PS4 Review „Jisei: The First Case HD“ #Jisei #JiseiTheFirstCaseHD #LeichtePlatin

Seit einiger Zeit hat Ratalaika Games konsequent das Angebot an Visual Novels ausgebaucht, die der spanische Publisher neben seinen „normalen“ Veröffentlichungen vertreibt. Die neueste Veröffentlichung ist dabei ein interessanter Kandidat einer Veröffentlichungen, denn es handelt sich nicht um einen Port eines Spiels, das seit Jahren auf Steam erhältlich ist, sondern um eine umfassende Neuauflage eines Spiels, dessen ursprüngliche Veröffentlichung bereits mehr als zehn Jahre auf dem Buckel hat!

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Das Spiel wurde also nicht einfach portiert, sondern in Zusammenarbeit mit dem ursprünglichen Entwickler umfassend modernisiert, um es auf modernen Plattformen wieder zu veröffentlichen, wieso auch der Zusatz „HD“ zum Titel „Jisei: The First Case“ hinzugefügt wurde. Und auch wenn ich das Original nicht kenne, so war ich dennoch interessiert herauszufinden, wie sich das Spiel im Vergleich zu anderen Spielen schlägt, denn allein in Sachen Storytelling in Videospielen ist in zehn Jahren einiges passiert. Um das herauszufinden wurde mir das Spiel freundlicher Weise vom Publisher zu Testzwecken überlassen, was allerdings keinen Einfluss auf meine Bewertung hat.

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Im Zentrum der Handlung steht ein namensloser Teenager, der im gesamten Spielverlauf nur als „???“ referenziert wird, der über einige besondere Fähigkeiten verfügt, denn er kann nicht nur körperlich fühlen, wenn es in seinem Umfeld einen Todesfall gibt, sondern kann durch eine simple Berührung des Toten die letzten Momente vor dem Ableben nachempfinden. So kommt es, dass wir uns am Anfang der Geschichte in einem Coffee Shop wiederfinden und ihn plötzlich das „Gefühl“ eines Todesfalls beschleicht. Wir durchsuchen die Räume des Coffee Shops und finden letztendlich die Leichte einer jungen Frau auf dem Boden des Waschraums in deren Brust ein großes Messer steckt. Doch bevor wir durch unsere Berührung herausfinden können werden wir mit der Leichte entdeckt und landen selbst ganz oben auf der Liste der Verdächtigen, während ein Polizist, der zufällig in der Nähe war, die Ermittlungen im Coffee Shop aufnimmt. Von dort a ist es an uns unsere Unschuld zu beweisen und zu helfen herauszufinden, wer der wahre Mörder ist. 

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Im Vergleich zu anderen Visual Novels ist die Geschichte weniger verschachtelt und wartet mit einem insgesamt kleineren Umfang auf, da es nur eine Handvoll Charaktere und lediglich vier unterschiedliche Bildschirme, an denen sich die Handlung zuträgt, gibt. Wir wechseln also oft zwischen dem Verkaufsraum des Coffee Shops, einem Flur und zwei Waschräumen hin und her, um Hinweise zu finden und Gespräche mit drei jungen Damen im Coffee Shop und dem Polizist Namens Gurski. Die Damen bestehen aus Chance, der Mitarbeiterin des Coffee Shops, Miss Bergstrom, der Kundin, die uns mit der Leiche gefunden und einer Studentin namens Kizaki, die alle etwas zu verschweigen scheinen und es ist an uns Licht ins Dunkel zu bringen, wobei es leider ziemlich schnell offensichtlich ist, wer den Mord begangen hat. In diesem Zusammenhang sind andere Visual Novels etwas vielschichtiger als dieses hier, zumal es selbst bei wiederholten Durchgängen kaum Variation und lediglich drei unterschiedliche Endszenarien gibt.

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Und gerade dieser geringe Umfang ist überaus schade, denn technisch macht das Spiel eine wirklich gute Figur. Die Zeichnungen sind auf hohem Niveau, die Animationen, die sich besonders in der Gestik und Mimik der Charaktere niederschlagen sind differenziert und es gibt sogar eine (englischsprachige) Vertonung, die mit ziemlich guten schauspielerischen Leistungen aufwartet. Mit etwas mehr Umfang und vielleicht etwas mehr Interaktionsmöglichkeiten hätte aus dem Spiel ein richtiger Hit, doch so ist es zwar solide Unterhaltung für ein oder zwei Durchgänge, von denen jeder nicht länger als 1 Stunde dauern dürfte, doch mehr leider auch nicht. Und so werden die Spieler das Spiel wahrscheinlich direkt deinstallieren nach dem die letzte Trophäe verdient wurde. Davon gibt es insgesamt 13 Stück (0 x Bronze, 1 x Silber, 11 x Gold, 1 x Platin) und mit einem Guide kann man es im Prinzip in knapp 20 Minuten schaffen alle Trophäen zu verdienen, von denen die meisten an bestimmte Antworten und Endszenarien gebunden sind. Auf der Xbox One entspricht das in gewohnter Weise 1000GS.

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Insgesamt hat mich das Spiel zwar unterhalten, aber gerade die kurze Spielzeit und die eher vorhersehbare Geschichte und die wenige Variation trüben den Eindruck leider ungemein. Zwar sind die Charakter liebevoll desgined und die Geschichte an sich durchaus ansprechend, doch man hat leider zu wenig daraus gemacht, was auch durchaus daran liegen kann, dass es sich im Kern eben um ein Spiel handelt, das bereits mehr als 10 Jahre auf dem Buckel hat. So wird die Hauptzielgruppe leider, wie so oft bei den Veröffentlichungen von Ratalaika Games, nur aus Trophäenjägern bestehen, die sich aber auf eine schnelle Platin zur Erweiterung der Trophäenliste freuen können.

Entwickler: Sakevisual

Publisher: Ratalaika Games

Erhältlich auf: PS4, Xbox One, Nintendo Switch

NB@27.07.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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