Ich habe bisher (fast) alle Lego Spiele gespielt und so stand es für mich auch außer Frage, dass ich auch „The Lego Ninjago Move Videogame“ spielen würde. Auch wenn ich zuvor so gut wie keine Kenntnisse von Ninjago hatte und den Film auf dem das Spiel basiert noch nicht gesehen habe, habe ich mich für einen Kauf entschlossen, obwohl die Kritiken zum Spiel nicht besonders positiv zu sein scheinen, aber es handelt sich immerhin um ein Lego Spiel, also was soll dabei schon anders sein, als bei den Spielen zuvor?

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Das Spiel ist, wie fast alle anderen Lego Spiele TT Games, wobei die Hauptarbeit am Spiel von TT Fusion gemacht wurde, die auch hinter „Lego City Undercover“ stecken. Gepublished ist das Ganze in gewohnter Manier von Warner. Das Spiel an sich ist hochwertig produziert und die einzelnen Levelabschnitte werden mit Originalszenen aus dem Film verbunden, was ähnlich schon mit dem Spiel zum Lego Movie gemacht wurde. Diese Verbindung funktioniert auch prinzipiell gut und ermöglicht es gut der Geschichte zu folgen. Und zugegeben sind die Zwischensequenzen teilweise auch zum Brüllen komisch. Wo es bei anderen Spielen ein Nachteil ist das zu Grunde liegende Material, sei es Film, Serie oder was auch immer, nicht zu kennen, ist es hier kein Problem. Man kann auch ohne den Film gesehen zu haben oder die Lore von Ninjago zu kennen mit dem Spiel eine gute Zeit haben und der Geschichte folgen.

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Man muss sich Ninjago als ein buntes Potpourri an asiatischen Mythen, Kung-Fu-Klischees, Actionkino und westlichen Einflüssen vorstellen. Im Prinzip funktioniert das ähnlich, wie bei den Power Rangers. Die Hauptfiguren von Ninjago sind eine Gruppe jugendliche Ninja-Kämpfer, Lloyd, Cole, Jay, Zane, Nya und Kai, von denen im Spiel alle spielbar sind und jeder mit seinen eigenen Spezialfähigkeiten und der Person zugeordneten Elementarkräften ausgestattet ist, bzw. im Verlauf des Spiels wird. Diese führen alle ein Doppelleben, denn sind sie augenscheinlich nur „normale“ Teenager, haben sie alle eine geheime Identität als Ninja, die Ninjago vor Gefahren schützen. Ninjago wird diesmal durch die Machenschaften des bösen Warlords Lord Garamdon bedroht, der Ninjago zerstören möchte.

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Das Spiel bedient sich dabei Elementen aus anderen Lego-Spielen, optimiert diese aber teilweise enorm. Zum einen ist der Fokus im Spielgeschehen viel mehr auf Kampf ausgelegt und das Spiel verfügt sogar über ein differenziertes, wenn auch nicht besonders anspruchsvolles Kampfsystem mit unterschiedlichen Moves und Erweiterungsmöglichkeiten. Die Level an sich haben auch ein Update erfahren, denn da wir nun Ninjas spielen gibt es mehr Plattformer Elemente, als in anderen Lego spielen und das Spielgeschehen stellt uns auch öfters vor die Herausforderung einen gewissen Punkt zu erreichen, auch wenn die Lösung dabei meist mehr als offensichtlich ist. Man darf das aber nicht unbedingt als Kritik auffassen, denn immerhin ist die Zielgruppe des Spiels auf ein jüngeres Publikum ausgelegt.

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Ähnlich wie bei anderen Lego-Spielen besteht die Spielwelt dabei aus einer offenen Spielwelt, die in mehrere unterschiedliche Abschnitte aufgeteilt ist. Diese Abschnitte werden nach und nach freigeschaltet, je weiter man mit der eigentlichen Geschichte fortschreitet. Allerdings ein gravierender Unterschied zu anderen Lego-Spielen ist dabei, dass es keine abgetrennten Levelbereiche mehr gibt. Die offenen Levelabschnitte dienen auch als Level und nachdem das „Level“ beendet wurde, kann dieser Abschnitt frei erkundet werden. Mit dieser Änderung verabschiedet sich das Spiel auch von anderen Standards in Lego Spielen: Alles was in den Levels an Sammelobjekten, etc. versteckt ist, ist auch in der offenen Welt auffindbar. Es gibt daher kein klassisches freies Spiel mehr für die Story Level und auch keinen Grund, warum man die Story Level nochmal wiederholen sollte oder muss. Ebenso gibt es keine levelspezifischen Ziele mehr (z.B. X-Tausend Studs, 10 Minikits, etc.), sondern nur noch eine allgemeine Anzahl an Sammelobjekten pro Abschnitt der offenen Spielwelt. Es gibt dabei an Sammelobjekten neue Figuren, goldene Steine und Schriftrollen, wobei letztere wie die roten Steine aus vorherigen Spielen für Cheats eingesammelt werden müssen. Zusätzlich gibt es bei der freien Erkundung der offenen Spielwelt auch kleinere Nebenquests, Wettrennen und kleine Kampfarenen in denen man auf Punktejagt gehen kann. Das alles ist allerdings komplett optional.

