Ich muss zugeben, dass ich im Vorfeld sehr skeptisch gegenüber diesem Ableger von Rocksteady’s Batman: Arkham-Serie gewesen bin. Fragen, waurm das Spiel nicht als Retail, sondern lediglich als Download-Variante erscheint und schon bei der Erstveröffentlichung zum Budget-Preis angeboten wird, haben auch nicht gerade für immenses Vertrauen von Entwickler und Publisher-Seite gesprochen.

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Dennoch konnte ich nicht widerstehen mit das Spiel passend zur neuen PS VR zu besorgen, denn immerhin handelt es sich um BATMAN. Direkt nach dem Kauf bekommt man von Amazon einen Downloadcode angezeigt, den man über den PlayStation Store direkt einlösen kann. Dieser Code berechtigt dann zum Download des Spiels. Das Spiel umfasst knapp über 8GB und kann also mitunter eine Weile zum Herunterladen in Anspruch nehmen.

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Nach dem Download habe ich das Spiel umgehend gestartet: Nach einer kurzen Einrichtung des Headsets kann es schon losgehen. Wir sehen die Logos von WB Games, Rocksteady haushoch in perfektem 3D-rendering vor dunklem Hintergrund, bis der Schriftzug Batman: Arkham VR erscheint und der dunkle Hintergrund sich in eine realistische dreidimensionale Umgebung wandelt. Ich bin überwältigt. Ich stehe auf einem Vordach des GCPD bei Nacht. Hinter mir der große Scheinwerfer mit dem Batman-Zeichen. Vor mir ein Geländer, die das Areal räumlich vom beschäftigten Treiben in Gotham trennt. Ich gehe (physisch) einen Schritt nach vorn und kann bewege mich wirklich auch im Spiel näher an den Abgrund. Ich bin hoch über Gotham und starre in die Tiefe. Wie hoch mag das sein? Es fühlt sich sehr hoch an und sieht auch so aus Insgesamt aber schwer zu sagen, wie hoch genau… Besonders wenn man sich bewusst macht, dass ich nicht wirklich auf einem Dach stehe sondern in der sicheren Umgebung meiner Wohnung. Und das ist erst das Hauptmenü. Ich starte das Spiel und bin gespannt, was mich erwartet…

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Zur Steuerung verwendet man am besten zwei Move-Controller, die im Spiel als Hände angezeigt werden, mit denen wir nach Herzenslust Gegenstände aufheben können, Batarangs werfen oder andere unserer „Spielzeuge“ verwenden. Die Steuerung fühlt sich dabei sehr intuitiv an und es gibt wirklich Momente in denen man fast vergessen kann, dass man gerade nur ein Spiel spielt und nicht wirklich in Gotham City unterwegs ist. Allerdings ist das unsere Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Batman ist immer an fixe Punkte in den Areale gebunden und kann sich nicht frei bewegen. Wir springen mittels Tastendruck zu vordefinierten Hotspots, wie es bereits früher bei einigen Adventure-Spielen aus der Ego-Perspektive auch angewandt wurde. Das schränkt unser Erlebnis zwar ein, fällt gar nicht unbedingt negativ auf, da die Areale, in denen wir uns aufhalten, logischerweise auf diese vordefinierten Hotspots ausgelegt sind. Eine Alternative freie Beweglichkeit wäre wahrscheinlich auf Kosten der Grafik gegangen und hätte die Gefahr von Motion Sickness mit sich gebracht, die in der Form, wie das Spiel zur Zeit vorliegt nicht einmal aufgetreten ist.

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Die Grafik des Spiels ist wirklich richtig gut geworden und sieht realistisch aus. Rein rechnerisch werden zwar weniger Details geboten, als bei Uncharted und Co, was allerdings auf Grund der anderen Ansicht und der Interaktion mit der Welt nicht wirklich auffällt oder ins Gewicht fällt.

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Wir sind im Spiel sehr investigativ unterwegs und direkte Auseinandersetzungen, die unser Zutun benötigen gibt es eigentlich nicht. Jedoch fällt das beim Spielen gar nicht negativ auf, immerhin ist Batman ja nicht der „Knochenbrecher“, sondern „World’s greatest detective“. Wir untersuchen den Schauplatz eines Verbrechens und suchen nach Spuren, die uns tiefer und tiefer zur überraschenden und schockierenden Auflösung der Geschichte führen.

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Das ist leider auch das einzige Manko des Spiels: Man kann das Spiel problemlos innerhalb einer Stunde beenden. Zwar schaltet man dann für einen zweiten Durchgang nicht die Arkham-üblichen Riddler-Herausforderungen und Rätzel frei, aber insgesamt wird man mit dem Spiel, bis man es auf 100% abgeschlossen hat, nicht mehr als 3-4 Stunden beschäftigt sein, bis man wirklich alles gesehen hat. Das erklärt dann auch, warum man sich gegen eine Retail-Veröffentlichung und den Budget-Preis entschieden hat.

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Und dennoch komme ich insgesamt zu einem sehr positiven Gesamteindruck? – Ja, das Spiel ist weniger ein Spiel, als eine Erfahrung. Man fühlt sich wirklich, als ob man in der Welt wäre. Und noch besser, man fühlt sich, als ob man Batman wäre. Die Areale wirken alle so realistisch, dass damit die Grenzen zwischen Realität und Spiel durchbrochen werden. Das Preis-Leistungsverhältnis für die reine Spielzeit hinkt zwar etwas, aber das Gefühl, dass das Spiel vermittelt macht dabei einiges wieder gut. Wir sind in Gotham, wir haben ein Gefühl von echter Höhe, wir können förmlich den Regen auf unserer Haut spüren und vor allem… WIR SIND BATMAN!

NB@17.10.2016