PS4 Review: „Monkey King: Master of the Clouds“ #MonkeyKing #CloudMaster

Arcade-Spiele waren um einiges schwerer, das sollte soweit kein Geheimnis sein. Immerhin sollen die Leute so viele Münzen, wie möglich in den Automaten stecken und da wäre es kontraproduktiv, wenn jeder das Spiel mit einem Quarter durchspielen könnte. Doch nirgendwo zeigt sich das in der jüngsten Vergangenheit, wie bei der Portierung des Arcade-Klassikers „Chuka Taisen“, oder im Westen „Cloud Master“, oder auch „Monkey King: Master oft he Clouds“, wie diese Veröffentlichung betitelt ist. Dabei basiert das Spiel auf der gleichnamigen Famicom-Umsetzung des Spiels, die mit dem gleichen unerbittlichen Schwierigkeitsgrad daherkommt und so leider auch nie den Weg in den Westen geschafft hat, da man das Spiel als „zu schwer“ eingestuft hat. Und viele Spieler wird das wahrscheinlich auch heute noch abschrecken, denn vielen wird es wahrscheinlich gehen wie mir und man schafft es am Anfang kaum über die ersten Screens hinaus, denn der kleinste Fehler führt zum unerbittlichen One-Hit-Kill. Doch hat man das Spiel erst einmal gemeistert, entfaltet sich seine skurrile Schönheit.

Dabei gibt es bei Spielen generell unterschiedliche Stufen von Schwierigkeit. Nimmt man Beispielsweise ein „Dark Souls“ oder „Sekiro: Shadows Die Twice“ haben wir es mit einem ausgeklügelten Kampfsystem und Kontern zu tun, das eine gewisse Hingabe und das Auswendiglernen von Angriffsschemata und Gegenangriffen voraussetzt, die von Gegner zu Gegner variieren können. Hat man es aber mal gemeistert, wird aus der zunächst frustrierenden Erfahrung schon fast ein Ballett von graziler Schönheit, die nur dann wieder ins Wanken gerät, wenn ein Boss oder ein neuer Gegnertyp eingeführt werden. Wir sind allerdings nicht gezwungen das komplette Layout und Spawnpunkte auswendig zu lernen, um überhaupt voran zu kommen. Anders gelagert sind die Spiele, zu denen auch Monkey King gehört aus, denn hier kommt es ausschließlich auf Reflexe und in gewissem Maße Auswendiglernen der Angriffspattern und Spawnpunkte an. Und so lebt das Spiel fast davon, dass man es wieder und wieder versucht und jedes Mal ein wenig weiter kommt, bis man am Ende einem Boss gegenüber steht, das Level und irgendwann auch das Spiel beendet. Doch zugegebenermaßen braucht es dafür eine ganze Menge an Durchhaltevermögen, denn obwohl das Spiel lediglich aus fünf Leveln besteht, ist der Schwierigkeitsgrad immens hoch und artet schnell in Bullet-Hell-Gefilde aus. Und da unser Charakter bei jedem Treffer sofort das zeitliche segnet ist das kein leichtes Unterfangen.

Dabei kommt das Spiel gänzlich ohne Geschichte aus. Wir spielen den Titel-gebenden Monkey King, der auf einer Wolke in bester horizontal-scrollender-Shooter-Manier von links nach rechts fliegt. Der Bildschirm scrollt dabei automatisch und wir bewegen den Charakter frei über das verfügbare Areal. Gegner kommen in der Regel von rechts in den Bildschirm herein geflogen, folgen immer einem fix-definierten Pattern und verlassen den Bildschirm nach einiger Zeit wieder. Doch dazu sollte man es am besten gar nicht kommen lassen, denn zum einen schießen die Gegner in der Bildschirmmitte Projektile los und zum anderen verpasst man dann die Powerups, die zwingend erforderlich sind, wenn man überhaupt etwas im Spiel erreichen möchte. Der Monkey King startet mit einem überaus schwachen Schuss und einer niedrigen Wiederholungsrate an Schüssen, was nur durch das Einsammeln von Powerups in beiden Ausprägungen verbessert werden kann. Das geschieht durch das Abschießen von ganzen Gegnergruppen oder das besiegen von bestimmten Gegnern und muss dann noch eingesammelt werden, bevor der Bildschirm weiter scrollt.

Auch wenn das Spiel, abgesehen von kleineren technischen Updates, die unsauberes Blinken von Sprites, etc. beeinflusst, im Grunde unangetastet im Vergleich zu seiner Originalversion daherkommt, so gibt es eine nennenswerte Veränderung, die Freunde des Couch-Co-Op freuen wird, denn man hat entgegen dem Original einen 2-Spieler-Modus in das Spiel eingebaut, der wirklich Spaß macht und das Spiel zumindest ein klein wenig leichter macht, dann die Anzahl der Gegner, wie auch die Pattern bleibt dabei unberührt und man kann sich die Gegner aufteilen und hat bessere Chancen weiter im Spiel zu kommen. Alles weitere an modernen Anpassungen sucht man leider vergebens, denn es gibt keine Bildschirmoptionen, keine unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade, keine Filter, keine Save States und auch sonst nichts. Das Spiel nimmt uns als Spieler nicht an die Hand und wird bestimmt für den ein oder anderen Wutausbruch bei Spielern verantwortlich sein, obwohl das Glücksgefühl dafür auch umso größer ist, wenn man endlich eine schwierige Stelle gemeistert hat. Es kommt dabei ohne erkennbare Fehler aus, läuft flüssig und die Steuerung funktioniert per se auch gut, obwohl ich persönlich empfehlen würde einen Arcade Stick zu verwenden, da sowohl das Steuerkreuz, noch die Analogsticks präzise genug sind. Ich habe dazu den „Street Fighter V – Fightstick Alpha“ verwendet und kam damit sehr gut zurecht, auch wenn es wahrscheinlich für die meisten Menschen unmöglich sein wird alle Trophäen im Spiel zu verdienen, die unter anderem vom Spieler verlangen das Spiel durchzuspielen, ohne ein einziges Leben zu verlieren… 

Insgesamt macht das Spiel wirklich Spaß, ist aber gleichzeitig eine recht frustrierende Angelegenheit, da man sich sehr mühselig von Screen zu Screen kämpft, langsam die Angriffspattern und die Möglichkeiten kennenlernt und immer wieder von vorne beginnen muss, wenn man getroffen wird. Zwar gibt es in den Levels auch dann und wann mal einen Speicherpunkt, aber die Setzung ist geradezu willkürlich und auch nicht erkennbar, was ein Ableben und das Fortsetzen sehr wie ein Glücksspiel erscheinen lässt, wo man danach weitermachen kann. Mit viel Übung schafft man es zwar mit dem Spiel besser voranzukommen, doch ich gehe davon aus, dass viele Spieler auf Grund der immensen Lernkurve wahrscheinlich gar nicht zu diesem Punkt kommen werden. Ein paar mehr Optionen in Sachen Convenience und Schwierigkeit hätten dem Spiel daher auf jeden Fall gutgetan, denn interessant ist es auf jeden Fall. 

Entwickler:      Starfish-SD

Publisher:        UFO Interactive Games

Erhältlich auf: PC, PS4, Nintendo Switch

NB@06.02.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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