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Ebenso optional, wenn auch Förderlich ist das Sammeln von Studs. Hat man in der vorigen Spielen die levelspezifischen Stud-Ziele gesammelt, um dafür einen Preis zu bekommen und die Studs danach als Währung verwenden können, um Charaktere, etc. zu kaufen, so gibt es hier ein levelübergreifendes Stud-Konto mit insgesamt 20 Stufen und jede Stufe schaltet Boni dann neue Boni frei. Charaktere, etc. muss man ab sofort nicht mehr kaufen, denn es reicht diese in der Welt zu finden. Danach stehen sie umgehend zur Auswahl zur Verfügung. Die Studs werden im Nachgang nur für einige Renovierungen, die als Nebenquest fungieren benötigt. Damit kann man z.B. eine eingestürzte Brücke wieder errichten.

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Insgesamt macht das Spiel, sowohl in der normalen Story, wie auch dem Open-World-Gameplay wirklich Spaß und hat mich über seine knapp 10-12 Stunden Spielzeit gut unterhalten, auch wenn es einige Kritikpunkte gibt: Auch wenn die Grafik gepaart mit den Filmsequenzen einen guten Eindruck macht rechtfertigen diese in keiner Weise die teilweise massiven Framerateeinbrüche, die sehr häufig auftreten, wenn entweder eine größere Anzahl von Gegnern gleichzeitig auftritt oder ein geskriptetes Event (Explosion, etc.) stattfindet. Zusätzlich bekommt man auch noch unterirdisch-lange Ladezeiten vor jedem (Teil-)Abschnitt der offenen Spielwelt oder Kampfarena. Die überaus langen Ladezeiten wären vielleicht zu rechtfertigen, wenn im Hintergrund die komplette offene Welt geladen würde und man diese danach auch ungehindert bereisen könnte, aber das ist nicht der Fall. Es wird immer nur der jeweilige Abschnitt der Open World geladen und wenn man von einem in den anderen geht wird man zwangsläufig wieder mit einem Ladescreen „belohnt“. Das ist im Jahr 2017 nicht mehr zeitgemäß und stößt beim Spielen immer wieder negativ auf. Ähnlich lange Ladezeiten hatte man zwar auch in „Lego City Undercover“, aber da wurde eben im Hintergrund die komplette Welt geladen und es gab danach keinen Ladescreen mehr, wenn man sich nur in der Welt aufgehalten hat.

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Ein weiterer Kritikpunkt mag zuerst etwas merkwürdig klingen, denn für ein Lego-Spiel gibt es relativ wenig „Lego“ im Spiel. Natürlich besteht ein Großteil der Welt aus Lego und lässt sich nach Lust und Laune auch kaputthauen, aber die markanten Baueinlagen, in denen man ein Bauwerk kaputtmacht, um damit etwas anderes zu bauen, wie auch die aus „Lego Star Wars – Das Erwachen der Macht“ bekannten Multi-Builts, in denen man aus einem Stapel Bausteine gleich mehrere Sache erbauen kann, sind sehr rar gesät und kommen fast nicht mehr vor, was sehr schade ist, denn diese sind nicht nur für die Lego Spiele, sondern auch für Lego als Spielzeug charakteristisch.

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Auch wenn die Kritik insgesamt sehr harsch klingen mag, handelt es sich bei „The Lego Ninjago Move Videogame“ nicht per se um ein schlechtes Spiel. Ganz im Gegenteil, denn die Story und Zwischensequenzen haben wirklich gut unterhalten und vom Humor teilweise an den Lego Movie erinnert. Doch gerade im Vergleich zu anderen Lego-Spielen fällt das Spiel leider etwas ab. Ich habe den Kauf zwar nicht bereut, aber werde es wahrscheinlich kein zweites Mal durchspielen. Wer den Lego-Spielen und den Änderungen in diesem Spiel nicht abgeneigt ist und sich von den Kritikpunkten nicht abschrecken lässt kann durchaus einen Blick riskieren. Aber vielleicht sollte man dabei lieber auf einen Sale warten…

NB@06.10.2017