Lange vor „Dark Souls“ und ähnlichen Hardcore-Spielerfahrungen, bei denen der plötzliche Bildschirmtod jederzeit und unerbittlich dem Können der Spieler entgegensteht, gab es in den 80er Jahre bereits „Dragon’s Lair“, eine ähnliche Erfahrung.

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Das 1983 in den Spielhallen der Welt veröffentlichte Spiel auf der Basis eines interaktiven Zeichentrickfilms aus der Feder vom Disney Zeichner und „Feivel, der Mauswanderer“-Schöpfer Don Bluth. Die Zeichentrick-Grafik war damals, wie heute eigentlich auch noch, revolutionär. Das Spiel handelt vom Ritter „Dirk the Daring“, dessen Aufgabe es ist Prinzessin Daphne aus den Fängen des Drachen Singe zu befreien, wobei sich ihn auch der Zauberer Mordroc, der Fledermaus-König und ein verzaubertes Schloss mit allerlei Gefahren in den Weg stellen.

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Das Spiel war genaugenommen ein interaktiver Film, bei dem der Spieler Aktionen, durch zeitsensitives Drücken von unterschiedlichen Tasten, hervorrief, was mit ähnlich wie unsere heute gängigen Quick-Time-Events ablief. Einziger Unterschied dazu war, dass es keine Einblendung gab, was zu drücken ist, um die Sequenz zu überleben, was in der Regel zum vorzeitigen Ableben von Dirk und dem Neustart der Sequenz führte.

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Insgesamt hat das Spiel weniger als 30 Minuten an Zeichentrickmaterial, weiß aber auch heute noch hartgesottene Spieler über Stunden zu beschäftigen…

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Neben der beeindruckenden Version für die Spielhalle gab es auch Umsetzungen für die gängigen Heimkonsolen. Vielen ist wahrscheinlich die überaus schlechte NES-Version bekannt, der der „Angry Video Game Nerd“ auch eine Episode gewidmet hat. Zusätzlich gab es allerdings auch eine Version für das Super Nintendo und eine für das Sega Mega Drive. Lediglich das Port für das Mega Drive, das im Jahr 1993 von Taito für Sega umgesetzt, aber auf Grund der Einstellung des Mega Drive im gleichen Jahr nicht mehr veröffentlicht wurde hat erst Jahre später seinen Weg ins Internet und in den letzten Jahren auch auf Module gefunden.

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Da das Mega Drive eine sehr viel schwächere Hardware aufweist, wie die Spielhallen, versteht sich von selbst, dass es sich um ein grundlegendes unterschiedliches Spiel handelt. Der interaktive Film ist einem Sidescroller/Jump n Run gewichen, der sich aber durch wirklich gute Animationen auszeichnet. Allem Anschein nach hatte die Programmierer von Taito hier Unterstützung durch das Produktionsteam des Arcade-Titels.

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Storytechnisch läuft das Mega Drive-Spiel, obwohl dem Spiel der Untertitel „The Adventure continues“ verpasst wurde, was eigentlich auf eine Fortsetzung schließen lässt,  identisch wie die Arcade-Fassung ab: Wir spielen ebenfalls Ritter Dirk, der sich durch das feindliche Schloss kämpft um die schöne Prinzessin Daphne zu retten. Dabei verfügen wir über zwei unterschiedliche Angriffe (Fern- und Nahkampf) und müssen uns durch insgesamt 24 Level kämpfen. Die Level unterscheiden sich dabei vom Setting stark voneinander und warten neben der veränderten Optik auch mit unterschiedliche Gefahren und Gegnern auf, wobei das Ziel in jedem Level immer dasselbe ist: Überleben und die Ausgang aus dem Level finden. Grafisch ist das Spiel sehr ansprechend, wenn auch spielerisch natürlich nicht besonders aufwendig. Lediglich die Steuerung von Dirk könnte etwas präziser sein, denn Dirk regiert durch die aufwendigen Animationen leicht verzögert, was während dem Spielen zu dem ein oder anderen unfreiwilligen Ableben geführt hat.

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Auch wenn sich das Spiel grundsätzlich sehr vom Vorbild unterscheidet macht es wirklich Spaß und ist durchaus fordernd, wenn auch nicht so unerbittlich wie die Arcade-Version, denn Dirk hat diesmal immerhin einen Lebensbalken und kann mehr als einen Treffer einstecken.

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NB@18.01.2017