Wie bereits in meinem Review zum „8Bitdo Zero“ angekündigt hatte ich ein Projekt mit dem kleinen Controller und einem Raspberry Pi vor. Dieses war ein Geburtstagsgeschenk für meinen Bruder, das ich nun endlich mir euch teilen kann, da der Geburtstag vorbei ist und er sein Geschenk bereits in den Händen halten konnte. Also führt es zu keinem Spoiler mehr, wenn ich darüber berichte.

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Da ich gerne noch an die Vergangenheit zurückdenke, als wir uns an Weihnachten die ganzen Feiertage die Nächte mit unserem neuen Sega Mega Drive um die Ohren geschlagen haben. Da er keine alte Konsole mehr in Gebrauch hat habe ich beschlossen ihm einen speziellen Pi zum Geschenk zu machen den ich daher in ein Mega Drive-Modul einbauen wollte, was zugegebenermaßen auf Grund des recht beschränkten Platzen eine wirkliche Herausforderung geworden ist. Da sich zusätzlich die Einrichtung eines Pi seit meinem letzten Bericht über das Thema verändert hat, berichte ich auch darüber nochmal genauer, denn im Vergleich zu meinem ersten Bericht ist die Einrichtung heute ein wahres Kinderspiel. Ich habe an den neuralgischen Punkten auch Links dazugepackt, damit ihr nicht lange suchen müsst.  Bevor wir also mit dem Basteln anfangen, widmen wir uns der Einrichtung des Pi.

Im Grunde benötigt man nur einen Raspberry Pi, ein passendes Netzteil, eine MicroSD-Karte mit mindestens 4GB, die man mit der Software belädt:

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Das beginnt mit dem Herunterladen der benötigten Software. Da ich immer noch ein Fan der Recalbox-Software bin und diese dem Retropie vorziehe, habe ich auch den Pi für meinem Bruder mit der Recalbox bestückt. Die Software findet man unter diesem Link. Hierbei ist lediglich darauf zu achten, dass man die für den Pi korrekte Software benutzt, da die Pis unterschiedlich arbeiten.

Die Datei ist dabei in einen Zip-Archiv verpackt, das ihr an einen Ort eurer Wahl entpacken solltet, denn für das weitere Vorgehen brauchen wir die Datei im Zip, das Image der Software.

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Wenn ihr eine Speicherkarte mit mehr als 32GB verwendet kann es zu Problemen bei der Formatierung unter Windows kommen, da von Haus aus keine Formatierung in FAT32 möglich ist, die der Pi aber braucht. Hierzu gibt es aber viele kleine Helferlein, die man im Internet finden kann. Ich verwende den SD Memory Card Formatter, eine kleine OpenSource Software, die ihr hier findet.

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Als nächstes müssen wir die Software irgendwie auf die SD-Karte bringen und dazu gibt es auch wieder ein Programm namens Etcher, das das Image für uns Startbereit installiert, validiert und einrichtet. Diese kleine Tool findet ihr hier.

Installiert das Programm,  bzw. die Programme, wenn ihr eure SD-Karte nicht von Haus aus auf FAT32 formatieren könnt, formatiert die SD-Karte und startet Etcher von Balena. Das Programm ist wirklich simpel von seiner Bedienung, denn man wählt lediglich das Image (der Recalbox-Software) aus, den gewünschten Installationspfad (eure SD-Karte) und klickt auf „Flash!“ Starten. Das Programm arbeitet dann selbstführend und teilt euch nach kurzer Zeit mit, dass es die SD-Karte beendet hat. Danach könnte ihr das Programm beenden und die SD-Karte auswerfen.

Nun müsst ihr nur noch die SD-Karte in euren Pi stecken, diesen mit Strom versorgen und schon ist er einsatzbereit. Out-of-the-Box bietet er sogar einige bereits vorinstallierte Gratisspiele. Weitere Spiele können kabellos über das lokale Netzwerk (sofern PC und Pi im gleichen Netzwerk sind) über den Internetbrowser oder den Explorer hinzugefügt werden, wenn man die IP des Pi eingibt, die man über das Systemmenü des Pi einsehen kann. Alternativ kann man aber auch \\RECALBOX in die Adresszeile des Browsers eintippen.

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RECentral
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Zur Bedienung braucht man logischerweise noch einen Controller, wofür ich den Zero ausgewählt hatte, den man via Bluetooth verbinden kann. Natürlich gehen mittels USB-Mini auf USB-Adapter auch kabelgebundene Controller oder andere Bluetooth Controller. Hierbei solltet ihr nur darauf achten, dass nicht alle Varianten des Pi bereits WLAN und Bluetooth verbaut haben. Ich habe für mein Projekt den relativ günstigen Raspberry Pi Zero W genommen, der beides bereits onboard hat.

