Vor wenigen Tagen war es soweit: Das langerwartete Batman-Spiel von Telltale Games ist am 02.08.2016 in den virtuellen Marktplätzen erschienen. Ich habe mir über das PSN die erste Episode der PS4-Version gekauft, diese durchgespiel und teile nun mit euch meine Eindrücke.

Momentan ist die erste Episode „Realm of Shadows“ zum Preis von 5,99€ oder der Season Pass für 29,99€ erhältlich. Ich habe die erste Episode separat erworben, da die Vergünstgung durch den Kauf des Season Passes, wie es früher der Fall war, wohl nicht mehr existiert: Die Staffel wird 5 Episoden umfassen, die für je 5,99€ erhältlich sein werden, was rein rechnerisch einen Gesamtpreis von 29,95€ ergibt und so ist der Einzelkauf um 4 Cent günstiger, als der Season Pass.

Neben PS4 ist das Spiel auch auf Xbox One, PC und diversen anderen Plattformen (Android, iOS, etc.) erhältlich

Das Spiel wird für gedudigere Zeitgenossen auch in einer Retail-Variante erscheinen, die am 15.09.2016 zum Preis von 34,99€ erscheint. Doch dabei handelt es sich ähnlich, wie bei „Minecraft: Story Mode“ auch wieder um eine so genannte „Season Pass Disc“. Auf der Disk ist nur die erste Episode und eine digitale Version des Season Pass, der zum Download der folgenden Episoden berechtigt, enthalten.

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Das Spiel an sich folgt der bereits bekanten und erprobten Telltale-Formel. Wir steueren unseren Charakter entweder Adveure-typisch durch kleine abgesteckte Areale, um in der Regel recht simple Rätzsel zu lösen, Führen Gespräche, bei denen wir Entscheidungen treffen, die Loyalitäten zu anderen Charakteren beeinflussen oder duchleben kleinere Action-Passagen in der Form von Quick-Time-Events. Auch wenn das auch nach der x-ten Spielereihe immer noch nicht wirklich aufregend anmutet, hat dieses Spielprinzip auch bei „Batman – A Telltale Series“, durch gutes Storytelling und eine interessante, wie auch verworrene Geschichte, nicht seinen Reiz verloren und bietet immer noch beste Feierabend-Unterhalung zum Entspannung nach einem harten Tag. Manche mögen diese Spiele als „zu casual“ bezeichnen, aber ganz ehrlich gibt es manchmal nichts besseres, als einem mehr oder minder interaktiven Film in kleinen Häppchen zu folgen. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass das diese episodischen Spiele in den letzen Jahren boomen.

Doch was erwartet uns in Telltale’s Interpretion von Batman? – Ähnlich wie bei den anderen Spielen von Telltale bietet das Spiel eine eigens für das Spiel geschriebene Geschichte im Universum des Franchise. Diesesmal spielen wir den dunklen Ritter von Gotham City, Bruce Wayne aka. Batman.

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Zur Story der ersten Episode kann man zusammenfassend sagen, dass viele unterschiedliche Handlungsstränge angefangen werden, die wohl erst im Laufe der kommenden Episoden durchschaubar werden. Denn zur Zeit ist die Richtung der übergreifenden Handlung noch sehr nebulös. Der Antagonist der ersten Episode ist der Mafiaboss Falcone, der vermeintlich eine Chemikalie gestohlen hat, die Menschen in blutrünstige Bestien verwandelt, was sehr an die Story von „Arkham Knight“ erinnert. Batman versucht diesem Geheimnis auf den Grund zu gehen, was sich aber als gar nicht so einfach herausstellt, da ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt Bruce Wayne eine besondere mediale Aufmerksamkeit genießt: Er forciert den Wahlkampf von Harvey Dent zum neuen Bürgermeister, ein Krankenhaus im Gedenken an seine verstorbenen Eltern soll das ausgediente Arkham Asylum ersetzen und die Polizei ermittelt auf Grund eines anonymen Hinweises gegen Wayne Enterprises und ihn selbst. Es scheint ein dreckiges Geheimnis in der Wayne Familie zu geben… Als ob das noch nicht genug wäre taucht auch ein neues Gesicht in Form der Diebin Catwoman in der Stadt auf, die von Unbekannten angeheuert wurde einen Flashdrive aus dem Besitz des amtierenden Bürgermeisters zu stehlen. Insgesamt viel zu tun für unseren dunklen Ritter…

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Und wir als Spieler entscheiden über das Schicksal von Batman und der vom Verbrechen zerrütteten Stadt Gotham City. In der ersten Episode treten neben Batman auch weitere aus dem Comic bekannte Charaktere auf, die teilweise Potential für zukünftige Bösewichte geben. Denn sowohl Harvey Dent (Two Face) und Oswald  Cobblepot (Pinguin) treten bislang noch nicht als Ihre Bösewicht alter Egos auf, was sehr viel Entwicklungspotenzial bietet.

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Von der technischen Seite gibt es nichts auszusetzen. Batman setzt auf eine überarbeitete Version der verwendeten Engine und läuft flüssiger als ältere Spiele. Die Grafik setzt auf eine liebevolle Cellshading Optik, die gut zur Comicvorlage passt und dieser treu bleibt. Dabei wirkt die Grafik schärfer und sauberer als mit der alten Engine und stellt damit Telltale’s bisher bestaussehenstes Spiel dar.

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Insgesamt macht diese erste Episode Luft auf mehr, was leider der einzige Wermutstropfen ist, denn die nächste Episode hat noch kein Veröffentlichungsdatum…

NB@13.08.2016