Regelmäßige Leser dürfte nicht überraschen, dass ich ein Fan von Arcade-Games, besonders der 80er und 90er bin, zumal ich schon einige Berichte über Arcade-Spiele und Portierungen auf diverse System geschrieben habe. Doch eine Sache, die die meisten Umsetzungen wirklich vermissen lassen ist das authentische Feeling, was größtenteils durch die veränderte Steuerung eines Controllers vs. der Eingabe mit Arcade-Sticks. Zu PS3-Zeiten hatte ich daher den riesigen Mortal Kombat-Fightstick, den „Mortal Kombat Tournament Edition Fight Stick“ in Gebrauch. Doch seit ich auf die PS4 gewechselt bin hat mir noch ein Äquivalent gefehlt, bis ich durch Zufall über Fightstick Alpha im „Street Fighter V“-Design gestolpert bin.

 

Auch wenn der Controller von Mad Catz ist, so ist er dennoch sowohl von Sony, wie auch von Capcom lizensiert und wird zu einem für einen Fightstick wirklich unfassbar günstigen Preis um die 20€ angeboten. Das hat mich zwar auf der einen Seite etwas skeptisch werden lassen, aber auf der anderen Seite war die Investition damit nicht so groß, dass man es nicht einfach ausprobieren konnte. Denn auch wenn der Stick zweifelsfrei nichts für Pro-Gamer ist, was man auch für 20€ nicht erwarten kann, da man für Profi-Sticks locker nochmal ‘ne Null dranhängen muss, so ist dennoch interessant herauszufinden, ob er dennoch etwas für den Privatgebrauch taugt.

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Der Stick kommt in einer recht ansehnlichen, dunkel-gehaltenen Kartonverpackung mit Street Fighter-Branding. Was jedoch gleich auffällt ist die Größe, oder eher wie wenig davon da ist. Ich habe vor meinem geistigen Auge noch den Karton des Mortal Kombat-Sticks und war demnach leicht verunsichert, aber im Inneren befindet sich wirklich ein Arcade Stick. Zugegebenermaßen war das mein Fehler, denn auch wenn die beim Artikel angegebenen Abmessungen von 36cm x 15cm x 26cm keinesfalls der Realität entsprechen und wahrscheinlich (wohlwollend) mit Verpackung zu werten sind, so stehen überhaupt Maße als Referenz dabei, die ich wohl schlichtweg übersehen habe. Aber was helfen eigentlich Maße, wenn sie nicht annähernd stimmen? – Der Artikel hat selbst, also ohne Packung „nur“ die Maße 22,5cm x 12cm x 18cm. Hier habe ich euch mal den Mortal Kombat-Stick und den Fightstick Alpha nebeneinander gepackt, damit ihr den Größenvergleich habt:

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Sieht man allerdings von den offensichtlichen Größenunterschieden ab, so überzeugt der Stick an sich durch hochwertige Materialien und Verarbeitung und er wirkt auf jeden Fall wertig, besonders wenn man den Preis berücksichtigt, habe ich persönlich etwas schlimmeres erwartet. Die Oberseite ist aus schwarzem Hartplastik gefertigt und beherbergt den Stick mit Micro-Schaltern, 6 große Buttons und zusätzliche kleine Funktionsbuttons, die man für die meisten Arcadespiele eher selten braucht, ausgelagert an der Oberseite. Der Stick ist komplett in schwarz gehalten und den einzigen Hinweis auf „Street Fighter V“ findet man in Form eines Logos an der Ecke des Sticks. An der Unterseite finden wir Anti-Rutsch-Matten für einen besseren und sichereren Stand. Und besonders das ist wirklich hilfreich, denn auf Grund der geringen Größe wäre der Stick sonst zu leicht und rutschig. Stellt man ihn so auf einen Tisch oder eine andere fest Unterlage lässt er sich gut bedienen, ohne wegzurutschen. Anders sieht es leider aus, wenn man ihn im Sitzen auf den Beinen balanciert, denn hier kommt wieder die geringe Größe zum Tragen und ein Spielen im Sitzen auf der Couch ist nur mit sehr viel Übung bequem möglich. Ich habe mir beholfen indem ich eine Laptop-Kissen (keine Ahnung wie die eigentlich heißen – Ein Kissen mit dem man im Sitzen bequem den Laptop draufstellen kann, da es über Aussparungen für die Beine verfügt) beim Spielen unterlege, was dann wirklich gut funktioniert, obgleich es eigentlich nicht im Sinne des Erfinders ist…

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Durch einen Umschalter in Form eines Schiebereglers kann man den Stick sowohl an der PS3, wie aber auch an der PS4 verwenden. Ich habe ihn auch auf beiden Plattformen ausprobiert und kann keine nennenswerte Unterschiede feststellen. Die Buttons und der Stick reagieren auf Grund von verbauten Mikro-Schaltern gut und direkt. Einzig der Schaft des Sticks hätte meiner Meinung nach etwas dicker sein können, da er sich etwas zu filigran anfühlt, obwohl das auch eine persönliche Empfindung sein kann, denn beim Spielen an sich fällt das nicht negativ ins Gewicht. Da es sich um einen kabelgebundenen Controller handelt gibt es so gut wie keinen erkennbaren Lag und da das Kabel eine recht stattliche Länge von 3m aufweist kann man trotzdem bequem mit dem Stick auf der Couch sitzen.

 

Für die meisten Arcadespiele funktioniert der Stick (und das Buttonlayout) gut, lediglich kann es potentiell ein Problem in der Bedienung geben, wenn man die L1 und L2 häufiger im Spiel benötigt, denn diese sind nur als Mini-Knöpfe an der oberen Gehäuseseite und nicht als vollwertige Buttons implementiert, um den Stick nicht zu überladen. Doch da der Stick per se ja nur für bestimmte Spiele ist, kann man sich damit wahrscheinlich arrangieren. Man sollte es allerdings im Hinterkopf behalten, dass er auf keinen Fall einen Ersatz zum herkömmlichen Controller darstellt. Insgesamt bin ich doch positive überrascht, was einen Arcade Stick für 20€ angeht, denn auch wenn es sich natürlich um kein Profi-Equipment handelt, so bekommt man dennoch ein solides Stück Technik, das besonders für Kampfspiele und Neuauflagen von Automatenspielen geeignet ist.

NB@25.02.2019

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