„Nur ein toter Bug ist ein guter Bug“ hieß es vor mittlerweile 27 Jahren im Kultfilm „Starship Troopers“ von Paul Verhoeven. Und der Vergleich liegt eindeutig auf der Hand, denn wie beim Film sind die Bedrohung der Menschheit in „Helldivers II“ riesige Insekten. Doch dort enden die Parallelen noch nicht, denn wo schon „Starship Troopers“ eine vor Pathos strotzende Satire war, setzt „Helldivers II“ dem noch eins drauf.

(c) Sony

Wie schon beim ersten Teil sind wir im Auftrag der Über-Erde unterwegs und sind angehalten für unsere Freiheit und unbegrenzte Expansion zu kämpfen. Wir schmeißen uns daher in unsere schickste schwarze Uniform, die getrost auch aus einem 3. Reich Fundus stammen könnte, und ziehen in den Krieg gegen alles und jeden, der uns im Weg steht, allein weil wir der Meinung sind es wäre unser Recht. Immerhin ist es gut, dass sich das Spiel bei dieser haarsträubenden Geschichte nicht sonderlich ernst nimmt und die militärische Allmachtsfantasie mit einer soliden Portion Humor abrundet. Und selbstverständlich darf man auch die Action nicht vergessen, die besonders mit weiteren Mitspielern Spaß macht, denn wir können mit bis zu drei weiteren Spielern im Squad spielen, um die „gelenkte Demokratie“ in der gesamten Galaxis zu verbreiten.

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Viel mehr Geschichte gibt es aber leider nicht, als „Helldiver“ lässt man lieber taten sprechen und zieht neben den ekligen Insekten auch gegen eine Fraktion von Robotern in den Krieg. An dieser Stelle wird die Ausrichtung als Online Multiplayer-Titel deutlich, denn statt einer stringenten Narrative ist das Spiel in in sich abgeschlossene Missionen aufgeteilt. – Der erste Teil der Reihe war ein kleiner Überraschungshit für die Entwickler von Arrowhead Game Studios, weswegen Publisher Sony  um einiges mehr an Geld in die Fortsetzung gesteckt hat. Ähnlich wie es schon bei Housemarque’s „Matterfall“ und „Returnal“ der Fall war. Ebenso wie man bei den erwähnten Spielen das höhere Budget in eine aufwendigere Inszenierung und Perspektive gesteckt hat, bringt auch „Helldivers II“ einen Perspektivwechsel mit sich. Handelte es sich beim ersten Teil noch um ein Topdown-Actionspiel mit Strategie-Anleihen, präsentiert sich die Fortsetzung nun als Shooter in Third-Person-Ansicht, was zu einem sehr viel intensiveren Spielerlebnis führt, da nun mitten im Gefecht sind und den Finger selbst am Abzug haben.

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Nach einem kurzen Tutorial und dem beeindruckenden Befehlshaber (ihr seid wirklich gut!), geht es ans Eingemachte. Euer eigener Sternenkreuzer dient als mobile Einsatzzentrale, von der aus ihr verschiedene Missionen ansteuert oder eure Ausrüstung verbessert. Habt ihr den Einsatzort und Landeplatz festgelegt und eure Ausrüstung angepasst, springt ihr mittels Orbitalsprung direkt auf die Planetenoberfläche. Dort erwarten euch actiongeladene Gefechte, bei denen ihr eure Fähigkeiten und Waffen geschickt einsetzen müsst und wiederum für unsere Leistungen bessere Ausrüstung und Erfahrungen abzustauben. Was man durchaus kritisieren kann ist die Abwechslung, denn es gibt nur vier Arten von Missionen, die sich ständig wiederholen und lediglich durch Unterziele und leichte inhaltliche Variation unterscheiden. Hier wäre, ebenso wie beim quasi nicht existenten Endgame durchaus Luft nach oben gewesen.

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Technisch macht das Spiel eine wirklich gute Figur. Es sieht nicht nur echt schick aus, sondern spielt sich auch mehr als solide. Einziges Ärgernis ist meiner Meinung nach das Balancing und der Onlinezwang. Es ist zwar nichts ungewöhnliches, dass ein Spiel, das eher auf Multiplayer ausgelegt ist, eine standige Internetverbindung erfordert, aber dass man selbst beim Solo spielen eine aktive PlayStation Plus-Mitgliedschaft braucht, ist neu. Andere Vertreter des Genres, wie kürzlich erst „Suicide Squad: Kill the Justice League“ war hier weniger knickerig, indem man diese nicht brauchte, um Solo in den Kampf zu ziehen. Das bringt uns aber direkt zum nächsten Punkt, denn das ist ohnehin nicht besonders ratsam, denn das Balancing ist eindeutig auf ein Squad ausgelegt und skaliert nicht, oder zumindest nicht stark genug. So kann Solo, besonders am Anfang, wenn man noch nicht über gute Ausrüstung und Waffen verfügt, schon etwas Frust aufkommen.

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Insgesamt ist „Helldivers II“ ein echt interessantes Spiel in Sachen Squad-basierter Action. Die Inszenierung ist grandios, was mühelos die fehlende Variation ausgleicht. Besonders mit Freunden macht es einfach richtig viel Spaß sich den Killerinsekten in der Weg zu stellen. Und der Erfolg scheint den Entwicklern Recht zu geben, denn selbst die sind von der überwältigenden Resonanz auf das Spiel in sofern überrascht, dass sie ihre bisherige Roadmap komplett über den Haufen geworfen haben und dem Spiel weitere Inhalte liefern möchte, die mehr „Premium“ sind. Genauere Infos gibt es dazu allerdings noch nicht. Wir sind aber auf jeden Fall gespannt…

Entwickler: Arrowhead Game Studios

Publisher: Sony Interactive Entertainment

Erhältlich auf: PC, PS5

NB@29.02.2024

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