PS4 Review: "Knightin'+" #Knightinplus

Zu den Hobbies eines Ritters gehört anscheinend das „Rittern“, zumindest, wenn man nach dem aktuellen Spiel „Knightin‘+“ geht, das der spanische Publisher Ratalaika Games auf diverse Konsolen portiert hat. Wie man es von den Spielen von Ratalaika Games mittlerweile gewohnt ist, hat das Spiel eine überaus leichte Trophäenliste und kommt auf den Sony-Plattformen auch wieder im Cross-Buy. Dort bekommt man für einen Preis die Versionen für PS4 und PS Vita im Doppelpack, die sich allerdings inhaltlich nicht weiter unterscheiden. Ob das Spiel auch abseits dieser Vorzüge überzeugen kann, sagt euch mein Review.

Wir steuern die Ritter Sir Lootalot, der nichts lieber hat, als Schätze (= Loot). Um diese zu bekommen ist ihm auch kein Aufwand zu hoch und so zieht er sogar in den Kampf, ohne besonders gut ausgerüstet zu sein und stützt sich in mehrere Dungeons auf der Suche nach dem großen Gewinn. Dabei bedient man sich dem Grundgerüst der Dungeons aus Zelda, wobei man aber keine Oberwelt hat, durch die man navigiert, sondern die Dungeons über einen Map-Screen auswählt. Es stehen mehrere umfangreiche Dungeons zur Verfügung, die nach einander freigeschaltet werden und sich grafisch, wie auch spielerisch von den anderen abheben. In jedem der Dungeons finden wir neue Gegner, neues Loot und auch einen Boss am Ende.

Auch wenn das Spiel technisch auf Grund seiner Retro-Pixeloptik keine der modernen Konsolen in die Knie bringt, so muss dennoch erwähnt werden, wie detailverliebt die Dungeons und die Spieltechnik ausgefallen sind. So hat man das von Zelda populär-gemachte Scrollen des Bildschirms, wenn man zum nächsten geht fast 1:1 übernommen, was eine mehr als schöne Referenz ist, auch wenn es damals eigentlich nur implementiert wurde, um die Ressourcen der Konsole zu schonen. Und auch die allgemeine Grafik kann sich mehr als sehen lassen. Die Charakter und Gegnersprites sind gut animiert, haben jeweils unterschiedliche Animationszyklen und es ist geradezu erfrischend, dass man obgleich des klassischen Fantasy-Settings größtenteils auf generische Gegner, wie andere Ritter und Skelette und Fledermäuse verzichtet hat.

Stattdessen gibt es mehr phantastische Kreaturen, die jeweils mit ihren eigenen Angriffspattern daherkommen und eine eigene Herangehensweise vom Spieler erfordern. Dazu hebt sich jeder Dungeon optisch vom nächsten ab, die unterschiedlichen Kampf-Moves haben jeweils ihre eigenen Animationszyklen und die Bosse sind teilweise ziemlich eklig. Wir sehen das Geschehen dabei aus eine Top-Down-Ansicht und steuern unseren tapferen Ritter durch die mehrstufigen Dungeons. Dabei decken wir nach und nach die Karte auf, finden Schätze, schalten Gegner aus und lüften auch das ein oder andere Geheimnis, bis wir dem Boss gegenüberstehen. Besonders die Rätsel können sich dabei sehen lassen, denn auch wenn es manchmal ausreicht einen versteckten Schüssel zu finden, oder Schalter in einer bestimmten Reihenfolge umzulegen, so gibt es sogar recht anspruchsvolle Schieberätsel, die mich stark an „Sokoban“, ein Spiel aus meiner Jugend erinnert haben.  

Im Spielverlauf schalten wir zusätzlich unterschiedliche Waffen und Upgrades frei, die unseren Ritter von einem schwachen Tölpel zum Meisterritter aufsteigen lassen. Die neuen Mechaniken werden dabei gut in den natürlichen Progress des Spiels implementiert und schaffen es das teilweise von Natur aus repetitive Spielprinzip dennoch frisch zu halten. Auch Trophäenseitig kann sich das Spiel durchaus sehen lassen, denn es gibt 16 Trophäen (0 x Bronze, 5 x Silber, 10 x Gold, 1 x Platin) zu verdienen, was auf der Xbox One 1000GS entspricht. Auf den Sony-Plattformen kommt das Spiel dabei im Cross-Buy mit zwei inhaltlich identischen, aber separaten Trophäenlisten daher. Man bekommt also zwei Platins zum Preis von einer.

Insgesamt macht das Spiel fast alles richtig, für das was es ist. Es bietet kurzweilige Unterhaltung und an einigen Stellen auch die notwendige Herausforderung, sei es durch clevere Rätsel oder durch Bosse. Allerdings hätte man sowohl vom Umfang her, wie auch von der Geschichte noch etwas mehr draufsetzen können. So beginnt die Geschichte anfänglich mit einer erfrischenden Prise Meta-Kommentar, was sich schon im Namen des Hauptcharakters zeigt, doch danach ist von der Geschichte im Grunde nichts mehr zu spüren, bis man am Ende angelangt ist. Hier hätte ein wenig mehr nicht wehgetan. Gleiches gilt für den Umfang, denn nach knapp 2-3 Stunden ist auch alles wieder vorbei und wenn man die Dungeons erst einmal komplett durchgespielt hat und alle Geheimnisse aufgedeckt wurden, was man jederzeit in Form einer Statistik in der Levelauswahl einsehen kann, gibt es eigentlich keine Motivation irgendwie weiterzumachen, da man alles gesehen hat. Zwar muss man solche Indies immer im Kontext dazu sehen, was sie sind, doch gerade wenn ein Spiel so viel Potential hat, ist es schade, wenn nicht mehr daraus wird, als eine leichte Platin…

Entwickler:      Muzt Die Studios

Publisher:       Ratalaika Games

Erhältlich auf: PS4, PS Vita, Xbox One, Nintendo Switch

NB@09.04.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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