PS4 Review: „Alwa’s Legacy“ #AlwasLegacy #Alwas #Metroidvania

In der Flut der Metroidvanias, die es heutzutage gibt, die Spreu vom Weizen zu trennen ist manchmal gar nicht so einfach. Denn zweifelsfrei erreichen nicht alle Vertreter des Genres die Klasse eines „Hollow Knight“, oder „Ori and the Will of the Whisps“, sondern es gibt auch Spiele, wie „Escape from Tethys„, das zwar nicht durch und durch schlecht war, aber im Vergleich zu besseren Spielen keine wirkliche Alternative darstellte. Umso schöner ist es, wenn man es mit Vertretern der ersten Kategorie zu tun bekommt. Denn ich habe mir für euch „Alwa’s Legacy“, die indirekte Fortsetzung zum 2017er Überraschungshit „Alwa’s Awakening“.

Entwickelt von Elden Pixels, einem kleinen schwedischen Entwicklerstudio, ist das Spiel zwar nur eine Art Fortsetzung, da man zwar die gleichen Charaktere verwendet und das Spiel in der gleichen Welt ansiedelt, aber sonst keine direkte Verbindung zum Vorgänger herstellt. Im Grunde so, wie es auch bei der Zelda-Reihe der Fall ist, wo jedes Spiel eigenständig ist, weswegen man auch auf eine klassische Nummerierung verzichtet und stattdessen der Fortsetzung den Untertitel „Legacy“ gegeben hat. So ist es auch nicht nötig den Vorgänger gespielt zu haben, obwohl ich ihn jedem Fan des Genres ebenfalls wärmstens empfehlen kann.

Wir spielen Zoe, eine Heldin gekleidet in lila Roben, die ohne Erinnerung am Flussufer von Alwa aufwacht. Als sie versucht die Mosaiksteine ihrer Vergangenheit wieder zusammenzusetzen kreuzt sie den Weg des bösen Zauberers Vicar, der auf der Suche nach mehreren magischen Artefakten ist, die ihn unbesiegbar machen sollen. Auch wenn Zoe’s größtes Ziel die verlorenen Erinnerungen sind, weiß sie dennoch, dass sie Vicar die Stirn bieten muss und beliebt sich selbst auf die Suche nach den Artefakten… – Die Story gewinnt zwar keinen Preis für Originalität, doch bietet genug Motivation und hält dennoch die ein oder andere Überraschung bereit, die man nicht unbedingt kommen sieht.

Erzählt wird die Geschichten durch keine Zwischensequenzen und durch Gespräche mit NPCs, die es uns zusätzlich erlauben weitere Aspekte über die Welt kennenzulernen, die dabei optional, aber dennoch lohnenswert sind. Die Narrative umklammert die freie Erkundung, wie man es in Metroidvanias kennt. Denn genaugenommen können wir direkt vom Anfang an überall hin, doch wir werden durch natürliche Begrenzungen davon abgehalten. So lernen wir erst mit der Zeit beispielsweise das herzaubern von Blöcken auf denen wir höhere Bereiche erreichen können, oder auch der kurzzeitigen Flug auf Seifenblasen, um Abgründe zu überwinden, wobei die ständig wachsenden Fähigkeiten sowohl für den normalen Spielfortschritt, die Bosse im Spiel, aber auch optionale Rätsel zum Einsatz kommt und später sogar eine Kombination mehrerer Fähigkeiten erfordert. Der Anspruch der Rätsel ist dabei auf einem guten Niveau, also weder zu anspruchsvoll, oder zu leicht.

Es empfiehlt sich allerdings bei Gesprächen mit NPCs aufzupassen, denn oft enthalten die Gespräche Hinweise für Lösungen zu Rätseln, aber auch Hilfestellungen, wo es weiter geht, den  entgegen modernerer Spiele nimmt uns das Spiel eher wenig an die Hand und es liegt am Spieler eins uns eins zusammenzusetzen, wo es noch etwas zu tun gibt, oder wo wir mit einer neuen Fähigkeit weiter kommen könnten. Immerhin gibt es eine Karte der Spielwelt, wo man nachschauen kann, wo man noch nicht alles entdeckt hat, auch wenn keine weiteren Informationen, zum Beispiel zur Art des Hindernisses vorgenommen werden. Da Gegner beim Verlassen eines Bildschirms respawnen sollte man aber besser nicht ziellos umher irren, sondern die Wege planen, wo auch die Speicherpunkte im Spiel zum Tragen kommen, die wir nämlich auch in Schnellreisepunkte umwandeln können.

Technisch ist das Spiel,  Vergleich zum Vorgänger, einen massiven Schnitt nach vorne, bzw. genaugenommen eine „Verdoppelung“. Denn setzte bei „Alwa’s Awakening“ noch auf eine authentische 8-Bit-Pixeloptik, die getrost auch direkt von NES stammen könnte, so orientiert man sich beim Nachfolger an den ausladenden Grafiken der 16-Bit-Konsolen und vornehmlich dem SNES. So verfügt das Spiel über größere Sprites, detailreichere und abwechslungsreichere Hintergründe und eine insgesamt differenziertere Farbpalette. Und trotz aller Liebe zur Authentizität verzichtet man nicht auf unterschiedlich scrollende Ebenen in der Darstellung und viele verspielte Details, sowohl im Leveldesign, aber auch den Charakter-, sowie Gegner- und NPC-Animationen. Lediglich eine auf eine Sprachausgabe muss man wieder verzichten, was für mich aber kein Dealbreaker ist, da es meines Erachtens auch nicht zum gewählten Artstyle passen würde.

Insgesamt ist Legacy durchaus ein würdiger Nachfolger eines ohnehin schon sehr guten Erstlings in allen Belangen. Kenner des ersten Teils, oder Metroidvanias im Allgemeinen werden sich wahrscheinlich gleich wie zu Hause fühlen und müssen nicht wirklich überzeugt werden. Immerhin haben die Entwickler von Elden Pixels die Stärken des ersten Teils weiter ausgebaut und kleine Kritikpunkte hingegen reduziert. Einzig der Schwierigkeitsgrad könnte einige Spieler abschrecken, denn das Plattforming erfordert teilweise ziemliche Präzision und auch wenn die meisten Fehltritte lediglich einen erneuten Laufweg zur Folge haben, kann das in einigen Situationen etwas nervig werden. Allerdings ist auch das irgendwie wieder old school, denn viele moderne Spiele gehen ja eher in eine andere Richtung und sind viel zu leicht. Wer die Reihe bisher nicht kennt sollte das unbedingt nachholen, denn „Alwa’s Legacy“ überzeugt in allen Belangen!

Entwickler: Elden Pixels

Publisher: Elden Pixels

Erhältlich auf: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch

—Hinweise & Disclaimer—

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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