Switch Review: „Zombie Army 4: Dead War“ #ZombieArmy4 #SniperElite

Vor etwas über zwei Jahren ist „Zombie Army 4: Dead War“ auf diversen Plattformen erschienen, um nun noch seinen Einstand auf Nintendo’s Hybrid-Konsole zu geben, wo ich mir das Spiel nochmal angesehen habe, das mir abermals dankenswerterweise unentgeltlich für mein Review zur Verfügung gestellt wurde. Einen Einfluss hat dieser Umstand aber selbstverständlich nicht auf meine Bewertung. Wir werden also gemeinsam herausfinden, ob sich diese Version mit den anderen Veröffentlichungen messen kann, oder ob es nur ein seelenloser Port auf eine schwächere Hardware ist… Doch bevor wir tiefer in das Spiel einsteigen, was ist die Zombie Army-Reihe eigentlich? – Hat der „große Bruder“, die Sniper Elite-Reihe noch Ansprüche an Realismus und taktisches Vorgehen, was sich unter anderem dadurch zeigt, dass man beim Feuern des Scharfschützengewehrs sowohl die physikalischen Gesetze und äußere Bedingungen mit einfließen lassen muss, so entfernt sich die Spin-off-Reihe Zombie Army von den meisten Punkten und rückt dafür die Action in den Vordergrund. – Und das zugegebenermaßen schon relativ erfolgreich, denn sind die ersten beiden Teile der Reihe noch mit dem Sniper Elite-Branding erschienen, so ist die Reihe seit dem dritten Teil unter eigener Flagge unterwegs. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass die Reihen nichts mehr miteinander gemein haben, denn immerhin können wir sogar den gleichen Hauptcharakter spielen und auch die Scharfschützenmechanik ist nahezu 1:1 übernommen, doch abseits davon setzt man eher auf trashigen „Grindhouse“-Flair und Zombies. Und nicht nur irgendwelche Zombies, denn das kann ja jeder, sondern Nazi-Zombies bedrohen die einst friedliche Welt!

Die Prämisse ist gewohnt abstrus, aber erzählt glaubwürdig einen alternativen Verlauf der Geschichte. Denn als 1945 die Alliierten den Führerbunker immer weiter einkreisten und die Bombeneinschläge immer lauter wurden sah Adolf Hitler, der Diktator des Dritten Reichs nur eine letzte Möglichkeit das Ruder noch herum zu reißen, indem er die Mächte der Hölle bemüht und eine Armee von Untoten beschwört, die Europa in Windeseile überrennen. Die wenigen Überlebenden organisieren sich im Wiederstand, obwohl sie gegen die Übermacht auf verlorenem Posten zu kämpfen scheinen. Dennoch schaffen sie es am Ende Hitler, der mittlerweile selbst zum Zombie mutiert ist, ein für alle Mal in die Tiefen der Hölle zu verbannen. Doch der Kampf ist nicht vorbei und so müssen wir im vierten Teil der Reihe versuchen im erbitterten Kampf zwischen Menschen und Zombies irgendwie wieder die Oberhand zu gewinnen, was leichter gesagt, als getan ist, denn eine böse Macht im Hintergrund hat noch nicht genug und setzt alles daran uns mit neuen Gegnern und unendlichen Horden Untoter zurückzudrängen… Die Geschichte ist also wirklich „speziell“, nimmt sich zu keinem Zeitpunkt ernst und wartet, auch wenn sie stellenweise recht vorhersehbar ist, auch immer wieder mit Überraschungen und abgedrehten Ideen auf, die wahrscheinlich niemand kommen sieht. Oder hat jemand von euch schon mal gegen einen Zombie-Panzer gekämpft?

