Ich mag Metroidvanias und auch wenn wir eine Zeit lang inflationär viele davon bekommen haben, werde ich dennoch hellhörig, wenn ein neues erscheint. Zugegeben greife ich mittlerweile nicht mehr bedenkenlos zu, aber wenn mich ein Spiel anspricht tauche ich gerne ein, wie nun in „Barbarian Saga: The Beastmaster“ von Dormidin Studio. Dabei handelt es sich um ein klassisches 2D-Metroidvania, das seine Inspiration keineswegs versteckt. Barbaren, Magie, Monster und eine handgezeichnete Fantasy-Welt treffen auf Erkundung, Nahkämpfe und die für das Genre typische Suche nach neuen Fähigkeiten. Als Publisher fungiert Selecta Play. Die Frage ist dabei weniger, ob hier das Genre neu erfunden wird, sondern ob die Mischung aus klassischer Fantasy und Metroidvania auch heute noch ihren eigenen Reiz entfalten kann?

(c) Dormidin Studio, Selecta Play

Die Geschichte führt nach Arborea, wo die sogenannten Portalkriege tiefe Spuren hinterlassen haben. Das Königreich Imperia und das Heilige Königreich befinden sich im Krieg mit nichtmenschlichen Völkern und setzen dabei auf die Macht der Magierin Trece XIII und ihrer Generäle. Eine alte Prophezeiung kündigt schließlich einen Auserwählten an, der Menschen und Bestien miteinander verbinden und den Frieden wiederherstellen soll. Genau hier kommt der letzte Beastmaster ins Spiel.

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Die Handlung erzählt ihre Geschichte bewusst klassisch und erinnert damit an jene Fantasy-Abenteuer, bei denen weniger komplizierte politische Zusammenhänge als vielmehr die Reise durch eine fremde Welt im Mittelpunkt stehen. Neben den Hauptfiguren trifft man auf zahlreiche NPCs, die zusätzliche Aufgaben anbieten und die Welt mit kleinen Geschichten ergänzen. Auch unterschiedliche Handlungsverläufe und Enden gehören zum Konzept.

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Vieles davon fühlt sich angenehm nostalgisch an. Schon die Grundidee erinnert an eine Zeit, in der Fantasy noch etwas rauer, direkter und weniger glatt präsentiert wurde. Die Entwickler nennen unter anderem Filme wie „Beastmaster“, „Conan“ und „Deathstalker“ sowie Videospielklassiker wie „Castlevania“, „Golden Axe“ und „Ghouls ’n Ghosts“ als Inspirationsquellen. Diese Einflüsse sind entsprechend deutlich zu erkennen, ohne dass die Handlung dadurch zum bloßen Abziehbild wird.

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Spielerisch bewegt sich das Abenteuer auf vertrautem Terrain. Die Welt ist in miteinander verbundene Gebiete aufgeteilt, die sich nach und nach erschließen. Wie es sich für ein Metroidvania gehört, stößt man dabei immer wieder auf Hindernisse, für die zunächst die passende Fähigkeit fehlt. Wer später zurückkehrt, entdeckt neue Wege, versteckte Bereiche oder zusätzliche Belohnungen.

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Besonders wichtig ist dabei die namensgebende Fähigkeit des Beastmasters. Die Seelen verschiedener Tiere und Kreaturen ermöglichen unterschiedliche Verwandlungen beziehungsweise Fähigkeiten, die nicht nur im Kampf, sondern auch bei der Erkundung eingesetzt werden können. Dadurch entsteht ein angenehmer Wechsel zwischen Kämpfen, Plattformpassagen und der Suche nach bislang unerreichbaren Bereichen.

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Das Kampfsystem selbst bleibt vergleichsweise direkt. Mit dem Schwert geht es gegen die unterschiedlichsten Gegner, während weitere Techniken, Tränke und Flüche zusätzliche Möglichkeiten eröffnen. Gleichzeitig lassen sich verschiedene Gegenstände sammeln und für die Entwicklung des Charakters nutzen. Reißzähne, Amulette und Pflanzenwurzeln fließen beispielsweise in die rituelle Halskette ein und können Werte wie Angriffskraft, Vitalität oder Mana beeinflussen. Eine willkommene Abwechslung sind die Arenen. Hier verändert sich die Inszenierung und rückt die direkten Kämpfe stärker in den Mittelpunkt. Die Duelle erinnern mit ihrer Präsentation und den Energiebalken teilweise an klassische 2D-Prügelspiele. Als zusätzliche Herausforderungen lockern sie den normalen Erkundungsablauf auf und können mit neuen Gegenständen und Verbesserungen belohnen.

(c) Dormidin Studio, Selecta Play

Hinter dem Projekt steht das unabhängige Dormidin Studio, das mit seinem Abenteuer stark auf klassische Genrevorbilder setzt. Unterstützt wird das Team von Selecta Play, einem spanischen Publisher, der sich regelmäßig Spielen mit Retro-, Indie- und Nischencharakter widmet. Die Veröffentlichung auf mehreren aktuellen Plattformen passt dabei gut zum Konzept: Das Spiel möchte klassische 2D-Abenteuer nicht neu erfinden, sondern deren vertraute Zutaten mit einer eigenen Fantasy-Welt verbinden.

(c) Dormidin Studio, Selecta Play

„Barbarian Saga: The Beastmaster“ ist damit vor allem eine Liebeserklärung an eine bestimmte Vorstellung von Fantasy und klassischen 2D-Abenteuern. Wer Metroidvanias vor allem wegen der Erkundung, des schrittweisen Freischaltens neuer Fähigkeiten und der Suche nach versteckten Bereichen spielt, findet hier eine vertraute Grundlage. Gleichzeitig sorgt die Beastmaster-Mechanik dafür, dass sich das Abenteuer nicht ausschließlich auf bekannte Genrebausteine verlässt. Besonders interessant dürfte der Titel für Spieler sein, die mit Barbaren-Fantasy und klassischen Action-Adventures etwas anfangen können und sich gerne durch handgezeichnete Welten kämpfen. Das Rad wird hier nicht neu erfunden – dafür ist die Reise durch Arborea angenehm bodenständig und erinnert daran, warum diese Mischung aus Erkundung, Kampf und Fantasy auch nach Jahrzehnten noch funktionieren kann.

Entwickler: Dormidin Studio
Publisher: Selecta Play
Erhältlich auf: PC, PS5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch
Getestet auf: PS5

——— Hinweise & Disclaimer: ———

Zur Erstellung dieses Reviews wurde uns vom Publisher ein unentgeltlicher Key für das Spiel zur Verfügung gestellt. Wir danken vielmals für die Unterstützung, weisen aber darauf hin, dass dieser Umstand keine Auswirkung auf unsere Bewertung hat!

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