PS4/PS5 Review: „Thunderflash“ #Thunderflash #LeichtePlatin

Es gibt viele Spiele, die versuchen die Klassiker einzelner Genres zu imitieren. Dabei sind diese zwar von wandelnder Qualität und auch kann man sich darüber streiten, was noch als Hommage zu werten ist und was hingegen nur ein dreister Abklatsch ist, doch zweifelsohne werden einige Spiele öfters als Vorlage verwendet, als andere. So hat wahrscheinlich jeder schon Castlevania-, Mario-, oder auch Zelda-Klone gespielt, um nur ein paar Beispiele zu nennen, doch Ikari Warriors kommt selten bis gar nicht in diesem Listen vor. Doch das ändert sich jetzt mit „Thunderflash“, dem neuesten Spiel von Ratalaika Games, das selbstverständlich auch wieder mit einer überaus leichten Trophäenliste aufwartet. Doch kann es auch spielerisch überzeugen?

„Ikari Warriors“ war eine erfolgreiche Reihe von Arcade-Spielen, die starke Inspiration von Actionfilmen à la Rambo zog und sich durch das fordernde Gameplay für zwei Spieler im Co-Op schnell zum Publikumsliebling avancierte und nach Metal Slug, King of Fighters und Fatal Fury eine der bekanntesten Reihen von Traditionsentwickler SNK ist. – Das Spiel, also sowohl die Vorlage, wie auch das Spiel „Thunderflash“, ist ein Run and Gun-Shooter aus der Top-Down-Ansicht, der mit wenigen Eingaben auskommt. Wir können frei in alle Richtungen bewegen, verfügen über einen normalen und unbegrenzten Schuss, der sich auch durch Powerups temporär zum Laser, Flammenwerfer, o. Ä. aufleveln lässt und eine Sonderattacke in Form von Raketen, die zwar viel Schaden machen, aber rar sind. Und entgegen ähnlicher moderner Spiele verzichtet man auf zufallsgenerierte Elemente, oder Twin Stick-Steuerung. „Thunderflash“ ist so klassisch, wie es nur irgendwie geht.

Das geht sogar so weit, dass beim Start sogar ein gefaketes Bios erscheint, wie man es von Arcade-Automaten und MAME-Roms kennt. Im Grunde total unnötiger Aufwand, aber gleichzeitig ein wirklich netter Touch, der die Liebe zum Detail noch mehr unterstreicht. Das Spiel verwendet einen grob-pixeligen 8bit-Style von Grafiken, der zwar in seiner Palette begrenzt ist, aber dennoch für jedes Level einzigartige Details verwendet und sogar das Geschehen insofern aufbricht, indem wir auch mal die Laufrichtung von Vertikal zu horizontal wechseln, oder es sogar ein paar Smup-Abschnitte gibt, in denen wir entweder mit einem Motorboot oder Motorrad fahren, oder gar mit einem Jetpack fliegen. Das Spiel verfügt über 5 Missionen, die jeweils nochmal in kleinere Levelabschnitte unterteilt sind und mit einem Bosskampf enden. Für Puristen steht auch ein CRT-Filter zur Verfügung, von denen ich normalerweise nicht so der Fan, aber ich muss zugeben, dass die Bildkomposition recht gut gelungen ist und stimmig ist. Wer möchte kann den Filter natürlich auch jederzeit über die Optionen des Spiels ausschalten. Auch die stimmungsvolle Chiptune Musik passt gut zum Geschehen und ist abwechslungsreich, auch wenn ich zugeben muss, dass sie keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat, da ich bereits kurz nachdem ich das Spiel zweimal beendet hatte, schon nicht mehr im Kopf geblieben ist.

Ähnlich sieht es mit der Geschichte an sich aus, denn diese ist eigentlich nicht der Rede wert. Denn es ist im Grunde eine Klischee-behaftete James Bond-Story, in der ein Bösewicht samt Privatarmee die Weltordnung bedroht und es ist an uns ihn aufzuhalten. Dazu wählen wir einen von zwei Söldnern, Stan oder Rock, die optisch unterschiedlich, obgleich spielerisch absolut identisch ausfallen, aus und schießen uns durch die Levels. Alternativ können wir selbstverständlich auch im Couch Co-Op in den Kampf ziehen, was immer ein tolles Feature ist und mich kurzzeitig wieder in meine Jugend zurückversetzt, wenn man sich Nachmittags nach der Schule getroffen hat, um gemeinsam ein Spiel zu spielen… – Entgegen der teilweise wirklich fordernden Spiele meiner Jugend sollte es aber für keinen Spieler, egal ob solo oder im Co-Op ein Problem sein das Spiel zu beenden, da es mit seinen 5 Leveln erstens nicht besonders lang und zweitens auch nicht übermäßig schwer ist. So sind wir zwar zum Start mit lediglich 10 Leben ausgestattet, doch können nach einem Game Over jederzeit über ein Level-Select im Level, wo wir gestorben sind, neu anfangen und haben dann wieder sämtliche Leben zur Verfügung. An dieser Stelle muss man allerdings anmerken, dass man nur das echte Ende sieht, wenn man das Spiel ohne Level-Select beendet, was für die Trophäen im Spiel aber unerheblich ist.

Diese lassen sich in knapp 20 Minuten verdienen und erfordern, neben dem einfachen Durchspielen noch eine weitere Aktion in Form des Survival Modus, den es als Bonus im Spiel gibt und in dem man 100 Gegner ausschalten muss, ohne zu sterben, was aber auch nicht besonders schwer ist, wenn man im Hauptspiel gelernt hat den Projektilen auszuweichen und die regelmäßig spawnenden Powerups sinnvoll einzusetzen. Zusätzlich gibt es auch einen Boss-Rush-Modus, der aber für die Trophäen nicht benötigt wird. Das Spiel hält dabei 16 Trophäen (0 x Bronze, 5 x Silber, 10 x Gold, 1 x Platin) bereit, was auf der Xbox One in gewohnter Weise 1000GS entspricht. Wer die Gelegenheit hat sollte das Spiel allerdings auf der PS5 spielen, denn das Spiel kommt auf den Sony-Konsolen im Cross-Buy für PS4 und PS5, die obgleich inhaltlich identisch, mit ihrer jeweils eigenen Trophäenliste aufwarten. Man bekommt also statt 16 gleich 32 Trophäen, auch wenn es natürlich schön gewesen wäre, wenn die beiden Versionen, abseits eines abweichenden Titelbilds beim Levelstart irgendwelche Unterschiede aufweisen würden. Doch das ist leider nicht der Fall und so sucht man auch haptisches Feedback, oder ähnliches leider vergeblich.

Insgesamt hatte ich mit dem Spiel wirklich viel Spaß, was man zweifelsohne nicht von allen Spielen mit leichter Trophäenliste sagen kann. Der positive Ersteindruck zieht sich durch das Spiel durch, das zwar etwas kurz, aber dadurch auch spaßig genug ist, um es mehrfach zu spielen, um das „echte“ Ende zu sehen. Etwas schade ist zwar, dass die Versionen für PS4 und PS5 keine nennenswerten Unterschiede aufweisen, doch zwei Spiele zum Preis von einem ist dennoch ein guter Deal, zumal das Spiel mit seinen regulären 5 Euro preislich wirklich in Ordnung ist. Fans von Arcade-Shootern, oder Ikari Warriors kommen vollends auf ihre Kosten und können bedenkenlos zugreifen.   

Entwickler: Seep

Publisher: Ratalaika Games

Erhältlich auf: PS4, PS5, Xbox One, Nintendo Switch

NB@05.03.2021

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