Zur Abwechslung habe ich mal ein Thema, dass mal nichts mit dem Thema Gaming, sondern in die allgemeine Kerbe der „Nerdkultur“ schlägt. Denn Retro-Sammler sind ja meist vielschichtig unterwegs und so geht es bestimmt dem einen oder anderen von euch, so wie mir: Wir haben noch analoge Medien herumliegen, die es noch nicht in digitaler Form gibt. VHS-Kassetten und MCs sind da ein beliebtes Beispiel.

Musikkassetten, oder MCs generell sind dabei ein beliebtes Problem, denn gibt es mittlerweile fast jeden Film auch auf DVD, BluRay oder VOD, so sucht man einige Schätze der Vergangenheit leider vergebens. Früher gab es zu fast jedem Film oder Serie ein Hörspiel oder auch wenn man noch etwas weiter zurück denkt erinnere ich mich immer gerne an Zeitschriften, die eine MC als Dreingabe hatten, wie es unter anderem bei der leider zu Unrecht vergessenen Reihe „Erzähl‘ mir was“ der Fall war. Da das Tapedeck meiner Anlage bereits vor Jahren den Geist aufgegeben hat habe ich mich also mal mit einer Alternativen Möglichkeiten zur Digitalisierung interformiert und bin auf ein nettes Gadget in Form des „USB CASSETTE CAPTURE“ von ReShow gestoßen. Und noch schöner ist, dass man sich dafür nicht in Unkosten stoßen muss, denn das Gadget findet man bei diversen Internethändlern im Preisrahmen zwischen 10 und 15 Euro, was ein recht ordentlicher Preis ist, sofern die Qualität stimmt.

Das Gerät ist vom Look und Design eine klassischen Walkman nachempfunden und kann sogar auch genauso verwendet werden. Im Lieferumfang befinden sich nämlich neben den Gerät, einem USB-Kable zum Übertragen der Audiosignale an den PC, einer ausführlichen bebilderten Anleitung, einer Treiber- und Software-CD noch Ohrhörer. Zwar sind letztere sehr billig und taugen nicht viel, aber immerhin muss man zu Gute halten, dass man sowas überhaupt beigepackt hat. Hier muss allerdings angemerkt werden, dass der Kassettenspieler keine Akku verbaut hat und man zum mobilen Betrieb auf zwei nicht im Lieferumfang enthaltene AA-Batterien angewiesen ist. Zwar gibt es auch einen Anschluss für ein Netzteil, welches aber nicht beiliegt und logischerweise auch nicht für mehr Mobilität sorgen würde. Zum Anschluss an den PC und zum Digitalisieren liegt allerdings alles bei, außer der Kassette natürlich.

Das Gerät wirkt auf den ersten Blick zwar solide, aber mit sehr billigem Plastik verarbeitet. Besonders die verchromten Plastikteile sehen alles andere als schön aus, aber hier heiligt der Zweck die Mittel. Ich persönlich werde sowieso nicht mit dem Walkman durch die Straßen laufen, sondern benutze ihn ausschließlich zur Digitalisierung an meinem heimischen PC. Interessanterweise unterscheidet sich die Gerätebeschreibung vom Gerät mit der von der Verpackung, denn heißt das Gerät laut Verpackung „USB CASSETTE CAPTURE“, steht auf dem Gerät selbst „SUPER USB CASSETTE CAPTURE“. Das Super ist wohl erst dazugekommen, nachdem die Packung bereits fertig war. Aber ist an sich auch egal, denn gerade in den Gefilden der Kleinelektronik aus Asien gibt es meist das gleiche Gerät zig mal über unterschiedliche Hersteller mit leicht angepassten Bezeichnungen, so ist es auch nicht verwunderlich, dass man auf dem Gerät die Hinweise zum Hersteller vergebens sucht.

Das Gerät verfügt über diverse Steuerungsmöglichkeiten für die Kassette, Lautstärke, Auto-Reverse, Klinken- und Netzanschluss und die USB-Anschluss und wird seitlich aufgeklappt, um die Kassette einzulegen. Das Batteriefach ist im Inneren versteckt und befindet sich unterhalb der Kassetteneinlage. Die Knöpfe lassen sich gut bedienen und funktionieren auch ohne Netzteil und Batterie, sobald man die Verbindung zum PC über USB hergestellt hat. Auf der mitgelieferten CD befindet sich neben einem Treiber, den man bei modernen PCs nicht mehr wirklich braucht auch eine kleine, aber feine Aufnahmesoftware namens Audacity. Da die Software beim ersten Start konfiguriert werden muss, damit die Audiosignale der Kassette auch aufgezeichnet werden, kommt die Anleitung zum Tragen. Hier wird man Schritt für Schritt durch die Konfiguration geführt. Zwar hat sich seit der Erstellung der Anleitung das Layout ein wenig geändert, aber dennoch sollte die Einstellung nicht weiter schwierig sein. Die Aufnahme läuft dann in Echtzeit ab und das Gerät wechselt nach dem Ende der Seite der Kassette automatisch auf die Rückseite.

Ist die Aufnahme beendet hat man auch noch die Möglichkeit diese Wechselpausen herauszuschneiden oder auch andere Anpassungen vorzunehmen, bevor man die erstellte Datei exportiert. Ich habe mich für einen Export in MP3 entschieden, sehr gut funktioniert hat und im Grunde keine Wünsche offen lässt. So hat man in wenigen Schritten seine alte analoge Quelle in eine digitale Datei verwandelt, die entgegen der Quelle mit der Zeit nicht noch mehr kaputt geht…

NB@15.04.2019

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