Gerade erst ist der Testphase eines neuerdings in der Switch Online-Mitgliedschaft enthaltenen „Probespiels“ zu Ende gegangen und ich habe die Zeit intensiv genutzt, um herauszufinden, ob die paar Tage für „Mario Tennis Aces“ ausgereicht haben, oder es darüber hinaus Gründe gibt das Spiel in die Sammlung aufzunehmen. – Erst einmal möchte ich an dieser Stelle die unkomplizierte Abwicklung als Probespiel loben. Das Spiel hatte im Store einen separaten Downloadpunkt als kostenloses Probespiel und wurde umgehend mit der aktuellsten Version des Spiels, also mit Patches, etc. auf der Konsole installiert. Da das Spiel nur einen bestimmten Zeitraum kostenlos spielbar war, wurde unter dem Spiel im Hauptmenü ein Countdown angezeigt, damit man sofort sehen konnte, wie lange man noch Zugriff auf das Spiel hat. Allerdings muss ich auch anmerken, dass der Zeitraum von nicht einmal einer Woche schon sehr knapp ist und man langfristig, falls man das Format weiterführt, vielleicht den Zeitraum verlängert. Aber genug davon: Schauen wir uns doch mal das Spiel genauer an.

Tennisspiele gibt es bereits einige auf Nintendo’s Konsolen, angefangen beim Black-Box „Tennis“ für das NES hat es auf jeder meist mehrere Tennisspiele, auch immer mal wieder mit dem „Maskottchen“ Mario gegeben. So zum Beispiel „Mario Tennis“ für die Gameboy Color oder auch „Mario Tennis: Ultra Smash“ auf der WiiU, um nur einige zu nennen. Insgesamt hat bereits die Mario Tennis-Reihe bislang schon insgesamt 9 Ableger. Braucht man daher noch ein neues Tennis mit Mario auf der Switch, also den somit Zehnten Ableger? – Nun ja, wenn es so gut geworden ist wie „Mario Tennis Aces“, dann auf jeden Fall. Denn Entwickler Camelot, der im Auftrag für Nintendo gearbeitet hat, hat sich einen kleinen, aber feinen Clou für das Spiel einfallen lassen: Das Spiel ist im Grunde kein Tennisspiel, sondern eher ein Action-Adventure mit Tennismechanik, was eindeutig eine Aussage ist, die man etwas erklären muss:

Anders als bei anderen Tennis-Spielen, oder Sportspielen im weitesten Sinne, wo der Fokus gewöhnlich auf der Mechanik der betroffenen Sportart und dem Multiplayer, egal ob local oder online, liegt, ist bei „Mario Tennis Aces“ der Fokus eindeutig auf dem Singleplayer und der Multiplayer ist eher als Zusatz zu verstehen, was sich schon ganz deutlich am Spielstart zeigt, denn wo andere Spiele uns in ein Hauptmenü entlassen, startet hier ohne Umschweife die Singleplayer-Kampagne. Ich war am Anfang dadurch schon fast etwas verwirrt und dachte, dass ich vielleicht aus Versehen irgendwo „Start“ geklickt habe, aber es ist so. Die Geschichte wird von Wario und Waluigi, den bösen Gegenstücken zu Mario und Luigi in Gang gesetzt, als diese einen verfluchten Tennisschläger finden und diesen Mario beim Finale der Tennis Aces-Meisterschaften, die während dem Anfang des Spieles gerade zu Ende gehen, übergeben wollen. Doch Mario merkt sofort, da die bösen Gegenstücke gekünstelt freundlich tun und zusätzlich noch merkwürdig leuchtende Augen haben, dass etwas nicht stimmen kann, und bleibt erst einmal auf Distanz. Luigi ist leider nicht so vorsichtig, berührt den Schläger und setzt damit eine merkwürdige Lila Wolke frei, die ihn kurzerhand verschluckt. Es ist danach an Mario herauszufinden, was hier eigentlich los ist und wo sein Bruder ist. Das ist zwar nicht besonders kreativ von Seiten der Story, aber liefert genug Rechtfertigung, warum wir in ein Abenteuer starten. Denn das Spiel entlässt uns darauf in eine Oberwelt, die rein optisch an die Oberwelt-Karte von „Super Smash Bros. Ultimate“, was eine moderne Weiterentwicklung der Oberwelt-Karte von „Super Mario Bros. 3“ darstellte. Wir können Mario auf vordefinierten Pfaden der Karte bewegen, teilweise Abzweigungen frei wählen und kommen regelmäßig an Knotenpunkte hinter denen sich ein Level, ein Boss oder eine sonstige Herausforderung befindet.

