Guardians of the Galaxy – Die Comic-Reihe um eine Truppe von unfreiwilligen Helden erfreut sich spätestens mit dem Release des zweiten Kinofilms mit sehr breitem Interesse und als Kenner der Comics muss ich zugeben, dass die Umsetzung wirklich gelungen ist. Diese neu gewonnene Aufmerksamkeit hat auch dazu geführt, dass sich Telltale einer Adventurereihe zum Franchise angenommen hat, von der die erste Episode mittlerweile erhältlich ist.

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Doch kann das Konzept des Comics/Films auch als Adventure-Spiel überzeugen und um was geht es konkret in der ersten Episode „Tangled up in Blue“?

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Die Guardians sind hier bereits ein etabliertes Team und das Spiel beginnt gleich mit einem echten Hammer, den bereits in den ersten Spielminuten kämpft man gegen den Antagonist der Reihe, Thanos und was noch viel verwunderlicher ist, man besiegt ihn auch. Die Gefahr ist gebannt und die Galaxy ist gerettet. Wo andere Spiele aufhören geht die Geschichte hier aber erst richtig los, denn das ist lediglich der Auftakt zu einer größeren Bedrohung und folglich größeren Geschichte. Thanos war gerade in den Besitz eines mächtigen Artefakts gekommen, das die Macht hat tote wieder auferstehen zu lassen und jeder bis auf die Guardians scheinen die Tragweite dieses Artefaktes zu erkennen, was folglich zu einem Kampf um das Artefakt bei dem mehrere Parteien beteiligt sind, entbrennt…

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Ohne zu viel zu spoilern kann man sagen, dass die Geschichte interessant ist und einiges an Entwicklungspotential für die kommenden Episoden bietet. Das Spiel ist dabei treu der Vorlage:

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Telltale greift dabei zwar mehr auf das Design des Films, als der Comics zurück, was aber auf Grund der Popularität der Filme durchaus nachvollziehbar ist. Dennoch haben sich die Entwickler in einigen Punkten die Abweichung vom Film und hin zum Comic erlaubt, so kommt es das Drax im Gegensatz zum Film wieder „grün“ ist und Peter Quill (aka Starlord) um einiges schmächtiger daherkommt, als Chris Pratt in den Filmen. Die Bildkompositionen und der Einsatz von klassischer Rock und Pop-Musik ist im Gegensatz 1:1 aus den Filmen übernommen und wirkt nicht weniger kultig.

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Auch wenn das Voicecast sich vom Film unterscheidet sind die Stimmen gut gewählt und passen zu den Charakteren. Besonders erwähnenswert ist dabei Nolan North, der im Spiel den Charakter Rocket Raccoon spricht. Technisch läuft das Spiel auf der verbesserten Telltale Engine, die seit Batman im Einsatz ist. Die Grafik ist dabei Comichaft, schön animiert und verfügt über einen Detailgrad, der frühere Telltale-Spiele ganz schön in den Schatten stellt.

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Grundsätzlich verhält es sich mit diesem Spiel, wie mit anderen Veröffentlichungen der letzten Jahre von Telltale. Es handelt sich um ein in Episodenform veröffentlichtes Adventure-Spiel, das den Fokus auf die Geschichte und mehr oder weniger einflussreiche Entscheidungen des Spielers legt, die die Geschichte auf diese Weise zu einem personalisierten Erlebnis machen sollen. Natürlich unterscheiden sich diese Alternativen im Storyverlauf in der Regel nicht drastisch und die Geschichte wird dennoch immer wieder zu fixen Knotenpunkten zusammengefügt, aber diese Illusion der Freiheit macht dennoch genug Spaß, dass man die Geschichten auch mehrfach erleben kann, um die unterschiedlichen Wege zum Ziel zu Gesicht zu bekommen.

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Spielerisch wird daher wenig neues geboten: Es gibt einige als Quick-Time-Events aufgebaute Actioneinlagen, sowie Gespräche und Rätzel. Besonders erwähneswert sind dabei letztere, denn die Rätzel und die reinen Adventure-Parts, in denen man Areale frei erkundet sind diesmal wieder prominenter und sorgen für mehr „echtes Spiel“ innerhalb des Spiels, was zwar blöd klingen mag, aber für Leute, die die letzten Telltale-Spiele gespielt haben, durchaus verständlich sein dürfte, denn dort wurde das wirkliche freie Gameplay teilweise für meinen Geschmack zu sehr reduziert.

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Wer Telltale-Spiele mag und dem Setting nicht abgeneigt ist, kommt voll und ganz auf seine Kosten. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die weiteren Episoden!

NB@17.05.2017