PS4 Review: „Reed Remastered“ #Reed #ReedRemastered

In der letzten Zeit sind neben einigen hochkarätigen AAA-Games auch ein paar kleinere Spiele herausgekommen, die leider in der Berichterstattung manchmal untergehen, sofern sie nicht ein Alleinstellungsmerkmal mit sich bringen. Dennoch gibt es in dieser Masse an Spielen auch das ein oder andere Spiel, das ich dennoch versuche zu thematisieren, sobald sich mal eine kleine Lücke ergibt und so berichte ich heute über eines der letzten Releases von Ratalaika Games, die versuchen mit „Reed Remastered“ PS4, PS Vita, Xbox One und Nintendo Switch durchzustarten, wobei das Spiel auf den Sony-Plattformen wieder im Cross-Buy und kommt selbstverständlich auch wieder mit einer überaus leichten Trophäenliste. Schauen wir daher mal, ob die Rechnung aufgeht.

Die Geschichte des Spiels schlägt dabei zu Beginn schon einen überraschend tiefgründigen Pfad ein, indem wir zwar in der Haut des Titelgebenden Reed, einer Kreation irgendwo zwischen Katze und Hund, gesteckt werden, doch dieser keine echte Gestalt aus Fleisch und Blut, sondern vielmehr die rein virtuell erschaffene Lebensform ist. Reed wurde von einem alten Supercomputer erschaffen, um sich selbst und in Folge dessen die ganze Welt zu retten. Denn dem Computer brechen nach und nach wichtige Informationswürfel weg, die er zu Betrieb seiner System benötigt. Reed soll losziehen und die verlorenen Fragmente wiederbeschaffen. Diese Prämisse ist überraschend ernst und kratzt schon zu Beginn gleich an mehreren existenziellen Fragestellungen, die man für gewöhnlich nicht in Videospielen dieser Art findet, auch wenn sie im weiten Spielverlauf leider nicht weiterverfolgt werden.

Denn sobald das Spiel wirklich gestartet ist, ist im Grunde nichts mehr von der Geschichte spürbar. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass man das Spiel gleich als simplen Rohrkrepierer abtun sollte, denn Gameplay-Technisch ist „Reed Remastered“ ein überraschend solider Puzzle-Plattformer und kann gerade im späteren Spielverlauf selbst für Veteranen fordernd werden. Dabei sollte man sich keinesfalls vom verwendeten Artstyle, der an Kirby oder ähnliche Spiele der NES– oder SNES-Ära erinnert blenden lassen, denn auch wenn man zu Anfang noch relativ gemächlich in das Spielgeschehen eingeführt wird, so zieht die Schwierigkeit recht schnell an. Das Ziel pro Level ist an sich relativ einfach formuliert: Finde den Datenwürfel und verlasse das Level. Das ist jedoch einfacher gesagt, als getan da die Levels aus Plattformer-Hindernisarenen bestehen und Reed in nur einem Treffer das zeitliche segnet. Mit fortschreitendem Spiel kommen dann sogar noch komplexe Fallen und Gegner dazu, die wir lediglich kurzzeitig ausschalten können. 

Das Level-Design ist dabei an sich wirklich gelungen und fordern nicht nur unsere Plattformer-Fähigkeiten, sondern auch unsere grauen Zellen, wenn wir komplexere Abläufe erst einmal Schritt für Schritt analysieren müssen, um zum einen ihre Funktion zu verstehen und zum anderen das benötigte Timing herauszufinden. Das kann zwar in einzelnen Levels zu kurzzeitigem Frust führen, wenn man einfach nicht auf die Lösung kommt, oder man von unübersichtlichem Leveldesign, das von uns als Spieler einen Sprung ins Ungewisse verlangt, um eine Hürde zu überwinden, ist aber zu keiner Zeit so frustrierend, das ich in Erwägung gezogen hätte es nicht nochmal zu versuchen. Ganz im Gegenteil, in meiner Durchspiel-Session habe ich wahrscheinlich mir keinen Satz öfters gedacht als „noch einmal…“, um dann 5 Tode später endlich das Level besiegt zu haben. Sowas muss man auf jeden Fall abkönnen, wenn man danach das tolle Gefühl erleben möchte, dass man das Spiel, bzw. das Level „besiegt“ hat. Insgesamt gibt es im Spiel satte 50 Levels und on Top noch eine Handvoll versteckte Bonuslevels, die aber vollkommen optional sind.

Von der technischen Seite ist das Spiel mit seinen knuddeligen Figuren ganz nett anzusehen, auch wenn man mit fortschreitendem Spiel immer öfters wiederverwendete Assets finden wird, die dann nur in unterschiedlichen Farben verwendet werden. Doch dafür laufen die Levels allesamt flüssig, der Respawn findet im Grunde immer unmittelbar statt und die Eingaben sind wahnsinnig direkt, auch wenn man dabei ein minimales „Nachlaufen“ des Charakters berücksichtigen muss, bis dieser zum Stehen kommt. Die Musik ist wenig aufdringlich und beschränkt sich eher auf atmosphärische Klänge, die eher im Hintergrund verbleiben. So wird man nicht vom Spielgeschehen abgelenkt und kann sich mehr auf das Lösen der Rätsel beschränken, auch wenn meiner Meinung nach ein klein Wenig Variation nicht geschadet hätte, da die Musik von Anfang bis Ende des Spiels gleich bleibt. Das wird den meisten aber wahrscheinlich gar nicht negativ auffallen, da das Spiel recht flott beendet ist und abseits von Speedruns der Levels keinerlei Wiederspielwert bietet. Doch das wird wahrscheinlich für die Hauptzielgruppe des Spiels ohnehin nicht besonders interessant sein, denn das sind ohne Zweifel die Trophäenjäger. Denn wie man es von den Spielen von Ratalaika Games gewohnt ist wartet das Spiel natürlich auch wieder mit einer überaus leichten Trophäenliste auf, die 17 Trophäen (2 x Bronze, 4 x Silber, 10 x Gold, 1 x Platin) umfasst, was auf der Xbox One 1000GS entspricht. Auf den Sony-Plattformen bekommt man dank Cross-Buy die Versionen von PS4 und PS Vita zum gleichen Preis im Doppelpack, wobei die Versionen und die dazu gehörigen Trophäenlisten inhaltlich identisch sind.

Insgesamt unterhält das Spiel wirklich gut, auch wenn es leider keinen wirklichen Wiederspielwert gibt. Aber in Relation zu anderen Spielen mit überaus leichter Trophäenliste ist hier auf jeden Fall mehr Fleisch am Knochen. Gerade spätere Levels können überaus fordernd ausfallen und bringen Spieler nahezu an seine Grenzen. Stellenweise kann dabei auch Frust aufkommen, zumal es keine Möglichkeiten gibt ein Level zu überspringen, was den Spieler von allen weiteren Levels ausschließt. Hier wäre eine Skip-Funktion schön gewesen. Doch sonst liefert Ratalaika Games einen soliden Beitrag ab, der sowohl für Knobelfreunde, wie auch Trophäenjäger interessant ist.

Entwickler:      PXLink

Publisher:       Ratalaika Games

Erhältlich auf:  PS4, PS Vita, Xbox One, Nintendo Switch

NB@20.04.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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