Switch Review: „Shadow Bug“ #ShadowBug

Auch wenn es immer so leicht aussieht, gehört doch einiges dazu einen wirklich guten Plattformen zu designen. Denn nicht alle Spieledesigner sind eben das Kaliber eines Miyamoto und man läuft Gefahr, dass am Ende etwas wie „Little Adventure on the Prairie“ rauskommt. Umso erfrischender ist es, wenn man zur Abwechslung ein Spiel serviert bekommt, dass bekannte Mechaniken aufgreift und durch frische Ideen erweitert, wie es das vorliegende „Shadow Bug“ tut. Dabei wurde mir das Spiel dankenswerterweise zu Reviezwecken von First Press Games, einem neuen deutschen Publisher, der sich ähnlich wie Limited Run Games auf das Verlegen von streng limitierten Premiumauflagen von Spielen, die eigentlich kein physisches Release erfahren haben, verschrieben hat. Freunde von solchen Veröffentlichungen sollten sich den Namen daher unbedingt merken. Dort gibt es auch einige tolle Editionen des Spiels zum Vorbestellen…

Entwickelt wurde „Shadow Bug“ vom finnischen Entwickler MuroStudios, die das Spiel von der zuerst erschienenen PC-Version an die unterschiedlichen Möglichkeiten der Switch angepasst haben und so wahlweise den Touchscreen oder die Bewegungssteuerung verwenden, während wir uns durch insgesamt 36 Levels kämpfen, was besonders bei Ports eher die Ausnahme ist. Denn so vielseitig die Möglichkeiten von Nintendo’s Hybrid-Konsole auch sein mögen, abseits der First Party Releases scheuen viele Entwickler wohl leider den Aufwand kreativ damit umzugehen. Doch bei „Shadow Bug“ ist das nicht der Fall und der Übergang ist nahtlos möglich, je nachdem ob wir das Spiel im Handheld- oder im Dock-Modus verwenden möchten und jede Variante bringt dabei Vor- und Nachteile mit sich.

Wir steuern den mächtigen Ninja-Kämpfer Shadow Bug, der auszieht den heimatlichen Wald, der von einer fiesen Fabrik bedroht wird, zu retten. Das geschieht natürlich am besten, indem man Monster in ihre Einzelteile zerlegt, was jedoch nicht  in seiner gewohnten Form mit Steuerung per Stick und Sprung/Angriff mit den Actionbuttons geschieht, sondern ungewöhnliche neue Wege bestreitet: Wir steuern zwar die Laufrichtung unseres Charakters mit dem linken Stick, durch seine Aktionen, wie blitzschnelle Sprünge oder der Angriffe werden mit Hilfe einer zweiten Spielfigur, einer kleinen Fliege, die Shadow Bug immer begleitet, durchgeführt. Diese interessante Mechanik fällt eindeutig in die Kategorie leicht zu erlernen, aber schwierig zu meistern, wobei der Schwierigkeitsgrad aber moderat ansteigt und lediglich in Ausnahmemomenten, wie die insgesamt 6 ziemlich fordernden Bosskämpfe, für kurzzeitigen Frust sorgen kann, bis man die Pattern durchschaut hat.

Im Handheld-Modus reicht dazu ein Tippen auf den jeweiligen Gegner, um diesen direkt anzugreifen und im Dock-Modus wird dafür die Bewegungssteuerung des zweiten Joycons samt Schultertase zum Bestätigen verwendet. Dabei funktionieren beide Varianten ziemlich gut, auch wenn die Touchscreen-Variante das Spiel etwas leichter macht, da man mit einem Tippen beide Aktionen durchführt und insgesamt etwas schneller ist, da es keine Laufwege des Cursers über den Bildschirm gibt, sondern unser Tippen den Curser sofort an die gewünschte Stelle springen lässt. Dabei wird vollkommen auf andere Eingabemethoden verzichtet und so müssen wir diese Fähigkeiten ebenfalls einsetzen, um Bewegungen an einander zu reihen und so das Ende der Levels zu erreichen. In machen Levels muss man dabei auch ziemlich um die Ecke denken und gutes Timing einfließen lassen, um die Rätsel und Herausforderungen zu überwinden.

Technisch kann sich das Spiel dabei wirklich sehen lassen, denn nicht nur läuft das Spiel wirklich flüssig, sondern auch Ladepausen sind so gut wie nicht vorhanden. Und besonders von erstem hätte das schnelle Spielprinzip eindeutig sehr gelitten. Zwar muss man auf der Switch generell auf 4K und HDR verzichten, aber der interessante Artstyle als Kombination aus lebendigen Farben und handgezeichneten Assets ist frisch und sieht einfach toll aus. Dabei macht es im Übrigen keinen Unterschied, in welchem Modus man das Spiel genießt, es sieht in beiden toll aus und Performance-Unterschiede konnte ich dabei auch nicht feststellen. Der einzige wirkliche Schwachpunkt ist zweifelsfrei die Story. Zwar ist die Geschichte des Spiels eher Nebensache und die Levels in sich sind jeweils losgelöst von einander zu sehen, aber dennoch bleiben wir als Spieler über die Motivation und die Frage gegen was wir eigentlich kämpfen komplett allein. Und zumindest kann man davon ausgehen, dass die Entwickler einen logischen Aufbau von Level zu Level vorschwebt, denn es ist nicht möglich Levels auszulassen und wir schalten immer erst mit dem Abschluss eines Levels das darauf folgende frei. Zusätzlich wurden als Ansporn in der Switch-Version Online Leaderboards hinzugefügt über die man sich mit Spielen auf der ganzen Welt vergleichen kann. Denn für jedes Level gibt es Zeit- und Punktevorgaben an denen unsere Leistung gemessen wird. Dabei lassen sich pro Level bis zu drei Ninjasterne als Bewertung verdienen und die Levels wahlweise bis zur Perfektion wiederholen, ein Spielprinzip, das unter anderem an die letzten Rayman-Spiele erinnert und ähnlich motivierend ausfällt.

Insgesamt ist es schön, dass auch noch Plattformer mit frischen Ideen gibt. Die 36 Levels und insgesamt 6 abwechslungsreichen Bosse können sich teilweise als ganz schöne Kopfnüsse erweisen, was aber das Erfolgserlebnis umso größer macht. Die Performance ist super und besonders schön sind auch die (sinnvollen) Anpassungen an die Gegebenheiten der Konsole können überzeugen. Lediglich in Sachen Geschichte wäre durchaus mehr drin gewesen, was man aber im Anbetracht der durchaus überwiegenden Pluspunkte verschmerzen kann. Spaßige kurzweilige Unterhaltung, die man in vielen anderen Spielen leider vergebens sucht, aber mit „Shadow Bug“ findet.

Entwickler:         MuroStudios

Publisher:           MuruStudios (digital) / First Press Games (retail)

Erhältlich auf:    Nintendo Switch

NB@25.02.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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