kollisionsabfragen sowie Unterschiede zwischen den sichtbaren Modellen und den tatsächlichen Trefferzonen sorgen gelegentlich für Frust. Gerade bei einem Spiel, dessen Reiz auf Präzision und fairen Herausforderungen basiert, fallen solche Schwächen stärker ins Gewicht als in vielen anderen Genres. Entsprechend gemischt fielen die Reaktionen langjähriger Fans aus.

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Optisch verfolgt das Remake einen ähnlichen Ansatz wie die vorherigen Dimensions-Veröffentlichungen. Die ursprüngliche Pixelgrafik wurde durch vollständig rekonstruierte 3D-Modelle ersetzt, während Gegner, Bosse und Umgebungen ihren hohen Wiedererkennungswert behalten. Besonders die gigantischen Bossgegner profitieren von der modernen Darstellung und wirken heute noch ebenso eindrucksvoll wie zu Zeiten des Originals.

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Die musikalische Untermalung wurde ebenfalls überarbeitet. Klassische Stücke wurden neu arrangiert und können alternativ zu den Originalversionen genutzt werden. Dadurch entsteht eine gelungene Mischung aus Nostalgie und Modernisierung. Auch die Soundeffekte transportieren die typische Arcade-Atmosphäre überzeugend und tragen maßgeblich zum Charakter des Spiels bei.

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Als Remake orientiert sich das Abenteuer eng an seiner Vorlage. Die größten Veränderungen liegen in der audiovisuellen Präsentation und den modernen Komfortfunktionen, während Struktur und Spielablauf weitgehend unangetastet bleiben. Genau darin liegt zugleich die größte Stärke und die größte Herausforderung des Projekts. Fans erhalten eine zeitgemäße Neuauflage eines Klassikers, doch jede noch so kleine Veränderung wird zwangsläufig mit dem Original verglichen. Technische Ungenauigkeiten fallen dadurch besonders stark auf und werden von Veteranen entsprechend kritisch betrachtet.

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KRITZELKRATZ 3000 ist ein vergleichsweise junges Entwicklerstudio, das mit diesem Projekt die Aufgabe übernommen hat, einen der bekanntesten Namen des Shoot-’em-up-Genres neu zu interpretieren. Unterstützt wurde das Team dabei von ININ, einem Publisher, der sich in den vergangenen Jahren zunehmend auf Neuauflagen, Remaster und die Wiederbelebung klassischer Marken spezialisiert hat. Die Entscheidung, „R-Type III“ in modernisierter Form zurückzubringen, passt daher gut zur bisherigen Ausrichtung des Unternehmens.

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Am Ende lebt das Spiel vor allem von den Qualitäten seiner Vorlage. Das durchdachte Force-System, die kreativen Gegnerdesigns und die dichte Science-Fiction-Atmosphäre funktionieren auch mehr als drei Jahrzehnte nach dem ursprünglichen Release noch erstaunlich gut. Gleichzeitig zeigt die Neuauflage, wie schwierig der Spagat zwischen Nostalgie und Modernisierung sein kann.

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Wer klassische Arcade-Shooter liebt und Freude daran hat, anspruchsvolle Levels Stück für Stück zu meistern, findet hier viele jener Stärken, die die Reihe einst berühmt gemacht haben. Trotz einiger diskutierter Schwächen bleibt die Rückkehr dieses Shoot-’em-up-Klassikers ein interessantes Kapitel für Fans des Genres und eine Gelegenheit, einen wichtigen Vertreter der Arcade-Geschichte in moderner Form neu zu erleben.

Entwickler: KRITZELKRATZ 3000

Publisher: ININ

Erhältlich auf: PC, PS5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch, Nintendo Switch 2

Getestet auf: Nintendo Switch 2

NB@11.06.2026

——— Hinweise & Disclaimer: ———


Zur Erstellung dieses Reviews wurde uns vom Publisher ein unentgeltlicher Key für das Spiel zur Verfügung gestellt. Wir danken vielmals für die Unterstützung, weisen aber darauf hin, dass dieser Umstand keine Auswirkung auf unsere Bewertung hat!

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