Survival-Spiele haben längst ihre eigene kleine Industrie innerhalb des Videospielmarktes. Zwischen aufwendigen Endzeitwelten, komplexen Crafting-Systemen und beinahe schon simulationsartigen Überlebensmechaniken versucht „Far Lands“ einen vergleichsweise direkten Weg einzuschlagen. Das Open-World-Survival-Abenteuer von Scalpel Softworks erschien ursprünglich am Anfang 2024 für den PC, nachdem es zuvor seit April 2022 im Early Access verfügbar war und hat nun endlich seinen Weg auf die PlayStation 5 gefunden, auf der wir das Spiel getestet haben.

Die Ausgangssituation ist schnell erzählt und funktioniert gerade deshalb gut als Einstieg. Nach einem Flugzeugabsturz findet sich der namenlose Protagonist auf einer unbekannten Insel wieder. Erinnerungen an das bisherige Leben fehlen, ein Weg zurück nach Hause ist nicht in Sicht. Statt einer langen Einführung heißt es zunächst einmal: Ressourcen sammeln, Nahrung finden und einen sicheren Platz zum Übernachten suchen. Schon bald wird allerdings deutlich, dass die Insel keineswegs verlassen ist. Zombies, wilde Tiere und weitere Gefahren machen aus der vermeintlichen Einsamkeit einen permanenten Überlebenskampf. Gleichzeitig finden sich Hinweise auf eine frühere menschliche Besiedlung. Verlassene Gebäude, Skelette und andere Spuren werfen Fragen auf, die den Spieler immer weiter über die Insel treiben.

Die Geschichte hält sich dabei bewusst zurück. Statt einer stark inszenierten Handlung steht die Erkundung im Mittelpunkt. Vieles entsteht durch das eigene Entdecken und weniger durch klassische Zwischensequenzen. Wer eine ausgefeilte Charakterzeichnung oder eine stark erzählte Geschichte erwartet, wird entsprechend wenig finden. Wer dagegen Freude daran hat, sich Stück für Stück durch eine fremde Umgebung zu arbeiten, bekommt eine passende Motivation für die Erkundung.

Spielerisch folgt das Abenteuer den bekannten Grundregeln des Survival-Genres. Aus der Ego-Perspektive wird die Insel erkundet, während Holz, Nahrung und andere Materialien gesammelt werden. Daraus entstehen Werkzeuge, Waffen und weitere Gegenstände, die das Überleben erleichtern. Hunger und Durst wollen im Blick behalten werden, gleichzeitig lässt sich eine eigene Basis errichten und ausbauen. Landwirtschaft, Jagd und das Sammeln von Ressourcen gehören ebenso zum Alltag wie die Suche nach interessanten Orten und besserer Ausrüstung. Auch Fahrzeuge stehen zur Verfügung, darunter ein Buggy und ein Mini-Hubschrauber.

Die einzelnen Systeme greifen dabei unkompliziert ineinander. Wer einen neuen Bereich erkundet, sammelt Materialien, verbessert seine Ausrüstung und kann anschließend weitere Teile der Insel erschließen. Das macht den Einstieg angenehm zugänglich, nimmt dem Fortschritt aber auch einen Teil der Komplexität, die man von größeren Genrevertretern kennt. Survival-Veteranen dürften daher kaum vor völlig neue Herausforderungen gestellt werden. Dafür eignet sich der Titel gut für Spieler, die sich lieber auf Erkundung und den Ausbau einer Basis konzentrieren, ohne sich durch ein übermäßig kompliziertes Regelwerk arbeiten zu müssen.

Gefährlich wird es trotzdem regelmäßig. Neben Zombies stellen wilde Tiere eine weitere Bedrohung dar, während die begrenzten Ressourcen den Spieler dazu zwingen, seine Ausflüge zumindest ein Stück weit zu planen. Wer sich zu weit von seinem sicheren Ausgangspunkt entfernt, kann schnell in eine unangenehme Situation geraten. Neben dem Einzelspieler-Modus sind außerdem kooperative und PvP-orientierte Mehrspieleroptionen Bestandteil des Konzepts.

Gerade beim Erkunden zeigt sich eine der angenehmeren Seiten des Spiels. Die Insel wird durch unterschiedliche Fundorte und versteckte Bereiche interessant gehalten. Verlassene menschliche Strukturen erzeugen Neugier, während die natürliche Umgebung einen passenden Kontrast bildet. Der Wechsel zwischen Tageszeiten und Wetter trägt zusätzlich zur Atmosphäre bei. Statt spektakulärer Inszenierung entsteht so eher das Gefühl, tatsächlich unterwegs zu sein und nicht genau zu wissen, was hinter dem nächsten Hügel wartet.

Technisch präsentiert sich die PlayStation-5-Version eher zweckmäßig als spektakulär. Die Insel vermittelt ihren Charakter über weitläufige Landschaften, Vegetation und verlassene Gebäude, ohne mit aufwendigen Details um die Aufmerksamkeit zu kämpfen. Gerade bei einem kleineren Survival-Projekt fällt auf, dass die technische Präsentation nicht mit den großen Genreproduktionen konkurrieren möchte. Dafür bleibt der grundsätzliche Stil stimmig und unterstützt das Gefühl einer verlassenen Insel. Auf der Konsole wird zudem die Vibrationsfunktion des DualSense-Controllers unterstützt. Die Sprachausgabe ist englisch, während unter anderem deutsche Bildschirmtexte zur Verfügung stehen.

Beim Sound bleibt die Präsentation ebenfalls eher funktional. Umgebungsgeräusche und die akustische Untermalung unterstützen die Erkundung, ohne sich dauerhaft in den Vordergrund zu drängen. Das passt zum reduzierten Ansatz, lässt aber gleichzeitig etwas Atmosphäre liegen, die mit einer aufwendigeren Klangkulisse noch intensiver hätte ausfallen können.

Interessant ist der unterschiedliche Veröffentlichungsverlauf. Während Scalpel Softworks die ursprüngliche PC-Version entwickelte und veröffentlichte, wurde die aktuelle PlayStation-5-Version von Axyos Games Entertainment herausgegeben. Damit erhält das ursprünglich bereits 2024 veröffentlichte Survival-Spiel noch einmal eine neue Plattform und kann auch Konsolenspieler erreichen.

Unterm Strich richtet sich das Abenteuer vor allem an Spieler, die Survival-Spiele mögen, ohne sich gleich in einem überladenen Regelwerk verlieren zu wollen. Sammeln, Crafting, Basisbau, Erkundung und Kämpfe ergeben ein vergleichsweise geradliniges Gesamtpaket. Große Innovationen sollte man dabei nicht erwarten. Die Stärke liegt vielmehr darin, bekannte Genrebausteine unkompliziert miteinander zu verbinden und dem Spieler selbst zu überlassen, wie er seine Zeit auf der Insel verbringt. Wer Freude an Erkundung, Ressourcenmanagement und dem langsamen Aufbau einer eigenen Überlebensbasis hat, findet hier einen interessanten Vertreter des Genres, der bewusst kleiner denkt als die großen Namen der Survival-Szene.
Entwickler: Scalpel Softworks
Publisher: Axyos Games Entertainment
Erhältlich auf: PC, PS5
Getestet auf: PlayStation 5
NB@26.08.2026
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Zur Erstellung dieses Reviews wurde uns vom Publisher ein unentgeltlicher Key für das Spiel zur Verfügung gestellt. Wir danken vielmals für die Unterstützung, weisen aber darauf hin, dass dieser Umstand keine Auswirkung auf unsere Bewertung hat!
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