Die Filme von Bud Spencer und Terence Hill haben neben Filmen von Louis De Funès und der Fernsehserie „Ein Colt für alle Fälle maßgeblich meine Kindheit geprägt. So war ich schier aus dem Häuschen, als ein Kumpel mir den Tipp gab, dass es Spiel mit den beiden Ikonen, in Form von „Bud Spencer & Terence Hill: Slaps and Beans“ gibt. Ich habe umgehend mein Guthaben für Sony’s Marktplatz entsprechend aufgeladen, mir das Spiel schnellstmöglich zugelegt und berichte euch hiermit über meine Erfahrung mit dem Spiel.

 

Beim Spiel handelt es sich ein größtenteils über Kickstarter-finanziertes Projekt, das auch von Giuseppe und Alessandro Pedersoli, dem Enkel und Sohn von Bud Spencer produziert wurde und eine Retro-Hommage an die klassischen Filme von Bud Spencer und Terence Hill ist. Dass sich das vom italienischen Studio Trinity Team srls und von Publisher Buddy Productions GmbH herausgebrachte Spiel nicht besonders ernst nimmt, liegt schon allein beim Konzept sehr nahe und bereits die Beschreibung im PSN macht nur die besten Versprechungen:

„Das erste offizielle Videospiel von Bud Spencer und Terence Hill!

Bud Spencer und Terence Hill in ihrem ersten virtuellen Abenteuer. Eine brandneue Geschichte! Ob im Western Saloon, Miami Downtown, am Jahrmarkt etc… es gibt die volle ladung Sprüche, Backpfeifen und natürlich zünftige Prügeleien.

Slaps And Beans ist ein Multiplayer oder Einzelspieler-Scrolling Beat ‚em up-Spiel in dem der Spieler in die Rolle von Bud Spencer und Terence Hill.

Die wichtigsten Zutaten von Slaps und Beans sind:
-Retro Pixelgrafiken
-Bud Spencer & Terence Hill Kampfstil
-Co-op Mulitplayer-Modus
-Minispiele
-Eine roter Buggy mit gelb Häubchen
-Natürlich viele Schlägereien und Bohnen“

–> Hier ist der Link zur Quelle.

 

Ein Brawler mit den Helden meiner Jugend? Was sollte dabei eigentlich schiefgehen? – Leider doch einiges. Dazu muss man gleich sagen, dass das Spiel insgesamt ein unglaublicher Fanservice ist, aber das war es dann leider auch. Als Spiel per se und als Brawler im Detail will der Funke leider nicht so wirklich überspringen und man kann insgesamt leider nur sagen, so gut das Spiel in der Theorie auch klingen mag, die Praxis hinkt dem etwas hinterher. Aber fangen wir dazu am besten komplett beim Anfang an.

 

Das Spiel ist als Brawler im 16Bit-Gewand konzipiert und präsentiert sich in liebevoller Pixelgrafik. Ein wirkliches Intro gibt es dabei nicht, sondern wir werden während dem Spiel in die Geschichte eingeführt, da der Spielfluss durch jede Menge Unterhaltungen gestoppt wird. Dabei ist es egal, ob sich Bud und Terence untereinander oder mit jemand anderem auf dem Bildschirm unterhalten, das Spiel pausiert dann und alles was sich bewegt ist der scrollende Text, der 1:1 so aussieht, als ob man die Schriftart aus „The Secret of Monkey Island“ oder anderen Spielen von Lucas Arts genommen hat. Die Prämisse ist dabei recht schnell erzählt: Das Spiel beginnt im wilden Westen, Bud und Terence sind gerade dabei sich an einem gemütlichen Lagerfeuer ein paar Bohnen zu braten, als eine Bande Banditen vorbeikommt und den überaus blöden Fehler begeht die Pfanne mit den Bohnen umzukippen. Wenn es ums Essen geht versteht Bud natürlich keinen Spaß und Terence hilft seinem Kumpel bereitwillig dabei den Banditen, prügelnderweise, eine Lektion zu erteilen. Da Bud im Anschluss aber immer noch Hunger hat macht sich das Duo in die nächstgelegene Stadt auf, wo sie feststellen muss, dass diese auch fest in der Gewalt von Banditen ist, denen ebenfalls der Gar ausgemacht werden muss. Jedoch kann der Anführer mit dem Zug entkommen, weswegen Bud und Terence den Zug per Pferd entern, sich von ganz hinten bis zu Lock vor kämpfen und letztendlich dem Boss eins auf die Mütze geben, bevor der Film endet. – Ja, das alles war ein Film und von dort an geht es munter in der gleichen Manie durch unterschiedliche Areale, die mal mehr und mal weniger an die Filme des Duos angelegt sind, weiter, bis wir die insgesamt 12 Level des Spiels beendet haben. Zusätzlich zu den normalen 2D-Brawler-Leveln wird das Spiel auch immer mal wieder von Minispielen in Form einer Verfolgungsjagt zu Pferd oder Auto, bei der wir auch Hindernissen ausweichen müssen, dem ikonischen Buggy-Rennen oder auch weiteren Füllern aufgelockert.

