PS4 Review: „Virtua Fighter 5: Ultimate Showdown“ #VirtuaFighter

Alle guten Dinge sind drei hat man sich wahrscheinlich bei Sega gedacht, als man beschlossen hat den aktuellsten Ableger ihrer erfolgreichen Prügelspielreihe nochmal herauszubringen. Denn nicht nur, dass das Spiel ursprünglich schon vor unglaublichen 15 Jahren in der Arcade erschienen ist, dann 2007 sein Debüt auf der PS3 und Xbox360 gab, 2012 als „Virtua Fighter V: Final Showdown“ auf den eben erwähnten Konsolen wiederveröffentlicht wurde und nun abermals als „Virtua Fighter V: Ultimate Showdown“ exklusiv auf der PS4 noch einmal das Licht der Welt erblickt.

Jedoch hat die Reihe Tradition und immer noch einen guten Namen, weswegen sie auch immer wieder in anderen Spielen, wie jüngst in „Yakuza 6: The Song of Life“ referenziert wurde, wo das Spiel sogar in einer Arcade spielbar war. Und das kommt nicht von ungefähr, denn nicht nur wurde das Spiel von Sega’s einstigem Vorzeige-Studio, dem „Amüsement Machine Research & Development Departement #2“, oder kurz „AM2“, dem Studio hinter Serien, wie OutRun, Daytona USA, oder eben auch Virtua Fighter und gerade der fünfte Teil galt seinerzeit unter den Spielern als das Nonplusultra in Sachen Prügelspiel. Und da es sich dieses Mal nicht um ein reines Hochskalieren, oder eine Neuauflage mit DLCs handelt, sondern um eine komplette Frischzellenkur wird das Ganze auf jeden Fall interessanter. – Wer jetzt noch nicht zumindest neugierig ist, dem sei noch verraten, dass niemand geringeres als Ryu ga Gotoku, das Studio hinter der erfolgreichen Yakuza-Reihe, die im Original ebenfalls Ryu ga Gotoku heisst, an der Neuauflage mitgearbeitet hat und auch ihre Dragon-Engine dafür zur Verfügung gestellt hat, die auch das Grundgerüst für den sechsten Yakuza-Teil, sowie „Judgment“ liefert. Wenn das nicht ein paar starke Argumente sind sich das Spiel einmal ganz genau anzusehen…

Direkt beim Spielstart springen zwei Dinge unmittelbar ins Auge, zum einen, dass sich in Sachen allgemeiner Grafik, also Schärfe, Charaktermodellen, Detailgrad und Beleuchtung einiges seit 2006 getan hat, jedoch auch, dass man dem Spiel dennoch ein gewisses Alter ansieht. Vergleicht man es mit aktuellen Titeln, wie „Mortal Kombat XI“, oder „Tekken 7“ ist es eindeutig weniger modern und aufwendig. Besonders sieht man das in den Hintergründen einiger Stages, die eine ziemlich große Bandbreite, von Atemberaubend schön, bis hin zu fünf Minuten vor Feierabend zusammengeschustert, aufweisen. Doch bekanntlich kommt es ja auf die inneren Werte an, weswegen wir einen Blick darauf werfen wollen, was denn genau in der ultimativen Ausführung des Spiels drin steckt.

Wer nämlich mein alle Inhalte der bisherigen Veröffentlichungen zu bekommen, den muss ich leider etwas enttäuschen, denn nicht nur fehlen der komplette Quest-Modus, sondern auch zwei Modi („Score Attack“, „Special Sparing“), die extra in die 2012er Veröffentlichung eingebaut wurden. Wir finden lediglich einen recht umfangreichen und in Anbetracht des überaus komplexen Kampfsystems, bittet nötigen Trainingsmodus, einen eher rudimentären Arcade-Modus und unterschiedliche Mehrspielermodi, von denen einige aber noch in Arbeit sind und erst mit zukünftigen Updates scharfgeschaltet werden. Darüber hinaus gibt es auch eine Vielzahl von unterschiedlichen Kostümen, alternativen Soundtracks aus den anderen Teilen der Reihe und einiges an Fanservice, der sich allerdings hinter einer Paywall in Form eines kostenpflichtigen DLC-Pakets verbirgt, sofern man das Spiel nicht zum Vollpreis gekauft hat und stattdessen die zeitweilig kostenlose PlayStation Plus-Version besitzt, was wahrscheinlich 99% der Spieler sein werden. Und das ist überaus schade, denn gerade in dieses DLC ist mit über 2.000 Accessoires, Gameplay-Anpassungen und herrlich abstrus aussehenden Low Poly-Charaktermodellen aus dem ersten und zweiten Teil der Reihe, offenkundig eine Menge Arbeit geflossen.

Abseits dieser Nostalgie möchte das Spiel eindeutig eher den kompetitiven Online-Spieler, ansprechen und bietet vielschichtige Auswahlmöglichkeiten, wie Gegnerrang, Verbindungsqualität, oder die Möglichkeit in der Lobby und den Menüs anderen Kämpfen zuzusehen. Um online aber überhaupt Spaß zu haben sollte man einiges an Zeit ins Training und den Arcade-Modus investieren, bis man die recht technischen Moves verinnerlicht hat, um überhaupt eine Chance zu haben. Spielen sich in vielen anderen Prügelspielen alle Charaktere irgendwie ähnlich und die Komplexität der Spezialattacken wurde mit den Jahren immer mehr zurückgenommen, hat hier fast jeder Charakter einen eigenen Kampfstil und bringt somit eigene Komplexität mit sich. So bedeutet es nicht zwangsläufig, wenn man mit einem Charakter gut ist, dass sich dieses Können auch auf jeden anderen Charakter übertragen lässt, was mit Sicherheit einige Spieler abschrecken dürfte. Andere Spieler werden diese Details aber umso mehr lieben.

Insgesamt merkt man dem Spiel kaum an, dass es im Kern schon so viele Jahre auf dem Buckel hat. Lediglich im direkten Vergleich mit der modernen Konkurrenz lässt es spürbar Federn. Doch man muss dabei wirklich hervorheben, dass es sich eben um ein 15 Jahre altes Spiel handelt und ich wage zu bezweifeln, dass man in 15 Jahren nochmal ein „Mortal Kombat XI“ mit so viel Liebe zum Detail wiederveröffentlichen wird. Die Übertragung auf die Dragon-Engine kann sich mehr als sehen lassen und auch wenn es die Effekte anderer Spiele vermissen mag, so bekommt man ein absolut schickes, flüssiges und vor allem unterhaltsames Prügelspiel, auch wenn es eine gewisse Hingabe erfordert, wofür die Reihe aber berühmt, wie auch berüchtigt ist. Einzig wirklich schade finde ich, dass einige Inhalte komplett fehlen, oder hinter einer Paywall versteckt sind. Zumal ein paar mehr Solo-Modi, oder ein einfacher Versus-Modus gegen die CPU nicht verkehrt wären. Zweifelsohne handelt es sich dennoch, gerade auf Grund der Technik und Performance, um die bisher beste Veröffentlichung des Spiels, was Sega mit Sicherheit als eine Art Test herausgebracht hat, um herauszufinden, ob ein sechster Teil heutzutage noch gefragt wäre. Man kann sich allerdings darüber steigen, ob es wirklich die ultimative Veröffentlichung darstellt…

Entwickler: Sega AM2 / Ryu ga Gotoku

Publisher: Sega

Erhältlich auf: PS4

NB@02.07.2021

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