Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem letzten regulären Serienteil kehrt mit „Psyvariar 3“ eine traditionsreiche Shoot-’em-Up-Reihe zurück. Das Spiel setzt auf klassische Arcade-Action, kombiniert diese jedoch mit modernen Anpassungen. Verantwortlich zeichnen Banana Bytes und Red Art Studios, während Red Art Games gemeinsam mit SUCCESS Corp. als Publisher auftritt. Doch kann die Fortsetzung auch heute noch mit ihrem ungewöhnlichen Spielprinzip überzeugen?

Die Handlung spielt viele Jahre nach den Ereignissen des zweiten Teils. Nachdem die Menschheit die Erde zurückerobert und erneut besiedelt hat, sorgt ein unbekanntes außerirdisches Signal für Unruhe. Schon bald wird der Planet erneut angegriffen und eine neue Generation von Piloten muss sich der Bedrohung entgegenstellen. Die Geschichte bleibt dabei bewusst im Hintergrund und dient hauptsächlich als Rahmen für die actionreichen Gefechte. Umfangreiche Dialoge oder aufwendige Zwischensequenzen sollte man entsprechend nicht erwarten.

Spielerisch bleibt die Fortsetzung ihren Wurzeln treu. Aus der klassischen Vogelperspektive steuert man sein Raumschiff durch vertikal scrollende Abschnitte, während zahlreiche Gegner und immer komplexere Geschossformationen den Bildschirm füllen. Insgesamt stehen sieben spielbare Charaktere zur Verfügung, darunter mit Cotton auch ein bekannter Gastauftritt aus der gleichnamigen Shoot-’em-Up-Reihe. Die Piloten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Bewaffnung, Spezialfähigkeiten und teilweise auch ihrer Punktewertung, wodurch sich unterschiedliche Spielweisen ergeben.

Das Herzstück bildet erneut das sogenannte Buzz-System. Anders als bei vielen Genrevertretern geht es nicht ausschließlich darum, feindlichen Projektilen auszuweichen. Stattdessen wird riskantes Spielen ausdrücklich belohnt: Wer Geschosse knapp am eigenen Raumschiff vorbeiziehen lässt, sammelt Punkte und verbessert seine Fähigkeiten. Ergänzt wird das System durch Schilde, temporäre Verstärkungen und die charakteristische Rollbewegung. Dadurch entsteht ein reizvoller Gegensatz zwischen vorsichtiger Defensive und bewusst eingegangenem Risiko.

Die Steuerung reagiert direkt und ermöglicht präzise Bewegungen zwischen den teilweise dicht gestaffelten Geschossen. Gerade in späteren Abschnitten verlangt das Spiel allerdings einiges an Konzentration und Reaktionsvermögen. Anfänger dürften zunächst häufiger scheitern, während erfahrene Genrekenner zunehmend versuchen werden, ihre Punktzahlen durch riskantere Flugmanöver zu optimieren. Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich aus den unterschiedlichen Schwierigkeitsrouten und Bossvarianten.

Neben dem klassischen Arcade-Modus mit sieben Abschnitten stehen unter anderem Arrange, Caravan, Endless und ein Missionsmodus mit 49 Herausforderungen bereit. Ein Trainingsmodus erleichtert außerdem das gezielte Üben schwieriger Situationen. Damit bietet das Spiel trotz seiner überschaubaren Kampagnenlänge reichlich Beschäftigung, sofern man Freude daran hat, einzelne Passagen wiederholt zu meistern.

Optisch orientiert sich die Fortsetzung an ihren Vorgängern und kombiniert dreidimensionale Modelle mit einer bewusst nostalgischen Arcade-Präsentation. Die Gestaltung wirkt stellenweise etwas schlicht, überzeugt jedoch durch abwechslungsreiche Geschossmuster und gut erkennbare Bewegungsabläufe. Besonders während größerer Gegnerwellen entsteht das für Bullet-Hell-Shooter typische visuelle Chaos. Die musikalische Begleitung unterstreicht das hohe Spieltempo und passt zum futuristischen Szenario. Auf der getesteten Nintendo Switch 2 steht vor allem die Übersichtlichkeit des Geschehens im Mittelpunkt.

Die Ursprünge der Reihe reichen bis ins Jahr 2000 zurück, als „Psyvariar: Medium Unit“ in japanischen Spielhallen erschien. Mit „Psyvariar 2: The Will to Fabricate“ folgte 2003 eine Fortsetzung. Der neue Ableger greift das ursprüngliche Spielkonzept auf und erweitert es um zusätzliche Spielvarianten. Das brasilianische Studio Banana Bytes konnte bereits mit „Sophstar“ Erfahrungen im Shoot-’em-Up-Genre sammeln. Gemeinsam mit Red Art Studios entstand nun eine Fortsetzung, die sich bewusst an den Stärken ihrer Vorgänger orientiert.

Das Spiel richtet sich vor allem an Liebhaber klassischer Arcade-Shooter, die Freude an anspruchsvollen Geschossmustern und der Jagd nach immer höheren Punktzahlen haben. Die eigentliche Kampagne fällt zwar vergleichsweise kurz aus, doch unterschiedliche Charaktere und zahlreiche Spielmodi sorgen für Wiederspielwert. Wer eine umfangreiche Geschichte oder spektakuläre Inszenierung erwartet, dürfte hier weniger angesprochen werden. Freunde traditioneller Bullet-Hell-Action erhalten dagegen eine interessante Rückkehr zu einer Spielereihe, deren ungewöhnliche Mechaniken auch nach über zwanzig Jahren noch ihren Reiz besitzen.
Entwickler: Banana Bytes, Red Art Studios
Publisher: Red Art Games, SUCCESS Corp.
Erhältlich auf: PC, PS5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch, Nintendo Switch 2
Getestet auf: Nintendo Switch 2
NB@14.10.2026
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