Das unterscheidet das Spiel auch von anderen Tennisspielen, denn nicht jeder Stopp ist ein gewöhnliches Tennismatch. So müssen wir zum Beispiel auch Geschicklichkeitsaufgaben, wie das Abschließen von X Gegnern in einer bestimmten Zeit erledigen, um weiterzukommen oder kleinere Rätzel lösen, um einen versteckten Höhleneingang zu öffnen. Alles unter Verwendung der Tennis-Mechanik, die aber somit nicht der einzige Fokus ist. Natürlich gibt es auch klassischere Tennismatches, die aber auf Grund von neu-eingeführten Spezialattacken sehr dynamisch, taktisch und Actionreich ablaufen. Zusätzlich bieten auch die Areale Gefahren, die wir in unser Spiel einfließen lassen müssen. So spielen wir zum Beispiel auf einem Schiff gegen einen Koopa und haben den Mast des Schiffes mitten im Spielfeld, oder es befinden sich auch mal Röhren aus denen Piranha-Pflanzen herauskommen, die unseren Ball verschlucken und in eine andere Richtung ausspucken. Auch ausgewachsene Bosskämpfe sind an der Tagesordnung, die teilweise recht fordernd ausfallen können, wenn man die Steuerung noch nicht komplett verinnerlicht hat. Dazu gibt es zwar hilfreiche Tutorials, doch um die Kombination von unterschiedlichen Mechaniken und schnelle Wechsel innerhalb eines Matches zu erlernen muss man zu Beginn eine recht steile Lernkurve in Kauf nehmen. Dabei hat Nintendo allerdings versucht die Steuerung so simpel wie möglich zu halten, damit sich das Spiel sowohl mit einem Joycon, zwei Joycons, oder einem Pro-Controller steuern lässt. Das stellt sich im Spiel allerdings manchmal als Fluch heraus, da man durch die Doppelbelegung von Tasten, die in Kombination mit einer Richtungstaste oder einem Mehrfachdruck dann eine andere Aktion ausführen, als man eigentlich wollte und dadurch auch über Sieg oder Niederlage entscheiden können.

Doch das gute ist, dass selbst eine Niederlage auch einen Mehrwert mit sich bringt, denn wir verdienen mit jeder Aktion XP, die sich unterschiedliche Attribute unseres Charakters, wie Geschwindigkeit, Schlagkraft, etc. auswirkt. Zusätzlich lassen sich diese Werte im Spielverlauf durch neue Tennisschläger noch weiter optimieren, die man teilweise automatisch im Verlauf der Geschichte oder durch das absolvieren von optionalen Nebenmissionen, die links und rechts der Story zu finden sind, bekommen kann.

Jedoch gibt es neben der Geschichte, dem Abenteuer-Modus auch noch weitere Spieloptionen, die man mehr als klassischen Sportspielen kennt. Dabei handelt es sich um einen Turnier-Modus, indem man zufallsgeneriert gegen Gegner antritt, um am Ende in unterschiedlichen Cups (Pilz-Cup, Stern-Cup, etc.) eine Gesamtwertung präsentiert zu bekommen. Dieser Modus ist der klassische Singleplayer und ist auch nur allein gegen den CPU spielbar. Zusätzlich gibt es allerdings auch den Multiplayer-Modus, indem man entweder offline oder online gegen Freunde oder die ganze Welt antreten kann. Offline-Matches via Couch-Co-Op sind ohne Switch Online-Mitgliedschaft möglich, für Onlinespiele braucht man diese hingegen. Zum Spielen stehen hier nach mittlerweile 18 auswählbare Figuren zur Verfügung. Weitere Figuren sollen sukzessive per Patches nachgeliefert werden.

Der Multiplayer unterscheidet sich insofern vom Singleplayer, dass man neben der Standard-Einstellungen auch eine einfache Einstellung, wo der Energiebalken und die damit verbundenen Sonderattacken ausgeschaltet sind. Hier liegt der Fokus mehr auf der Kernfunktion als „Tennisspiel“. In beiden Modi spielt man in 1:1 oder 2:2-Turnier-Matches über mehrere Runden. Interessanterweise wird sogar vor jedem Match der Ping aller Kontrahenten überprüft, um für Chancengleichheit zu sorgen. Und last but not Least gibt es noch einen Real-Modus, bei dem es weder Energie, Spezialattacken und keine normale Controller-Steuerung gibt. Hier wird mit einem Joycon gespielt, den man wie einen Tennisschläger halten und entsprechend bewegen muss. Das ist eindeutig ein Überbleibsel der Wii und artet für meinen Geschmack zu sehr ins „Gefuchtel“ aus, auch wenn das mit mehreren Spielern wahrscheinlich auch Spaß machen kann, denn diesen Modus kann man sogar zu viert an einer Konsole spielen.

Insgesamt ist „Mario Tennis Aces“ ein wirklich schickes Spiel geworden und bietet einiges mehr, als man am Anfang vermuten würde. Besonders gut hat mir dabei der Fokus auf dem Abenteuer-Modus gefallen, denn das ist oft ein Manko bei Spielen, die eher auf Multiplayer ausgelegt sind. Klar ist die Story sehr vorhersehbar, doch da Zielgruppe bei Nintendo meist etwas jünger ist möchte ich das dem Spiel nicht ankreiden, zumal es mir auch nicht negativ aufgestoßen ist. Auch wenn die Story in 6-8 Stunden ohne Probleme zu beenden ist, so gibt es dennoch einiges an Nebenmissionen und auch weitere Spielmodi, die bei Laune halten. Für mich ist das Spiel auf jeden Fall auf Dauer in meiner Bibliothek gelandet, um gerade nach dem Ende des Singleplayer ein weiteres Multiplayer-Spiel, neben Mario Kart und Super Smash Bros. zu haben, was man mit zusammen mit Freunden spielen kann…

NB@16.08.2019

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