AAA-Spiele sind bei weitem nicht alles, denn immer wieder erscheinen, gerade im Indie-Bereich, wahre Perlen, die mit solcher Hingabe und Kreativität entstehen, dass sie gar nicht mehr wie ein Indie-Spiel wirken. Ein Beispiel dafür ist zweifelsfrei der als „das Spiel mit der Katze“ bekannte „Stray“, aber auch „Kena: Bridge of Spirits“, das nun nach Jahren sogar noch seinen Weg auf die Xbox gefunden hat. Da wir beim ursprünglichen Erscheinen verpasst haben über das Spiel zu berichten, nehmen wir die neue Veröffentlichung zum Anlass, nun doch noch darüber zu berichten!

Ursprünglich bereits im September 2021 für PlayStation 4, PlayStation 5 und PC erschienen, hat das Spiel nun endlich seinen Weg auf sowohl auf die Current Gen, aber auch die Last Gen der Xbox-Konsolen, respektive Xbox Series X/S und Xbox One, gefunden. Diese Verzögerung ist auf Zeit-Exklusivität für PlayStation und PC zurückzuführen. Diese Exklusivität war Teil eines Abkommens zwischen Ember Lab und Sony, das dem kleinen Entwicklerstudio die nötige Unterstützung und Ressourcen bot, um das Spiel zu entwickeln und zu veröffentlichen. Nach Ablauf dieser Exklusivitätsperiode konnte das Spiel schließlich auch auf anderen Plattformen wie der Xbox erscheinen. Diese Verzögerung ermöglichte es Ember Lab zudem, das Spiel weiter zu optimieren und sicherzustellen, dass die Xbox-Version technisch einwandfrei läuft.

In “Kena: Bridge of Spirits” schlüpft man in die Rolle von Kena, einer jungen Geisterführerin, die den Seelen der Verstorbenen hilft, Frieden zu finden. Auf ihrer Reise zum heiligen Bergschrein entdeckt sie ein verlassenes Dorf, das von einer dunklen Verderbnis heimgesucht wird. Die Geschichte ist emotional und behandelt Themen wie Tod, Verlust und Erneuerung. Die Erzählweise ist liebevoll und wird durch wunderschöne Zwischensequenzen im Stil eines Animationsfilms unterstützt. Obwohl Kena selbst während der Handlung eher blass bleibt, sind die Geschichten der Geister, denen sie hilft, tiefgründig und bewegend.

Das Gameplay von “Kena: Bridge of Spirits” ist eine gelungene Mischung aus Erkundung, Rätsellösen und Kämpfen und erinnert damit vom Gameplay her stark an Action-Adventures mit Metroidvania-Anleihen, wie die The Legend of Zelda– oder Ori-Reihe. Man steuert Kena durch eine wunderschön gestaltete Welt, sammelt kleine geisterhafte Begleiter namens Rot und nutzt ihre Fähigkeiten, um Hindernisse zu überwinden und Gegner zu besiegen. Die Kämpfe sind schnell und fordernd, wobei du verschiedene Fähigkeiten und Waffen einsetzen kannst, um deine Gegner zu besiegen. Die Rätsel sind kreativ und erfordern oft den Einsatz deiner Rot-Begleiter, um sie zu lösen. Zwar bietet Kena offen-wirkende Areale, aber keine richtig offene Spielwelt, was für mich aber auch eine willkommene Abwechslung ist, da nicht jede offene Spielwelt einen wirklichen Mehrwert bietet und die Narrative mitunter dadurch ins Stocken gerät.

Entwickelt wurde das Spiel von Ember Lab, einem kleinen Entwicklerstudio mit eher unkonventioneller Entstehungsgeschichte. Denn vor “Kena: Bridge of Spirits” war das Studio nicht für Spieleentwicklung, sondern hauptsächlich für seine Arbeit an Animationsfilmen und Werbespots bekannt. Das Studio wurde 2009 von den Brüdern Mike und Josh Grier gegründet und hat an mehreren animierten Werbespots und Markenspielen gearbeitet. Zu ihren bekanntesten Projekten gehört der virale Kurzfilm “Terrible Fate”, der auf “The Legend of Zelda: Majora’s Mask” basiert. Außerdem haben sie animierte Kurzfilme und Werbespots für Unternehmen wie The Coca-Cola Company, Hisense und MLB erstellt. “Kena: Bridge of Spirits” ist ihr erstes Videospiel und zeigt deutlich ihre Expertise im Bereich Animation und Storytelling. Die Liebe zum Detail und die Qualität der Animationen sind in jedem Aspekt des Spiels spürbar.

Zugegebenermaßen war die Veröffentlichung auf der PlayStation schon überaus gelungen und nur kleinere Patches und Verbesserungen wurden in der Zwischenzeit nachgeliefert, aber auf der Xbox liefert man das Spiel daher direkt im bestmöglichen Zustand aus, eindeutig ein Vorteil zum nachgelagerten Release. Die Steuerung auf der Xbox ist präzise und intuitiv, was das Spielerlebnis angenehm macht. Die Xbox Series X bietet zudem eine beeindruckende Grafik mit 4K-Auflösung und stabilen 60 FPS, was die wunderschöne Welt von “Kena: Bridge of Spirits” noch beeindruckender macht. Auch auf der Xbox One sieht das Spiel noch sehr solide aus, wobei man selbstverständlich sowohl in Sachen Auflösung, wie auch FPS Einbußen hinnehmen muss.

Insgesamt lässt sich festhalten, wer bisher noch keine Berührungspunkte mit Kena hatte, sollte das nun auf jeden Fall nachholen, was durch das Erscheinen auch außerhalb der PlayStation leichter geworden ist. Gerade die Xbox-Version bietet eine hervorragende technische Umsetzung und macht das Spiel zu einem Muss für Fans von Action-Adventures. Das Spiel bietet eine wunderschöne und emotionale Spielerfahrung, die durch ihre beeindruckende Grafik und liebevolle Erzählweise besticht, auch wenn die Geschichte an sich stellenweise etwas oberflächlich bleibt. Die Mischung aus Erkundung, Rätseln und Kämpfen sorgt für abwechslungsreiches Gameplay, das sowohl herausfordernd als auch unterhaltsam ist. Die Welt von Kena ist detailreich und lädt zum Entdecken ein, während die emotionalen Geschichten der Geister, denen du hilfst, das Spiel zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.
Entwickler: Ember Lab
Publisher: Ember Lab
Erhältlich auf: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S
NB@05.09.2024
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