PS4 Review: „Even the Ocean“ #EvenTheOcean #LeichtePlatin

Es sollte kein Geheimnis sein, dass ich immer einen besonderen Augenmerk auf die Spiele von Ratalaika Games habe, da diese mit ihrem kleineren Preis und kleineren Scope eine wirklich nette Unterhaltung für Nebenbei ist. Besonders begrüße ich dabei Spiele, die sich von der Masse abheben, die heutzutage hauptsächlich aus Plattformern und Visual Novels zu bestehen scheint. Doch hier kommt ein Cyberpunk-Adventure, das Inspiration von herausragenden Spielen, wie „Snatcher“, kombiniert das mit Plattforming und Erkundung à la „Metroid“ und verwendet technische Elemente in Form von animierten Sprites, die sich auf unterschiedlichen Ebenen über vorgerenderte Hintergründe bewegen, die man unter anderem aus den Final Fantasy-Spielen der PS1-Ära, kennt.

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Wir schlüpfen in die Rolle von Aliph, die gerade ihren Job als Kraftwerkarbeiterin in Whiteforge City angetreten hat. Die Energiegewinnung der Zukunft findet über die Manipulation von entgegengesetzten Energiequellen, heller und dunkler Energie, statt. Im Grunde ist das ein recht dröger Job, doch bei einem Unfall im Kraftwerk kommt Aliph einer großen Verschwörung auf die Spur, die sie dazu bringen alles in Frage zu stellen, das sie meinte zu wissen und ihr zeigt, dass der Wohlstand in dem sich ihre Gesellschaft befindet, auch einen düsteren Preis mit sich bringt… – Es liegt dann an Aliph, bzw. uns als Spieler die genaueren Hintergründe der Verschwörung aufzudecken und einen Weg zu finden nicht nur ihr eigenes Leben zu retten, denn logischerweise gibt es einige, die nicht erpicht darauf sind, dass Aliph die Wahrheit ans Licht bringt…

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Man merkt gleich zu Beginn, dass ein starker Fokus der Entwickler die dichte Atmosphäre und die Geschichte war, was auch wirklich gut erzählt wird und am Ende durchaus stimmig ist, auch wenn es innerhalb der knapp 6-Stündeígen Kampagne ein bis zwei Situationen, wo ich nicht ganz mitgekommen bin und es erst etwas später, mit mehr Information, klick gemacht hat. Doch das ist an sich wirklich die Ausnahme und größtenteils holt einen das Spiel immer richtig ab. Die Charaktere sind glaubhaft, gut geschrieben und Aliph ist eine Heldin, mit der man sich identifizieren kann, was besonders bei Spielen, in denen die Story der Hauptfokus ist, wichtig ist.

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Gameplay-technisch verbindet das Spiel gekonnt die Elemente aus klassischen Adventures mit Dialogboxen und kleineren Rätseln mit Jump n Run-Abschnitten in den Kraftwerken und die relativ freie Erkundung der Spielwelt in RPG-Manier. Auch wenn die Paarung der einzelnen Elemente erst einmal abstrus anmuten mag, so verbinden sie sich überraschend gut zu einem großen Ganzen und kein Elemente überschattet das andere, oder ist zu weit in die Länge gezogen. Gerade vom Pacing her funktioniert das gut und zweifelsohne haben die Entwickler hier viel dran gefeilt. Die Grafik ist sympathisch und verwendet eine Retro-angehauchte Cellshading-Optik, ohne dabei aber zu pixelig zu werden, was mich persönlich in Sachen Farbpalette und der Größe der Figuren an viele Spiele der 16-Bit Super Nintendo-Ära erinnert, wobei viele Neo-Retro-Spiele eher versuchen eine gröbere 8-Bit-Optik nachzuahmen. Und obwohl das Spiel sich aus unterschiedlichen Elementen zusammensetzt und man meinen könnte, dass es entweder Stilbrüche geben würde, oder einige Mechaniken ausgereifter sind, als andere, konnte ich diesbezüglich keine Ausreißer feststellen. – Ganz im Gegenteil, gerade in den Plattformer-Abschnitten, in denen wir teilweise einige Puzzle-Abschnitte überwinden müssen, um weiter zu kommen, glänzen durch präzise Steuerung, die einige reinrassige Jump n Runs vor Neid erblassen lassen würden. Allerdings sollte man sich als Spieler bewusst sein, dass das Spiel einen Großteil der Spielzeit rein auf Dialoge und Narrative legt, die nicht vertont ist, sondern gelesen werden muss.

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Um das Spiel dabei aber dennoch für viele Spielergruppen zugänglich zu machen, bietet das Spiel ab dem Hauptmenü die Auswahl zwischen „Full Game“, die komplette Erfahrung des Spiels, den, „Story Mode“, bei dem einige schwierigere Plattform- und Puzzle-Passagen übersprungen werden, „Gauntlet-Mode“, der die Story-Abschnitte überspringt und für Speedruns zur Verfügung stehen sollte und „Warp Mode“, der unterschiedliche Punkte im Spiel wahlweise auswählbar macht. Gerade der letzte Punkt dürfte für Trophäenjäger interessant sein, denn so kann man den Weg zur Platin auf knapp 20 Minuten reduzieren, auch wenn einem bewusst sein muss, dass man dann von der wirklich interessanten Geschichte rein gar nichts mitbekommt. Daher wäre meine Empfehlung auf jeden Fall vorab einmal das „Full Game“ zu spielen, auch wenn man darin ein paar Trophäen verpassen kann. Insgesamt gibt es im Spiel 12 Trophäen (0 x Bronze, 0 x Silber, 11 x Gold, 1 x Platin) zu verdienen, was auf der Xbox One, in gewohnter Weise, 1000GS entspricht.  

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Insgesamt ist „Even the Ocean“ ein wirklich gelungener Hybrid aus Gameplay-Mechaniken, die mit einer spannenden Geschichte schlüssig und unterhaltsam zu einem großen Ganzen verbunden sind. Und gerade weil ich vorher nicht besonders viel vom Spiel erwartet hatte, hat es mich umso mehr überrascht und hebt sich meilenweit von den anderen Spielen mit überaus leichter Trophäenliste ab. Denn es überzeugt auch als Spiel, abseits der Trophäen. – Das motivierende Spielprinzip und die dichte Story haben dafür gesorgt, dass ich es nicht zur Seite legen konnte, bis der Abspann über den Bildschirm flimmerte.   Eine absolute Empfehlung, auch für nicht-Trophäenjäger!

Entwickler: Melos Han-Tani, Marina Kittaka, Ratalaika Games, Analgesic Productions LLC

Publisher: Ratalaika Games

Erhältlich auf: PS4, Xbox One, Nintendo Switch

NB@16.09.2020

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