PS4 Review: „Escape from Tethys“ #escapefromtethys #Metroidvania

Als im Jahr 1986 das erste Metroid-Spiel erschienen ist, hat wahrscheinlich niemand zu träumen gewagt, dass bis zum heutigen Tag immer wieder referenziert wird und geschweige denn ein komplett eigenes Genre begründet hat. Heute gibt es fast ein Überangebot von Spielen des Genres, weswegen ich sehr interessiert war herauszufinden, ob das neueste Spiel im Portfolio von Sometimes You mit den Genre-Größen mithalten kann. Dankenswerterweise wurde mir dafür vom Publisher eine kostenfreie PS4-Version zur Verfügung gestellt, was allerdings keinen Einfluss auf meine Bewertung hat.

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Und leider erkennt man auch gleich beim Start, was das Ziel der Entwickler war, denn man versucht „Metroid“ bis ins kleinste Detail zu kopieren und vergisst dabei leider sich eine eigene Identität zu erarbeiten. Das soll zwar nicht heissen, dass es sich bei „Escape from Tethys“ per se um ein schlechtes Spiel handelt, aber es ist schon etwas frustrierend, wenn man an jeder Ecke Relikte aus längst vergangenen Zeiten erinnert wird und man frische Ideen und fast alle Entwicklungen, die das Genre in den 34 Jahren seit „Metroid“ erfahren hat, vergebens sucht. So hat es zwar eine Übersichtskarte ins Spiel geschafft, aber selbst kleinste Hinweise, wo man eigentlich hin muss, bzw. kann und wo momentan der Weg versperrt ist, sucht man vergebens.

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So laufen wir im Grunde den gesamten Spielverlauf hindurch ziellos durch die Gegend, bekämpfen die immer gleichen Gegner, die so winzig sind, dass es auf Dauer leichter ist ihnen auszuweichen, als sie zu bekämpfen und finden mehr zufällig Wege, die uns weiter bringen, Upgrades für unsere Ausrüstung, oder Bosse, die es zu besiegen gilt. Wir haben zwar keine Idee, wer die Gegner überhaupt sind und warum uns alles feindlich gesonnen zu sein scheint, denn als einzige Geschichte bekommen wir gesagt, dass unser Ziel die titelgebende Flucht vom Planeten Tethys ist.

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Das Spielprinzip lebt davon, dass wir uns immer tiefer durch ein Labyrinth von unterschiedlichen Arealen kämpfen, anfänglich zwar recht ähnlich aussehen, aber mit fortschreitenden Spielverlauf neben Höhlen und Fabrikarealen, sogar Sümpfe und Wälder umfassen. Wenn wir Glück haben gehen wir instinktiv den richtigen Weg, gelangen regelmäßig an die benötigten Fähigkeiten, um weiter zu kommen und das Backtracking hält sich in Grenzen. Doch ohne konkrete Hinweise ist das leider die Ausnahme und wir landen immer wieder in Sackgassen und müssen wenn wir feststellen, dass es nicht weiter geht, den gleichen Weg zurück laufen und einen anderen Weg ausprobieren.

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Von der technischen Seite gibt es leider auch ein paar Kritikpunkte. Auch wenn die recht grob pixelige Grafik als Stilmittel durchgeht und die Musik, auch wenn sie für meinen Geschmack in der Grundstellung etwas zu laut abgemischt ist, so gibt es macht die Steuerung leider manchmal Probleme. Wenn ein Spiel so stark auf Plattforming ausgelegt ist, wie es bei „Escape from Tethys“ eindeutig der Fall ist, so gibt es leider zu viele Passagen, die Pixel-genaues Steuern erfordern, was die Engine aber irgendwie nicht liefern (kann). Besonders deutlich wird das in der Mitte des Spiels, wenn wir einige Upgrades haben, die es uns eigentlich erleichtern sollten auch in abgelegene Bereiche vorzudringen, doch wenn man Sprünge und Dashes aneinander reihen muss und jeder Fehler den unmittelbaren Bildschirmtod bedeutet, kommt Frust auf. Und besonders schön ist es dann, wenn man solch einen Abschnitt gemeistert hat, nur um festzustellen, dass uns noch eine Fähigkeit fehlt, um weiter zu kommen. Zwar gibt es in regelmäßigen Abständen auch Speicher- und Transport-Räume, aber gerade letztere befinden sich im Grunde nur in den entlegensten Ecken und dann ist die Erleichterung im Grunde wieder nichtig, wenn wir uns statt dem linken Ende der Map eben vom rechten Ende der Map wieder zur Mitte kämpfen müssen.

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Insgesamt muss man festhalten, dass „Escape from Tethys“ eindeutig eine zweigeteilte Erfahrung ist. Als Hommage an das klassische Metroidvania-Genre funktioniert es wirklich gut, als Spiel jedoch nur bedingt, da es einfach mittlerweile zu viel Konkurrenz im Genre gibt. Wenn man ein klassisches Metroidvania spielen möchte greift man wahrscheinlich eher zu einem der Klassiker und wenn man ein Neues möchte, eher zu „Carrion“, „Blasphemous„, oder einem Spiel aus der Shantae-Reihe. Wahrscheinlich wird niemand sagen, dass er anstatt der eben erwähnten Spiele lieber Tethys spielen möchte, zumal das Spiel durch seine relativ kurze Spielzeit von knapp 2-3 Stunden im Vergleich auch zu anderen Spielen auch eher übersichtlich ist. Zwar findet man auch abseits der Story noch das ein oder andere optionale Upgrade und versteckte Bereiche, doch ich hatte persönlich keinen Ambition mich noch mal auf die Suche danach zu machen, als ich das Spiel beendet hatte.

Entwickler: Whimsical

Publisher: Sometimes You

Erhältlich auf: PS4, Xbox One, Nintendo Switch

NB@14.08.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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