Spielerisch bedient man sich zum einem dem Grundgerüst der Serie, in Form der Engine vom 2017 erschienenen „Sniper Elite 4“, doch lässt zusätzlich Erfahrungen vom Multiplayer-Abenteuer „Strange Brigade“ einfließen, die dafür sorgen, dass sich die Serie in einigen Punkt wirklich gelungen weiterentwickelt, seine Areale offener präsentiert und gerade im optionalen Co-Op mehr Möglichkeiten eröffnet, den man mit bis zu vier Spielern spielen kann. So kann man zwar mit derselben Scharfschützen-Mechanik, wie im Hauptspiel zu snipern, doch große Teile des Spiels sind nicht darauf ausgelegt. Immer wieder werden wir in Arenen gepackt, in denen wir entweder alle Gegner ausschalten, oder eine bestimmte Aufgabe erledigen müssen, die sich vom Stealth-fokussierenden Ansatz der Hauptserie entfernt. Und das klappt dafür auch noch richtig gut, denn man hat sowohl das Waffenarsenal durch Perks und Verbesserungen aufgebohrt, sondern gerade in den offeneren Arenen kann man durch den geschickten Einsatz von Fallen oder Arbeitsteilung mit Co-Op-Partnern ein neues Spielgefühl schaffen. Zwar bringt das stellenweise auch den Nachteil mit sich, dass man es im Co-Op etwas zu leicht und dafür Solo etwas zu schwer hat, doch das divergierende Spielprinzip überzeugt dennoch mehr, als die „schlauchigeren“ Abschnitte in den Vorgängern. Neu ist dabei ebenfalls, dass es nun auch in den Arenen aktivierbare Gefahren gibt, die man verwenden kann, um größere Gruppen von Untoten auf einmal auszuschalten. Wer „Strange Brigade“ gespielt hat, dem wird das sehr bekannt vorkommen, denn dort haben ähnliche Mechaniken Anwendung gefunden. Besonders cool fand ich dabei einen toten Riesenhai, den man durch eine Turbine kurzzeitig über Stromstöße dazu bringen konnte zu bewegen und Zombies in der Nähe auszuschalten. Generell sollte man dabei aber aufpassen, dass man nicht selbst oder Co-Op-Partner in der Gefahrenzone sind, denn menschliche Spieler können davon ebenfalls erfasst werden.

Neben den charakteristischen Schafschützengewehren stehen übrigens auch ein großes Arsenal an weiteren Waffen zur Verfügung, die man entweder versteckt in den Levels finden kann, oder von Gegner aufsammelt. Diese lassen sich dann in den Speicherräumen, die als Übergang zwischen den Kapiteln fungieren, komplett modifizieren und personalisieren. Dabei reichen die Upgrades von unterschiedlichen Paintjobs, vergrößerten Magazinen bis hin zu wirklich tollen Modifikationen, wie einem Tesla-Coil, mit dem ich zum Beispiel meine Schrotflinte so modifiziert habe, dass sie neben der normalen Munition auch noch Stromschläge verschickt, die auf umliegende Gegner übergehen. Hier empfiehlt es sich daher auf jeden Fall etwas zu experimentieren, denn hier kann man mit erst einmal unscheinbar wirkenden Veränderungen unter Umständen eine Waffe finden, die den eigenen Spielstil besser umstürzt und im Gefecht über Leben und Tod entscheiden kann. Weiter gibt es auch gewisse Perks, die wir als passive Unterstützung ausrüsten können und für besondere Spielsituationen freischalten. Zu Beginn steht dabei nur ein Slot zur Verfügung, aber mit aufsteigendem Charakterlevel, was durch den Fortschritt in der Story, getötete Gegner, Kopfschüsse, Kombo-Ketten und das Erledigen von optionalen Herausforderungen geschieht, schalten wir weitere Slots frei und können unterschiedliche Perks ausrüsten.

Technisch macht das Spiel, selbst auf der schwächeren Hardware der Switch, einen wirklich soliden Eindruck, was stellenweise ziemlich beachtlich ist, wenn man die Vielzahl von unterschiedlichen Gegnern, die gleichzeitig auf dem Screen unterwegs sein können, berücksichtigt. Zusätzlich geizt das Spiel dabei nicht mit jeder Menge Ekeleffekten, wenn Zombies zerplatzen und stellenweise das Blut buchstäblich an den Bildschirm spritzt. Zwar kann es in besonders hektischen Instanzen dabei dann und wann mal zu einem Slowdown kommen, aber das stellte gemein eher die Ausnahme dar und zur Version auf den größeren Konsolen ist dabei kaum ein Unterschied feststellbar. Und da mittlerweile schon einige Teile der Reihe auf der Switch herausgekommen sind, haben die Entwickler anscheinend gelernt ihre Spiele darauf gut anzupassen, denn das Spiel arbeitet mit der gleichen Engine, wie „Sniper Elite 4“ und liefert eine ähnlich-hohe Grafikleistungen ab, die sich in einigen schicken Effekten widerspiegeln. Im Vergleich zu PS4 Pro und PS5 fehlt aber logischerweise die Optionen zwischen Performance und Grafik zu wählen, hier gibt es von Haus aus leidglich eine Einstellung und bietet im Docked-Modus bis zu 1080p bei meist flüssigen 30fps und im Handheld-Modus 720p bei ebenfalls 30fps. Die niedrigere Auflösung fällt auf Grund des gewählten Artstyles aber kaum auf, lediglich die niedrigere Framerate führt stellenweise zu Tearing, ist aber durchaus akzeptabel, denn gerade in Bezug auf Konsolen war das ja bis vor kurzem ohnehin fast noch der Standard.