Nun kommen wir zum spannenden Teil: Das Basteln!

Ich habe dafür ein günstiges Sportspiel von EA genommen, das über eine größere Modulgröße als die Standardmodule verfügte, damit ich alles unterbekomme…

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Zuerst muss man dieses Entkernen: Dafür braucht man einen Spezialschraubendreher zum Entfernen der Sicherheitsschrauben, wie sie auch bei NES-Modulen verwendet werden (Diese bekommt man auf Ebay und Co. ziemlich günstig).

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Bei den EA-Spielen ist zusätzlich ein gelber Plastikclip, den man aber einfach mit einem flachen Werkzeug eurer Wahl aus der Verankerung lösen kann

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Im inneren befindet sich eine Platine, die einfach entsorgt werden kann, um Platz für den Pi und die Kabel zu schaffen.

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Als nächstes habe ich die Plastikführung an der Modulunterseite, wo normal die Platine durchschaut, entfernt, um Platz für die Anschlüsse zu haben.

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Ich habe zuerst versucht passende Aussparungen auszuschneiden, doch nachdem ich das Innenleben mehrfach umarrangieren musste, habe ich mich doch dazu entschlossen die komplette Leiste zu entfernen, was mit einer kleinen Zange überhaupt keine Probleme bereiten sollte.

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Wer dennoch passgenau Aussparungen schneiden möchte, dem kann ich einen Mini-Säge aus dem Modellbauladen empfehlen, da diese mehr Präzision bietet als ein Teppichmesser oder ähnliches.

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Damit haben wir das schlimmste bereits hinter uns, denn nun müssen wir (nur) schauen, wie wir die Komponenten am besten im Modul unterbringen.

Der Pi verfügt über Mini-HDMI und 2 Micro-USB-Anschlüsse für die ich OTG-Adapter und Verlängerungen verwendet habe, um sie so hinzubekommen, wie ich sie brauche, bzw. damit wir ein normales HDMI- und USB-Kabel anstecken können und den Stromanschluss auch da haben, wo wir ihn brauchen.

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Die notwendigen Adapter gibt es meist in Sets für den Pi Zero, wenn ihr nicht manuell losziehen wollt um die notwendigen Teile zusammen zu suchen. (Wer Interesse hat, dem kann ich auch gerne Links zu den von mir verwendeten Teilen zukommen lassen.)

Die einzelnen Anschlüsse sind dabei an der Platine beschriftet, achtet also darauf, dass ihr alles ansteckt wo ihr es braucht.

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Zusätzlich habe ich auf dem Pi noch einen Kühlkörper angebracht, der aber nicht notwendig ist. Doch da ich nicht weiß, wie die Wärmeentwicklung innerhalb des Moduls bei längeren Sessions aussieht, habe ich ihn sicherheitshalber mal dazu genommen. Dennoch könnt ihr diese Punkt als optional ansehen. Dazu braucht man beim Pi Zero (wie auch Pi Zero W) die Größe 11mm x 11mm. Zum Anbringen nimmt man am besten Wärmeleitkleber für Kühlkörper, den es in jedem Elektronikfachhandel geben sollte.

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Fixiert habe ich alles nach etwas Rumprobieren mit Patafix, was auf Grund der formbaren Konsistenz super funktioniert und im Bedarfsfall auch wieder rückgängig zu machen ist, was man von dem oft bei solchen Projekten verwendeten Heißkleber nicht behaupten kann.

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So kann man auch unterschiedliche Ausrichtungen erst einmal ausprobieren, bevor man das Projekt abschließt

Sitzt alles da wo wir es brauchen können wir den Deckel wieder aufsetzen, den Clip wieder anbringen und die Schrauben anziehen.

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So ist der Pi im Modul an sich fertig, doch ich habe, da es sich um ein Geschenk handeln sollte, noch ein Cover für das Modul und die Hülle gebastelt und beides angebracht.

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Die Abmessungen eines Inlays sind übrigens 27,5cm x 17,2cm. Hier findet man nämlich im Netz abweichende Angaben, die für mich dazu geführt haben, dass ich das Cover nochmal neu machen musste…

Ich finde das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen und am allermeisten hat es mich natürlich gefreut, dass sich mein Bruder total gefreut hat, der es kaum erwarten konnte das Geschenk auszuprobieren…

NB@29.04.2019

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