 

Auch wenn die Story im Grunde mehr schlecht als recht zusammengebastelt wurde, um so viele ikonische Szenen, wie möglich in das Spiel zu packen, fällt das gar nicht mal so negativ ins Gewicht. Das Spiel unterhält dennoch und auch der Grafikstil gefällt mir wirklich gut. Sowohl Bud Spencer, als auch Terence Hill sind als Pixelsprites wirklich gut getroffen und auch wenn man nicht weiß um was es sich bei dem Spiel handelt, erkennt wahrscheinlich jeder der den Raum betritt, das es sich um das italienische dynamische Duo aus unser aller Jugend handelt. Aber wenn mir doch im Grunde so vieles gefällt, was habe ich dann eigentlich auszusetzen? – Das lässt sich schnell auf ein paar Elemente herunterbrechen:

  • Steuerung und Kampfsystem: Auch wenn Bud und Terence ein paar ihrer ikonischen Moves aus den Filmen mit an Bord haben und wir als Bud so zum Beispiel mit der Faust in einem Bogen von oben auf die Gegner einschlägt, so gibt es leider auch nicht mehr als eine Handvoll Moves, was dazu führt, dass man die gleiche Animation bereits in den ersten 5 Minuten mehr als Zweidutzend Mal zu Gesicht bekommt. Zusätzlich sind weder Bud noch Terence besonders agil unterwegs und können nicht springen und auch keine Gegner in den Schwitzkasten nehmen, wie man es unter anderem aus der Streets of Rage-Reihe kennt.
  • Schwierigkeitsgrad: Das Spiel hätte auf jeden Fall etwas mehr Finetuning gebrauchen können, denn die Schwierigkeit verfügt über keine klare Linie. Mal ist das Spiel so einfach, als ob es ein Vorschüler mit verbundenen Augen spielen könnte und in anderen Situationen kommt es einem so vor, als ob man ausversehen den „Dante must die!“-Modus aus „Devil may Cry“ ausgewählt hat. Und es hilft leider auch nicht wirklich, dass die Hitboxen in bestimmten Fällen willkürlich und unberechenbar sind und die Checkpoints im Zuge dessen etwas besser gewählt sein könnten.

 

Aber genug des Meckerns, denn wo das Spiel wirklich scheinen kann ist der 2-Spieler Modus. Zwar können wir das Spiel  auch alleine bestreiten, wobei wir einen der Kult-Italiener spielen und der zweite von der Konsole gesteuert wird, was wir auch jederzeit wechseln können, doch richtiger Spaß kommt erst auf, wenn wir mit einem Kumpel, der neben uns auf der Couch sitzt spielen. Denn auch wenn die Konsole nicht so schlecht spielt, wie in anderen Fällen, so kam es während meinem Spielen doch öfters vor, dass der CPU einfach nicht weiter gelaufen ist oder mir gar den Weg versperrt hatte, wenn ich zum Starten einer Zwischensequenz zum Beispiel mit einer Person sprechen musste und aber nicht dahin kam, wo ich hin musste. Diese Probleme hat man mit einem menschlichen Mitspieler auf keinen Fall und so macht das Spiel auch mehr Spaß.

 

Alleine hatte ich ziemlich schnell keine Lust mehr, weil jede neue Szene sowieso nur ein willkürlich drangehängtes Setpiece war, doch mit einem Kumpel haben wir es durchgezogen und hatten auf dem Weg bis zum Ende auch eine Menge Spaß. So kann mein Rat nur lauten, wer vor hat das Spiel alleine zu spielen, sollte sich das lieber nochmal überlegen und stattdessen vielleicht lieber nochmal einen Film mit Bud und Terence schauen, denn das Spiel wird leider schnell eintönig. Wer allerdings einen Mitstreiter und vielleicht das ein oder andere Kaltgetränk an Bord hat, wird es wahrscheinlich schaffen über das repetitive Spielprinzip hinwegzusehen und die vorhandenen spielerischen, wie auch designtechnischen Fehler als notwendiges Übel in Kauf zu nehmen, um damit eine gute Zeit zu haben.

 

NB@01.01.2019

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