Wie es sich für einen Switch-Port gehört bringt er aber auch Neuerungen mit sich und so kann man für das präzise Zielen auch die Gyrosensoren der Joycons verwenden, was das Snipern noch um einiges spaßiger gestaltet. Weiter sind die Inhalte des ersten Season Pass für das Spiel bereits ohne Aufpreis in das Spiel inkludiert, die auf anderen Plattformen separat nochmal über 30 Euro gekostet haben. Darin enthalten sind 3 umfangreiche Story-Erweiterungen, zusätzliche Charaktere, Waffen und Skins und gerade die Story-Level sind dabei ziemlich gelungen und lassen sich, ebenso wie das komplette Hauptspiel, auch mit Freunden im Co-Op spielen. So gibt es auf der Switch, im Gegensatz zur Vanilla-Veröffentlichung auf den anderen Plattformen, anstatt 9 gleich 12 in sich abgeschlossene Level zur Auswahl, die jeweils recht unterschiedlich ausfallen und mit jeweils einem anderen Setting und in Kombination damit, auch neuen Gegnern und Gefahren aufwarten. Befinden wir uns im ersten Level noch in Milan in einem „Standard-Setting“ für Kriegsspiele mit zerstörten Gebäuden, so führen uns weitere Levels unter anderem nach Venedig oder auch Pompeji, die sich sowohl optisch, wie auch spielerisch voneinander unterscheiden. So sind wir in Venedig teilweise durch die Kanäle in unseren Optionen beschränkt und werden zumindest teilweise auf einem Boot mitgenommen für das wir dann aber auch die ein oder andere Aufgabe erledigen müssen, damit es weitergehen kann, als entweder Benzin fehlt oder eine Brücke die Weiterfahrt verhindert…

Insgesamt hatte ich mit dem Spiel auch auf der Switch nochmal eine Menge Spaß. Wer die Vorgänger kennt, wird sich sofort zu Hause fühlen, auch wenn man sich als Spieler, der bisher nur die Hauptreihe gespielt hat, erst einmal an das actionreichere Spielprinzip gewöhnen werden muss, denn allein mit Snipern kommt man bei Zombie Army nicht wirklich weiter und wird in Windeseile von Horden von Zombies überrannt. Doch das schnellere Spielprinzip in Kombination mit der abstrusen Geschichte und der breiteren Ausrichtung auf Co-Op stehen der Reihe wirklich gut und macht Spaß. Und da die Levels in sich abgeschlossen und einzeln anwählbar sind, eignet sich das Spiel auch für kürzere Sessions mit überschaubarem Zeitaufwand, wo man pro Level in etwa 1-2 Stunden veranschlagen kann. Lediglich an ein paar Stellen hätte man meiner Meinung nach etwas mehr Zeit für das Balancing einfließen lassen können, da diese Stellen dann Solo zu schwer und im Co-Op zu leicht sind, was aber auch schon bei den bisherigen Versionen des Spiels ein Kritikpunkt meinerseits war.

Gerade Solo können diese Stellen, wenn man zum einen Beispiel Generator eine gewisse Zeit verteidigen muss und Gegner von allen Seiten unendlich spawnen, frustrieren, da man irgendwann an die Stelle kommt, wenn es zu sich um zu viele Zombies handelt, die aus unterschiedlichen Richtungen kommen, die Munition aufgebraucht ist, sich die Energie dem Ende neigt oder der Generator zerstört wurde, was den Vorgang wieder zurücksetzt. Solo muss man an diesen Stellen mehr Zeit in die genaue Planung einfließen lassen, fallen Stellen, sich mit dem Layout vertraut machen und mit Ressourcen eindecken und letztendlich alles gleichzeitig im Auge behalten, wo hingegen man sich im Co-Op die unterschiedlichen Richtungen, aus denen Zombies kommen aufteilen kann und sich im Bedarfsfall gegenseitig hilft. Aber diese Momente sind Gott-sei-Dank eher die Ausnahme und auch wenn das Spiel insgesamt im Co-Op mehr Spaß macht, lässt es sich dennoch auch gut alleine spielen, denn erfahrungsgemäß ist die Playerbase derartiger Spiele auf der Switch um einiges kleiner, als auf den anderen Plattformen. Alles in allem hat die Version aber meine Erwartungen mehr als erfüllt, wenn nicht gar übertroffen und gerade für ein, oder zwei Runden nebenbei wird es wahrscheinlich eher die Switch-Version sein zu der ich greife, da sie in Sachen Umfang und Steuerung den anderen Versionen etwas voraus hat…

Entwickler: Rebellion

Publisher: Rebellion

Erhältlich auf: PC, PS4, Xbox One, Google Stadia, Nintendo Switch

NB@04.05.2022

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