Vergange Woche ist die letze Episode von Telltale’s „Guardians of the Galaxy“-Reihe veröffenlticht worden. Ein Grund endlich mal mit den Berichten über die Reihe weiter zu machen…

Jede der Episoden treibt nicht „nur“ die übergreifende Geschichte um das Relikt, das tote wieder zum Leben erwecken kann voran, sondern offenbart auch weitere Einblicke in die Vergangenheit eines Guardians. Die dritte Episode der Reihe, betitelt nach dem Boston-Song „More than a Feeling“, fokussiert dieses Mal Gamora und deren schwierige Beziehung zu ihrem Ziehvater Thanos und ihrer Schwester Nebula. Besonders interessant ist dabei, dass wir Nebula auch in ihrer ursprünglichen Form, also ohne biometrische Erweiterungen, sehen und zusätzlich erfahren, wie sie zu der Person wurde, die wir aus den Comics und den Kinofilmen kennen.

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Die Episode beginnt allerdings mit einem erneuten Flashback in Peter’s eigene Vergangenheit, denn aus bislang unerfindlichem Grund, scheint er am empfänglichsten für die Visionen zu sein, die die Eternity Forge hervorruft. Dieser Flashback gibt weitere Einblicke in das Gefühlsleben von Peter und sein Verhalten. Am Ende der letzten Episode waren die Guardians gerade auf dem Weg zu einem verborgenen Tempel, zu dem das Relikt unsere Protagonisten geführt hat. Was sich in diesem Tempel verbirgt war dabei noch ungewiss. Ein kleiner Teil von Peter hofft, dass es wirklich seine Mutter ist, die von dort über das Relikt nach ihm ruft, aber der Rest von ihm, wie auch den Guardians, glaubt nicht daran und ist eher skeptisch.

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Je näher die Guardians dem Tempel zu kommen scheinen, umso mehr greifen die Emotionen und Halluzinationen um sich. Da Nebula noch immer mit an Bord ist greifen die unausgesprochenen Emotionen über und offenbaren diesmal tiefe Einblicke in die Vergangenheit der Schwestern: Beide wurden von Thanos zu skrupellosen Killern herangezogen und überraschender Weise war Nebula immer die „schwächere“ in Thanos Ansicht. Er hat die Schwestern gezielt gegeneinander ausgespielt und einen Wettkampf daraus gemacht, den immer Gamora gewonnen hat. Als Bestrafung und Ansporn wurden nach jedem „Test“ biometrische Veränderungen an Nebula vorgenommen. Indirekt ist also Gamora dafür verantwortlich, was aus Nebula geworden ist.

Die „Macht“, die Peter und den Guardians die Visionen schickt entpuppt sich als Mantis, die man bereits aus dem zweiten Kinofilm kennt. Mantis hat ausgedehnte telepathische und empathische Fähigkeiten und hat über die Eternity Forge eine Verbindung zu den Guardians hergestellt, damit diese sie aus ihrem Tempel befreien. Mantis kann durch die Gefühle der Menschen auf Fragmente aus der Vergangenheit der entsprechenden Person zugreifen, was für gewöhnlich durch Körperkontakt ausgelöst wird. Nur bei Peter funktioniert das auch so, denn er ist der „Celestial One“, wie Mantis ihn nennt. Ihm hat das Schicksal die Rolle auferlegt, damit er die Eternity Forge beschützt und über deren Einsatz entscheidet. Das Problem mit der Eternity Forge ist nämlich, dass sie nur Leben schenkt, wenn zuvor eines genommen wurde. Deswegen konnte Peter wieder zum Leben erweckt werden, da die Lebensenergie von Thanos darin „gespeichert“ war und deswegen hat der Einsatz bei Rocket’s Freundin Lylla in Episode 2 auch nicht funktioniert: Es war keine Lebensenergie mehr gespeichert.

Mantis offenbart allerdings auch eine weitere Möglichkeit des Einsatzes: In einem Schrein lässt sich die Eternity Forge auch dauerhaft aufladen, was aber nach Mantis’s Aussage verheerende Konsequenzen mit sich bringen wird. Die Alternative dazu ist die endgültige Zerstörung des Artefakts, was aber auch nur in dem besagten Schrein vollzogen werden kann. Es wird also zwangsläufig auf eine Entscheidung hinauslaufen, die Peter und in Folge dessen wir als Spieler treffen müssen werden.

Das ist jedoch nicht alles, denn auch Hala und ihre Kree-Flotte, die die Eternity Forge für sich haben wollen treffen fast zeitgleich mit den Guardians im Schrein ein und ein erbitterter Kampf zwischen den beiden rivalisierenden Parteien entbrennt…

Insgesamt passt in der Episode zwar gefühlt etwas weniger, als in vorherigen Episoden und viele Entwicklungen finden auf Grund unterschiedlicher Dialog-Verkettungen (Rede mit Person A und benutze die gewonnene Information als Gesprächsthema für ein Gespräch mit Person B, etc.) und auch die Passagen, in denen man sich frei durch ein abgestecktes Areal bewegt und Rätzel in Adventure-Manier löst wurden zu Gunsten der Charakterzeichnung zurückgefahren. Das ist aber oft bei mitleren Episoden von Telltales Reihen der Fall, die die Ruhe vor dem Sturm der finalen Konfrontationen darstellen.

NB@14.11.2017