Was im Film gilt, gilt auch im Spiel: eine Reise nach Pandora ist nicht genug und so entführt uns „Avatar: Frontiers of Pandora – From the Ashes“  zurück in die üppige, gefährliche und zugleich zutiefst faszinierende Welt des Mondes Pandora. Das Hauptspiel erschien im Dezember 2023 und es hat nun mit „From the Ashes“ eine neue Erweiterung bekommen, die größtenteils unabhängig vom Hauptspiel operiert und auch über das Hauptmenü als separater Menüpunkt ausgewählt wird. Genretechnisch bewegt sich das Abenteuer klar im Bereich des Open-World-Action-Adventures mit starken Shooter- und Rollenspielelementen, nunmehr wahlweise aus der Thrid- oder First-Person-Perspektive. Es ist ein Spiel, das die cineastische Wucht der Filme mit moderner Spielmechanik verbindet und den Spieler mitten in einen Konflikt stellt, der längst zur Science-Fiction-Ikone geworden ist.

(c) Massive Entertainment, Ubisoft

Die Handlung knüpft an die bekannten Ereignisse aus dem Avatar-Universum an, ohne die Filme direkt nachzuerzählen. Man schlüpft in die Rolle eines Na’vi, der als Kind von der RDA entführt und fern seiner Kultur aufgezogen wurde, bis es später zum unvermeidlichen Konflikt zwischen den unterschiedlichen Fraktionen kommt und wir uns mittendrin wiederfinden. Das trifft soweit sowohl auf Hauptspiel, wie auch DLC zu. Wer direkt mit dem DLC starten möchte kann das ebenfalls tun, die Erweiterung bietet ebenfalls einen sanften Einstieg mit Tutorials für die grundlegenden Spielmechaniken.

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Die westliche Grenze Pandoras, in der das Hauptspiel angesiedelt ist, wirkt wie eine Mischung aus unberührtem Regenwald, schwebenden Felsformationen und uralten Stammesgebieten, die an eine außerirdische Version des Amazonas erinnern. Nostalgische Gefühle kommen unweigerlich auf, wenn man durch biolumineszente Wälder streift und an Filme wie „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ oder Spiele wie „Far Cry Primal“ denkt, in denen Natur und Spiritualität eine ebenso große Rolle spielen wie Waffen und Technologie.

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Im Zentrum der Geschichte stehen neben dem eigenen Charakter verschiedene Na’vi-Anführer und Mentoren, die versuchen, den Widerstand gegen die gnadenlose Industrialisierung der RDA zu organisieren. Auf der Gegenseite agieren menschliche Antagonisten, die Pandora weiterhin als Ressource betrachten und nicht als lebendigen Organismus. Der DLC „From the Ashes“ vertieft diesen Konflikt, indem er die Folgen eines verheerenden Angriffs der RDA auf ein wichtiges Stammesgebiet zeigt.

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Aschebedeckte Landschaften, zerstörte Heiligtümer und traumatisierte Clans bilden die emotionale Grundlage der Erweiterung. Neue Figuren treten auf, darunter ein kriegserprobter Na’vi-Kommandant, der zwischen Rache und Hoffnung schwankt, sowie ein menschlicher Wissenschaftler, der an seiner eigenen Loyalität zweifelt. Thematisch erinnert diese Konstellation an klassische Kriegsdramen, in denen die Grenze zwischen Gut und Böse zunehmend verschwimmt.

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Spielerisch setzt „Avatar: Frontiers of Pandora – From the Ashes“ auf die bewährte Mischung aus Erkundung, Kampf und Crafting. Die Welt wird frei erkundet, Quests können in beliebiger Reihenfolge angegangen werden, und immer wieder stößt man auf versteckte Höhlen, uralte Relikte oder gefährliche RDA-Außenposten. Der Kampf vereint traditionelle Na’vi-Waffen wie Bogen, Speer und Keule mit erbeuteter menschlicher Feuerkraft. Besonders spannend ist der Kontrast zwischen lautlosen, präzisen Angriffen aus dem Dickicht und brachialen Gefechten gegen schwer gepanzerte Mechs. In dieser Hinsicht fühlt sich das Spiel stellenweise wie eine Mischung aus „Far Cry“, „Horizon“ und klassischen Immersive Sims an, ohne jedoch deren Mechaniken eins zu eins zu kopieren.

