Mit „Dark Trip“ schickt das unabhängige Studio iWorlds ein ungewöhnliches Horror-Abenteuer in die virtuelle Realität. Als Mischung aus Escape Room, Detektivgeschichte und psychedelischem Horror setzt das Spiel weniger auf klassische Schockmomente als auf die Frage, wie weit man seiner eigenen Wahrnehmung noch trauen kann. Getestet wurde die VR-Version auf der Meta Quest 3, wobei es neben VR auch eine klassische Bildschirmversion auf dem PC gibt.

(c) iWorlds

Im Mittelpunkt steht ein Vermisstenfall in einer kleinen deutschen Stadt. Die Tochter eines pensionierten Geschäftsmannes verschwindet spurlos, woraufhin der Spieler als Ermittler mit der Suche beauftragt wird. Die Spur führt schließlich in ein scheinbar verlassenes Labor. Dort finden sich Hinweise auf verstörende Experimente, zurückgelassene Aufzeichnungen und die Aussagen früherer Versuchspersonen. Was zunächst wie eine nüchterne Untersuchung beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einer Reise in eine Welt, in der Realität, Albtraum und Halluzination kaum noch voneinander zu unterscheiden sind.

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Die Geschichte erzählt sich dabei nicht ausschließlich über Dialoge oder Zwischensequenzen. Vieles steckt in den Umgebungen und den Gegenständen, die man untersucht. Genau hier kommt das zentrale Konzept ins Spiel: Bestimmte Hinweise und Objekte werden erst sichtbar, wenn der Protagonist Substanzen konsumiert und dadurch seine Wahrnehmung verändert. Die Halluzinationen sind somit kein bloßer visueller Effekt, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Ermittlungsarbeit. Das verleiht der klassischen Suche nach versteckten Hinweisen eine interessante, wenn auch bewusst bizarre Note.

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Spielerisch bewegt sich die Erfahrung zwischen Escape Room und First-Person-Detektivspiel. Räume werden gründlich durchsucht, Gegenstände aufgenommen und genauer untersucht, während gefundene Hinweise Stück für Stück miteinander verbunden werden. Gerade in VR wirkt das Untersuchen von Objekten angenehm direkt. Die Entwickler haben das Inspektionssystem zudem überarbeitet: Gegenstände lassen sich frei drehen, heranzoomen und detaillierter betrachten. Auch bei der Fortbewegung stehen unterschiedliche Optionen wie Teleportation, freie Bewegung und Raummaß-Interaktion zur Verfügung.

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Die Rätsel selbst verlangen vor allem Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sich mit der Umgebung auseinanderzusetzen. Nicht jedes Detail ist auf den ersten Blick als Hinweis erkennbar, weshalb gründliches Absuchen wichtiger ist als schnelles Vorankommen. Die veränderte Wahrnehmung sorgt dabei für eine zusätzliche Ebene, denn ein Gegenstand kann in der normalen Realität unscheinbar sein und erst während einer Halluzination seine Bedeutung offenbaren. Dadurch entsteht ein interessanter Wechsel zwischen Beobachten, Kombinieren und bewusster Manipulation der eigenen Wahrnehmung.

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Atmosphärisch schlägt die Produktion eine ausgesprochen eigenwillige Richtung ein. Verlassene Räume, groteske biotechnologische Maschinen, okkulte Elemente und verstörende Kunst erzeugen eine Mischung aus Gothic Horror und psychedelischem Albtraum. Statt sich ausschließlich auf Dunkelheit zu verlassen, setzt das Spiel immer wieder auf surreale Bilder und Situationen, die bewusst irritieren sollen. Gerade in der VR kommt dieser Ansatz gut zur Geltung, weil die Umgebung nicht nur betrachtet, sondern unmittelbar erlebt wird.

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Auch der Sound unterstützt diesen Eindruck, ohne permanent mit lauten Schockeffekten zu arbeiten. Geräusche und Musik dienen vor allem dazu, die ohnehin ungewöhnliche Atmosphäre zu verdichten. Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass sich die getestete Fassung noch in Entwicklung befindet. Das gilt auch für die audiovisuelle Präsentation. Der Entwickler weist zudem darauf hin, dass in der aktuellen Version teilweise KI-generierte Grafiken und Musikstücke verwendet werden.

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Hinter dem Projekt steht iWorlds, ein unabhängiges Studio, das sich auf immersive und ungewöhnliche Spielerfahrungen konzentriert. „Dark Trip“ verbindet dabei mehrere Ansätze, die für VR besonders interessant sind: Erkundung, physische Interaktion, Rätsel und eine Wahrnehmung, die sich abhängig vom eigenen Vorgehen verändert. Die Entwicklung ist weiterhin im Gange, und die bisherige Version soll noch um zusätzliche Episoden erweitert werden.

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Gerade diese Mischung macht den Titel interessant. Er versucht nicht, den klassischen Horror möglichst laut und spektakulär umzusetzen, sondern setzt auf eine Atmosphäre, in der man sich zunehmend fragt, was tatsächlich vor einem liegt. Noch ist nicht jeder Bereich vollständig ausgearbeitet, doch die grundlegende Idee funktioniert bereits erstaunlich gut. Wer VR-Escape-Rooms, Mystery-Abenteuer und surrealen Horror mag und sich gerne etwas intensiver mit Umgebungen und Rätseln beschäftigt, findet hier eine ungewöhnliche Alternative zu den bekannten Horrorformeln. Besonders die Verbindung aus Ermittlungsarbeit und Halluzinationen verleiht dem Spiel eine eigene Identität.

Entwickler: iWorlds
Publisher: iWorlds
Erhältlich auf: PC, Meta Quest
Getestet auf: Meta Quest 3

NB@27.08.2026

——— Hinweise & Disclaimer: ———


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