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„It came from the Desert“ von Crimeware war eine Versoftung der Monsterfilme der 50er Jahre, bei denen üblicherweise eine abgelegene Kleinstadt von mutierten Monstern heimgesucht wird. Die prominentesten Vertreter dieses Genres sind „Tarantula“, „Formicula“ oder auch das 8e0r Jahre Franchise „Tremors – Im Land der Raketenwürmer“.

Die Prämisse ist, dass die abgelegene Kleinstadt Lizard Breath in Nevada nach einem Meteorideneinschlag plötzlich von Rieseninsekten heimgesucht wird. Die Hauptfigur Dr. Greg Bradley muss diesen seltsamen Vorkommnissen auf den Grund gehen und die Bedrohung vom Rest der Welt abwenden, bevor es zu spät ist… Dabei ist das Spiel in unterschiedliche nicht-lineare Abschnitte mit unterschiedlichen Spielmeschaniken aufgeteilt und beinhaltet sogar unterschiedliche Enden. Das Spiel erschien 1889 für den Amiga 500 und MS Dos und sollte auf Grund seines Erfolges 1990 auch für das Sega Mega Drive umgesetzt werden.

Da der Mega Drive um eine sehr viel schwächere Hardware verfügte war eine 1:1 Umsetzung nicht möglich. Alternativ entschied man sich ein mehr Action-orientiertes Spiel unter der gleichen Prämisse zu programmieren. Heraus kam ein isometrischer Top-Down-Shooter mit leichten Rollenspiel-Elementen, wie zum Craften von unterschiedlichen Waffen. Andere Spielmechaniken, sowie unterschiedliche Enden fielen dabei der Schere zum Opfer. Entgegen dem Vorbild spielen wir in diesem Spiel keinen Wissenschaftler, sondern einen Kammerjäger namens Buzz, der gegen die Übermacht an Rieseninsekten antritt… Das Spiel wurde auch komplett fertiggestellt, aber aus unbekanntem Grund nie offiziell veröffentlicht. Nach es einige Jahre bei Crimeware in der Schublade lag hat der Entwickler seine Kreation nach dem Jahrtausendwechsel zum Download ins Netz gestellt. Dieses ROM-Image hat dann schließlich ein paar Jahre später seinen Weg auf ein Repro-Modul gefunden, welches mir nun vorliegt.

Das fertige Spiel spielt sich fast wie jeder andere Top-Down-Shooter, wie z.B. „Rambo III“ oder „Predator 2“, um mit dem Vergleich auf der Sega-Konsole zu bleiben. Unsere Spielfigur, Buzz, wird mittels Steuerkreuz in alle 8 Richtungen über den Screen gesteuert. Ein Knopf feuert unsere Waffe ab und ein anderer Knopf lässt den Charakter springen. Buzz ist anfangs mit einem Flammenwerfer ausgestattet mit dem wir uns zum Haus des Professors durchkämpfen. Dieser ist von dort an unser Leiter auf dem Weg durch die Story. Unser Ziel wird kurz und knapp gesteckt: Wir sollen Materialien zum Craften besserer Waffen finden und uns danach in den Kampf begeben. Viel mehr gibt es von der Story und vom Spiel an sich auch nicht zu sagen, denn das Spiel ist ziemlich kurz. In knapp 30 Minuten kann man prinzipiell durchspielen, wäre da nicht der ziemlich hohe Schwierigkeitsgrad. Eindeutig hat man versucht durch diese hohe Schwierigkeit die allgemeine Spielzeit zu verlängern. Es wäre auch vorstellbar, dass man sich auf Grund des geringen Umfangs und des hohen Frustfaktors gegen eine Veröffentlichung des Spiels entschieden hat, auch wenn es besonders in der zweiten Spielhälfte zwei wirklich beeindruckende Boss-Kämpfe zu bieten hat.

Generell ist das Spiel auf jeden Fall einen Blick Wert, wenn man eine Herausforderung sucht, aber man darf auf keinen Fall die Spieltiefe der Amiga 500-Version erwarten. Prinzipiell hätte man aus dem Spiel einiges herausholen können, wenn man die ein oder andere Abwechslung in die Mega Drive-Version übertragen hätte oder eventuell die Rollenspiel-Elemente durch das Hinzufügen von weiteren (Neben-)Quests weiter ausgebaut hätte.

NB@31.01.2017