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Die Steuerung ist auf Konsolen angenehm direkt und präzise. Das Klettern an gigantischen Bäumen, das Springen über Abgründe und das Reiten fliegender Kreaturen gehen flüssig von der Hand. Im DLC kommen sogar noch neue Fähigkeiten hinzu, die stärker auf Gruppentaktiken und den Einsatz von Umweltgefahren setzen, etwa das Auslösen brennbarer Pflanzen oder das gezielte Lenken von Tieren in feindliche Stellungen. Das Level-Design profitiert von der offenen Struktur, führt den Spieler aber dennoch durch dramaturgisch sinnvoll platzierte Schauplätze. Der Schwierigkeitsgrad ist ausgewogen: Einsteiger finden sich dank klarer Tutorials schnell zurecht, während höhere Stufen taktisches Vorgehen und kluges Ressourcenmanagement verlangen.

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Kurz vor dem Release des DLC wurde auch für das Hauptspiel die Möglichkeit hinzugefügt im Spiel zwischen Third- und First-Person-Ansicht zu wählen, was mehr als eine simple Mod ist, da man neben aufwendigen Animationen auch neue Kameraperspektiven und das Sichtfeld entsprechend angepasst hat. Besser zum Tragen kommt die tolle Grafik allerdings in der First-Person, da man insgesamt näher am Geschehen ist, obgleich die Übersichtlichkeit leidet. Die üppige Vegetation, das Spiel von Licht und Schatten und die Detailverliebtheit der Kreaturen lassen Pandora lebendig wirken.

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Grafisch gehört das Spiel zu den eindrucksvollsten Vertretern seiner Generation. Die Performance ist durch die Bank super und mir sind keinerlei Probleme mit nachladenden Texturen oder Slowdowns aufgefallen, die das Spielgefühl bremsen würden. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass das Spiel nach ursprünglich 2 Jahren bereits viele Updates und Bugfixes bekommen hat. Der DLC nutzt die gleiche technische Basis, setzt aber mit verbrannten Landschaften, glühenden Lavafeldern und rauchverhangenen Himmelspanoramen neue visuelle Akzente.

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Der Soundtrack verbindet orchestrale Themen mit ethnisch anmutenden Klängen und erzeugt eine emotionale Tiefe, die an große Filmproduktionen erinnert. Das Kreischen der Ikran, das Dröhnen der RDA-Maschinen und das leise Flüstern des Waldes verschmelzen zu einer dichten Klangkulisse, die den Spieler vollständig in die Welt zieht.

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Da es sich weder um ein Remake noch um ein Remaster handelt, sondern um eine eigenständige Erweiterung, steht der Vergleich eher zwischen Hauptspiel und DLC. „From the Ashes“ erweitert die bestehende Spielwelt nicht nur geografisch, sondern auch thematisch. Während das Hauptspiel stark auf das Wiederentdecken der eigenen Identität und die Schönheit Pandoras setzt, konfrontiert der DLC den Spieler mit Verlust, Zerstörung und den Narben des Krieges. Die neuen Missionen sind stärker inszeniert, emotionaler und teilweise linearer, was dem erzählerischen Tempo zugutekommt, ohne die Freiheit der offenen Welt völlig aufzugeben.

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Entwickelt wurde das Spiel von Massive Entertainment, einem Studio, das sich mit Titeln wie „Tom Clancy’s The Division“ und „The Division 2“ einen Namen für technisch anspruchsvolle Open-World-Erfahrungen gemacht hat. Als Publisher fungiert Ubisoft, das seit Jahren große Marken mit cineastischem Anspruch betreut und hier in enger Zusammenarbeit mit den Rechteinhabern des „Avatar“-Universums gearbeitet hat. Die Entwicklung stand unter dem Zeichen moderner Grafiktechnologie und dem Anspruch, eine glaubwürdige, interaktive Version von Pandora zu erschaffen, die sowohl Fans der Filme als auch Genre-Liebhaber abholt.

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Unterm Strich ist „Avatar: Frontiers of Pandora – From the Ashes“ eine gelungene Erweiterung eines ohnehin beeindruckenden Spiels, das leider immer noch unter vieler Leutes Radar verbleibt. Es verbindet packende Action mit einer emotional aufgeladenen Geschichte und einer Welt, die man am liebsten stundenlang erkunden möchte. Fans der Filme, Liebhaber von Open-World-Abenteuern und Spieler, die Wert auf Atmosphäre und Story legen, finden hier ein Erlebnis, das weit über reine Lizenzware hinausgeht. Wer Pandora nicht nur sehen, sondern fühlen will, sollte sich dieses Abenteuer und seinen DLC unbedingt ansehen.

Entwickler: Massive Entertainment

Publisher: Ubisoft

Erhältlich auf: PC, PS5, Xbox Series X/S

Getestet auf: PS5

NB@20.01.2026

——— Hinweise & Disclaimer: ———

Zur Erstellung dieses Reviews wurde uns vom Publisher ein unentgeltlicher Key für das Spiel zur Verfügung gestellt. Wir danken vielmals für die Unterstützung, weisen aber darauf hin, dass dieser Umstand keine Auswirkung auf unsere Bewertung hat!

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